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GIRLS & SONGS
> 1 THE BIONAUT
I Wish I Was Tied To Bertha
(The Bionaut)
The Bionaut: Musik/Produktion. Musikverlag: Popular Songs/Schacht Musikverlage.
Erschienen auf Wild Horse Annie 1997, licensed from eat raw.
Die hier benutzten Samples stammen aus Cashs erstem von vielen Konzept-Alben,
Ride This Train, das 1960 das zweite Konzept-Album in Country war. Er
nahm die Hörer mit auf eine auch historische Zugfahrt quer durch
die USA und erzählte Stories zwischen den Songs.
The Bionaut ist neben The Modernist, Burger/Ink und Trinkwasser ein Projekt
des Kölner Elektronikers, Labelmachers und Cash-Fans Jörg Burger,
dessen Discographie seit 1990 dieses Booklet fast sprengen würde.
Zuletzt erschien die Bionaut-Compilation Lubricate Your Living-Room (Matador),
mit ausschließlich in Europa veröffentlichten Tracks von 1993-1997.
> 2 GERRY LEE
& THE WANTED MEN
Locomotive Man
(Johnny Cash)
Gerry Lee: Gesang/Gitarre, Jancee Warnick: Lapsteel/Gesang, Mat Trashnick:
Schlagzeug, Winston Friday: Kontrabass, Ray Schröter: Gitarre, Rephil
Janssen: Gitarre/Gesang. Aufgenommen im Herbst 2001.
Cashs einziger Song, in dem explizit von Sex gesprochen wird, war 1960
die b-Seite einer weniger beachteten Single und tauchte erst Jahre später
wieder auf Compilations auf (das Album More Of Old Golden Throat ist bis
heute bei Bear Family Records erhältlich).
Kölns Surf/Rockabilly/Ska-erfahrene Western-Swing-Band brachte 2000
ihr erstes Album Framed heraus, mit den Gästen Peta Devlin und dem
damals in der Stadt lebenden US-Countrysänger Hank McCoy. Anfang
2002 kam, ebenfalls auf Elmo, die EP It´s The Latest Style, was
bei Konzerten bewiesen wird.
> 3 GUZ
Guess Things Happen That Way
(Jack Clement)
Olifr M. Guz: Gesang/Instrumente. Aufgenommen und produziert von Guz im
Winter 2001 im Star Track Studiokombinat, CH-Schaffhausen.
Der Song war 1958 nach Ballad Of A Teenage Queen der zweite
Nr.1-Hit, den Jack Clement, Sam Phillips Nachfolger als Sun Records´
Cash-Produzent, für ihn geschrieben hatte. Sie blieben Freunde lebenslänglich,
und Clement produzierte auch einige Alben der im Gesamtwerk am wenigsten
beachteten Mercury-Phase (1987-1991).
Guz ist das Soloprojekt des Aeronauten-Sängers Olifr Maurmann. Sein
Frühwerk auf Cassetten und Vinyl präsentiert das Album In Guz
We Trust - Anthology 1984-95. Ein gewisses Interesse für Country
zeigte sich auch auf seinem letzten Album We Do Wie Du (L´age d´Or
2000) mit der Interpretation eines Jimmie Rodgers-Klassikers, wobei T
For Texas im Blue Yodel Stomp zu T für Thurgau
und T für Tessin wurde.
> 4 KINGSTON COWBOYS
Ring Of Fire
(June Carter/Merle Kilgore)
Gerry Lee: Gesang/Gitarre, Ina Schmid/Ines Söntgen: Gesang, Mat Trashnick:
Schlagzeug, Winston Friday: Bass, Jan Sievers: Keyboards, Marc Müller:
Saxophon, Hannes Klein: Trompete, Prince Pitti: Posaune.
June Carters Liebeserklärung an den Mann, zu dessen Show sie gehörte,
wurde 1963 sein bis dahin größter Country/Pop-Hit und kam als
einziger in die deutschen Charts (Platz 27). Cash erzählte, dass
er die Mariachi-Trompeten, die zum ersten Mal in einer Nashville-Session
benutzt wurden, geträumt hatte.
Die Band war ein der Country-Leidenschaft gewidmetes Nebenprojekt der
Ska-Band Monkey Shop, aus der nach der Auflösung 1999 die Wanted
Men entstanden. Die EP Nashville To Shanty Town (Clifford Records) blieb
ihre einzige Veröffentlichung. Ring Of Fire wurde 1996
aufgenommen, erschien aber erst fünf Jahre später auf einer
Kölner Ska-Compilation.
