Franz Dobler, Schriftsteller, Countrymusik, Johnny Cash Franz Dobler, Schriftsteller, Countrymusik, Johnny Cash
 
 

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/// Discographie

Hörbuch
Der Tag an dem ich allen Glück wünschte
[Hörbuch mit Soundtracks von Hubl Greiner - Verlag Antje Kunstmann Sept 2002]

Hörbuch Franz DoblerFranz Doblers Westerngedichte sind Dauerbrenner. Wer einzelne schon mal auf Lesungen gehört hat, kann jetzt endlich auf die komplette Sammlung zurückgreifen. Die Daltons kommen darin vor, Hank Williams und Johnny Cash treten auf, aber auch ein gewisser Kraudn Sepp aus dem bayrischen Voralpenland.

Die Soundtracks besorgte Hubl Greiner, über 13 Jahre Leader von The Blech und heute u.a. aktiv mit dem Hulu Project

 

Photo: Franz Dobler / Hubl Greiner
Buch: Jesse James und andere Westerngedichte
Preis: EUR 16,90
CD / ISBN 3-88897-317-1
Presse: whirlypop.de | taz.de | Titel-Magazin

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Textauszug

"Ich mag das Holz / und die Arbeit die es macht / Von mir aus können sie / den ganzen Wald umlegen / und mir herbringen / Ich steh da / mit dem Beil in der Hand."

Western, Bestern, Spät-Western

Die CD enthält meinen Gedichtband 'Jesse James und andere Westerngedichte' komplett, der 1991 im Bommas Verlag erschienen ist (eine überarbeitete, inzwischen vergriffene zweite Auflage kam 1995), und drei später entstandene Arbeiten, die dazu passen (#9, #19 und #31).
Vielleicht schadet der Hinweis nichts, dass diese gesprochene Ausgabe nicht von den Ereignissen am sog. 11. September inspiriert wurde.

Um das Western-Motiv der Bandenbildung umzusetzen, bekamen die Gedichte für die Buchausgabe Schützenhilfe durch die Nachworte meiner Kollegen Thomas Palzer und Andreas Niedermann sowie die Fotos von Charlie Sono. Niedermann traf die Sache genauer als es mir bewusst gewesen war:

"Die Westerngedichte lesen sich so, als würde man im Zug sitzen, zum Fenster rausschauen und die Landschaft vorbeiziehen sehen. Nicht eine wirkliche, handfeste Landschaft, sondern eher eine innere, geträumte".
Mein Drang Gedichte zu schreiben war zu der Zeit schon lange so gut wie erloschen, und überhaupt, Begriffe wie Poesie oder Lyrik oder Gedichte auf einem Buchumschlag zauberten mir kein Leuchten ins Auge, meine lyrische Sensibilität war zweifellos unterbelichtet. Was meine literarischen Nerven plötzlich entzündete, war allein die Idee, Gedichte in ein scheinbar feindliches Genre zu pressen, eine Art Überfall: keine Gedichte, Westerngedichte!

Während der Arbeit an meinem Roman 'Tollwut', der im selben Jahr bei Edition Nautilus erschien, hatte ich den Gedichtband schneller im Kopf als jemand "Calamity Jane" flüstern kann. Es geht im Roman um eine Land-Enteignungs- und Rachegeschichte, die in einem toten Winkel zwischen München und Dachau spielt, und die Handlung wird angefeuert von Elementen aus Western- und Action-Filmen (Kollege Lorenz Schröter nannte es später einen Bestern, einen bayrischen Western also). Die Helden des Romans scheinen, genau wie ich, einen speziellen Draht zur Verbindung Bayern und Western zu haben, und an einem bestimmten Punkt fragte ich mich, ja, warum eigentlich?

Als Antwort kamen diese Gedichte wie eine lyrische Formation geflogen. Bayrische Bilder, mit denen ich aufgewachsen war, verbanden sich mit meinen persönlichen, historische Fakten mit denen, die sich aus Filmen, besonders denen von Sam Peckinpah, in meine Erinnerung eintätowiert hatten. Alles schien von derselben Atmosphäre geprägt zu sein. Der Wilderer aus einem Kraudn Sepp-Song war ein Outlaw wie Jesse James. Der verzweifelt auf Action wartende Kleinstadtreporter, der ich selbst gewesen war, beschreibt die Andenkenjäger, die nach dem Tod von Billy The Kid die Szene betreten.

Das Schema der üblichen 50er-Jahre-Western interessierte mich nicht: für die Law & Order-Abteilung benutzte ich Fundstücke, ich klaute und zerlegte Zeilen aus Songs - innerhalb des Genres fühlte ich mich frei: es sind, um genau zu sein, keine Western-, sondern Spät-Western-Gedichte (und deshalb machte ich mir keine Sorgen, als ich später erfuhr, dass es in den USA tatsächlich dieses Poesie-Genre gibt, das eben weniger dem Spät-, sondern dem klassischen, romantischen Western verpflichtet ist).
Im Gegensatz zu den meisten anderen älteren Texten, ist die Jesse James-Familie seit über zehn Jahren nah an mir dran geblieben und immer noch Material für Lesungen.

Weil vieles zwischen Gedicht und Song hängt. Weil ich sie heute so und morgen so klingen lassen kann. Weil sie mich wie einen Spinner dastehen lassen können. Weil sie andere so verwirren können. Weil sie, wenn dann doch mal ein Martin Walser-Publikum im Weg steht, dieses erschlagen können (#11 zehn Minuten lang in gebrüllter Form war für die CD allerdings keine Überlegung).

Es war also nahe liegend, für die CD einen Soundtrack hinzu zu fügen. Abgesehen von sehr alter Freundschaft und diversen gemeinsamen Arbeiten (z. B. der Track 'Im Kino' für eine Rainer Werner Faßbinder Tribute-CD 1996), war Hubl Greiner auch deshalb der perfekte Partner, weil die Bilder, die er zu einem Text wie 'Unten im Süden' im Kopf hat, so einen scharfen Hintergrund haben. Der Provinzreporter, der den Unfall mit einer Kuh und drei Autos auf die Titelseite brachte, war 1978 der erste, der einen Artikel über seine erste Band schrieb.
Franz Dobler, 31. Juli 2002

Soundtracks von Hubl Greiner

Sampler, Schlagzeug, Synthesizer: Hubl Greiner
Gitarre, Co-Komponist: Luigi Archetti
Piano, Keyboards, Co-Arrangeur: Eric Babak
Oboe: Alex Ott
Bass: Jens Volk
Rhodes, Hammond: Rainer Granzin
Trompete: Igor Shilov
Trompete: Jalalu Kalvert Nelson
Plattenspieler: DJ Rebel
Große Trommel: Tunji Beier

Hubl Greiner, geb. 1955, war als Produzent, Komponist oder Schlagzeuger bei ca. 60 Musik-Produktionen beteiligt. Von 1984-1996 war er Leader der Band The Blech, die sechs LP/CDs einspielte. Seitdem arbeitet er vor allem mit Luigi Archetti zusammen, unter dem Namen Hulu Project veröffentlichten sie die CDs Chat, Cubic Yellow und zuletzt, mit der sibirischen Sängerin Stepanida, TranceSiberia (CCn´C Records, 2001).
www.hubl.com

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