> 5 COW
Jackson
(Jerry Leiber/Billy Edd Wheeler)
Peta Devlin: Gesang, Thomas Wenzel: Gesang/Gitarre/Pedal-Steel/Klavier,
Thomas Butteweg: Bass/Schlagzeug, Ecki Heins: Violine. Gäste: Volker
Reckeweg: Trompete, Ansgar Ruff: Posaune, Jan Carstensen: Klarinette.
Aufgenommen und abgemischt von Peta Devlin im Soundgarden Studio, Hamburg,
im Sommer 2001.
Der Song war 1967, als es nicht so aussah als sollte Cashs Drogenphase
bald zu einem guten Ende kommen, eine Nr. 2-Country-Hitsingle für
ihn und seine zukünftige Ehefrau June Carter und kam Ende des Jahres
auf das Duett-Album Carryin´ On. Zu dem Zeitpunkt hätten sie
den Song von Billy Ed Wheeler (mit dem auch Nancy & Lee einen Hit
hatten) schon drei Jahre live gesungen, erzählte Cash.
Die in Hamburg lebende Engländerin Peta Devlin spielte Bass bei Die
Braut Haut Ins Auge und das tut sie heute bei der Punkgruppe Oma Hans.
Weitere Band-Verbindungen sind Die Sterne oder The Incredible Sinalco
Bums. Cow wurde 1999 gegründet, nachdem Peta Devlin & Band schon
auf der Compilation 13 Golden Kantrie Greats zu hören waren (xxs-Records
1997). Eine Maxi-CD erschien 2001, das erste Album kommt 2002 auf Trikont.
> 6 TILMAN ROSSMY QUARTETT
Orange Blossom Special
(Ervin T. Rouse)
Tilman Rossmy: Gesang/Akustik-Gitarre, Folke Jensen: Gitarren, Ralf Schlüter:
Keyboards, Rob Feigel: Schlagzeug/Computer. Aufgenommen und produziert
von Jensen/Schlüter in den Ultraschall Studios, Hamburg, im Dezember
2001.
Love God Murder hieß 1999 eine 3-CD-Themen-Compilation, aber auch
Train-Songs gehören seit der ersten Single Hey Porter
1955 zu den Säulen in Cashs Werk. Die Single-Auskopplung vom Album
Orange Blossom Special war 1965 ein Nr.3-Hit in den Country- Charts. Auf
dem Cover saß Cash Hobo-mäßig auf einem Waggondach. Sein
Vater war während der Great Depression in den 30er Jahren ein paar
Monate als Hobo unterwegs gewesen, um irgendwo Arbeit zu suchen.
Tilman Rossmy veröffentlichte von 1984 bis 1994 vier Alben mit seiner
Band Die Regierung und danach vier mehr unter seinem Namen (auf L´age
d´Or und Glitterhouse). Aus dem Traum, das erste Solo-Album in Nashville
mit echten Country-Studio-Profis an einem Tag aufzunehmen war allerdings
nichts geworden. Schon das letzte Regierungs-Album Unten hatte bei einigen
Songs Rossmys Interesse für Country gezeigt. Die neue CD Reisen im
eigenen Land ist nur über seine Homepage erhältlich und präsentiert
Songs aus der Regierungs-Zeit im Sound des neuen Quartetts.
> 7 LILY, FRIENDS & HUSBAND
Give My Love To Rose
(Johnny Cash)
Jay Rutledge: Gesang/Banjo, Ulrike Glinsböckel: Geige/Chorgesang,
Chris Marschner: Gitarre/Chorgesang, Barbara Streidl: Bass. Aufgenommen
und produziert von Michael Heilrath im Winter 2001.
Der Song war 1957 die b-Seite von Home Of The Blues, der sechsten
Single für Sun Records, und blieb im Schatten der frühen Hits.
Die junge Münchner Bluegrass-Combo ist mit den Bands Moulinettes
und Land Of Sex And Glory verbunden und mit Berufen wie Geigenbau und
Journalismus. Mit dem Song sind sie erstmals auf einem Tonträger.
Rutledge gab bei Trikont 2001 die Compilation Africa Raps heraus.
> 8 HAZZARD COUNTY
MOONSHINE RAMBLERS
Big River
(Johnny Cash)
Gerry Lee: Gesang/Mandoline, Boris Wachsmann: Gesang, Jancee Warnick:
Steel-Guitar/Gesang, Frank Rühland: Bass. Aufgenommen im Herbst 2001.
Der Song war 1958, kurz vor dem Wechsel von Sun zu Columbia Records, die
b-Seite des Country/Pop-Hits Ballad Of A Teenage Queen und
kam in den Country Charts dennoch auf Platz 1.
Der Song ist der erste Tonträger-Beitrag der jungen Kölner Band,
die man als Ableger der Wanted Men sehen kann. Warnick (ein Amerikaner
in Köln mit neuer Surf-Band The Jancee Pornick Casino) und Rühland
sind auch in der Band, die das neue Album von Hank McCoy eingespielt hat,
das bei Trikont erscheinen wird.
> 9 WIGLAF DROSTE & DAS SPARDOSENTERZETT
I Won´t Back Down
(Petty/Lynne)
Wiglaf Droste: Gesang, Rainer Lipsky: Percussion/Chor, Mickey Neher: Schlagzeug/Gitarren/Chor,
Kai Struwe: Bass/Mundharmonika/Chor. Produziert von Kai Struwe, aufgenommen
im Sommer 2001.
Der Song eröffnete das bislang letzte Album von Cash, Solitary Man,
das 2000 Teil III der American-Trilogie war. Tom Petty und seine Band
hatten ihn auf Teil II Unchained begleitet.
Der Autor und Kolumnist Wiglaf Droste ist schon 1988 als Sänger aufgefallen,
mit der Single Grönemeyer kann nicht tanzen, und auch
auf seinen vier Hörbuch-CDs sind einige Songs. Droste und das Terzett
aus Essen fanden sich 1998. Nach dem Album Für Immer (Antje Kunstmann
Verlag) erscheint 2002 ihre zweite Produktion auf Roof Records.
> 10 ALVARO
Señor Johnny Cash
(Alvaro Pena-Rojas)
Alvaro: Gesang/Orgel/Klavier, Jens-Peter Volk: Bass/Backing Voc, Hubl
g: Schlagzeug. Aufgenommen im Sommer 2001, produziert von Hubl g, abgemischt
von K.H. Backes.
Der Text bezieht sich auf Cashs berühmtes, als Album veröffentlichtes
Konzert im berüchtigtsten Gefängnis der USA, San Quentin, am
24.2.1969 (er war dort seit 1958, damals saß Merle Haggard im Publikum,
mehrmals aufgetreten). Die Strophen in Spainglish, wie der Slang der Latinos
im Süden der USA genannt wird, lauten: Ein Freund spielte mir
kürzlich ein Lied von Ihnen vor, Señor Johnny Cash, und mir
gefiel Ihr simpler und direkter Stil (...) Die Traube und die Tomate,
der Mais und der Kürbis, die Sonnenblume - das ist die Arbeit der
Latinos von früh bis spät.
Alvaro musste aus Chile nach dem Pinochet-Putsch 1974 flüchten, er
lebt seit einigen Jahren in Konstanz. Mitte der 60er spielte er seine
ersten Singles mit den Bands Los Challengers und Los Bumerangs ein. In
London hatte er mit Joe Strummer die Band The 101´ers (bevor Strummer
von Punk begeistert zu The Clash ging). Der Mann mit der umfangreichsten
Produktion der chilenischen Pop-Geschichte veröffentlichte seitdem
einen Stapel Singles und Alben. Seine Band besteht aus ehemaligen Mitgliedern
von The Blech.
> 11 SMOKESTACK LIGHTNIN
Ring Of Fire
(June Carter/Merle Kilgore)
Bernie Batke: Gesang/Kontrabass, Frieder Graef: Gitarre/Chorgesang, Wolfgang
Bub: Gitarre, Michael Kargel: Schlagzeug, Jochen Pfister: Piano. Produziert
von Walter Broes. Aus dem Album SoulBeat (Witchcraft Record Company, Frankfurt
2000).
Zum Song >Track 4
Die 1995 gegründete Band aus Nürnberg hat ihren puren Rockabilly
in den letzten Jahren um Country und, entsprechend dem von Carl Perkins
stammenden Titel des ersten Albums, um SoulBeat erweitert. Diesem Sound
fügen sich Songs von Lennon / McCartney bis Tony Joe White und sogar
Garth Brooks, der diese Ehre nicht verdient hat. Die erste Vinyl-EP Girl
On The Billboard erschien 1999 ebenfalls auf Witchcraft.
> 12 HACK MACK JACKSON
Rusty Cage
(Chris Cornell)
Andrew Uhlemann: Gesang/Percussion, Stefan Sternjakob: Gitarre, Ralf Puder:
Gitarre, Florian Dürrmann: Steel-Guitar, Alexander Schottke: Bass,
Oliver Schäfer: Schlagzeug. Aufgenommen und abgemischt im Winter
2001 in den Wild Wood Studios von Rolf Stinnen.
Der Soundgarden-Song kam 1996 auf dem zweiten American Recordings-Album
Unchained. Cash sagte in einem Interview, der Text hätte ihn zwar
sofort angesprochen, aber erst nachdem Produzent Rick Rubin ein Arrangement
für ihn schrieb, wäre er für ihn wie ein eigener Song spielbar
geworden. In seiner Autobiographie Cash erzählte er, dass sie eine
zeitlang Probleme hatten, den Song live zu ihrer Zufriedenheit hinzubekommen.
Die Düsseldorfer Countrybillyswamprocktrashmachine spielte
mit dem Ausdruck angemessener Wucht 2000 ihr erstes Album Swamped ein,
Anfang 2002 gefolgt von der EP Coming Home, ein neues Album im Kasten
(alles auf Triggerfish). Die Kapelle pendelt zwischen eigenem Material
und getunten Klassikern von Lee Hazlewood bis Leon Payne. Wem beim Hören
die Walter-Elf oder die Spermbirds in den Sinn kommen, liegt nicht falsch.
> 13 WHILS
Thirteen
(Glenn Danzig)
Pe Lagemann: Gesang/Gitarre, Thomas Querfurth: Bouzouki, Volker Hatje:
Schlagzeug, Dirk Planeth: Bass, Sandra Havemeister: Violine, Martin Hilpert:
Cello. Aufgenommen in den White Noise Studios, Hamburg, produziert und
gemischt von Pe Lagemann und Joszi Sorokowski. Aus dem Album Revolution
(One Million Dollar Records 2000).
Der Song war auf Cashs erstem von Rick Rubin produzierten Album American
Recordings, das ihm 1994 ein unerwartetes und unvergleichliches Comeback
bescherte. Die Auswahl des Songs verwies auf Rubin, der mit dem Country-Business
nichts zu tun hatte, sondern als Produzent von Beastie Boys, Run DMC,
Glenn Danzig u.v.a. berühmt geworden war.
Der Name der Hamburger Band ist die Abkürzung einer Zeile des englischen
Dichters George Bernard Shaw: Whiskey Is Liquid Sunlight. In diesem Sinn
verbinden sie Folk und Pogo, Tradition und Politik. Sie haben seit 1996
fünf Tonträger veröffentlicht, zuletzt die CD/LP Rustic
Stomp auf One Million Dollar Records.
> 14 FRED IS DEAD
Dont Take Your Guns To Town (Johnny Cash)
Thomas Ganshorn: Gesang / Schlagzeug, Marion Gerth: Bass, Wolfgang Petters:
Gitarre. Aus dem Album Fred Is Dead Or Just In Preparation
(Hausmusik 1991).
Der Song war 1959, nach dem Weggang von Sun Records und dem Umzug von
Memphis nach Nashville, der erste Nr.1-Hit für CBS/Columbia.
Sitz der Band war bis 1999 nicht irgendeine Stadt, sondern Landsberg/Oberbayern,
wo Cash von 1951 an fast drei Jahre als Funkabhör-Spezialist des
Air Force Security Service gelebt, seine erste Gitarre von eigenem Geld
gekauft und in seiner ersten Band The Landsberg Barbarians gespielt hatte:
wovon die Band auf ihrem dritten Album Angst Vor im Song Heimat
(wir sind in der amerikanischen Zone geboren) erzählte. Band-Mitglied
Petters ist zugleich Leiter des Labels Hausmusik, das, vor dem Umzug nach
München, in den Jahren 1991 bis 1999 von Landsberg aus operierte
und dafür verantwortlich war, dass es in der Gegend mehr Bands als
Pferde gab. Zuletzt veröffentlichte Fred Is Dead 1999 das Album Mosaic.
> 15 DANNY DZIUK
Let The Train Blow The Whistle (Johnny Cash)
Danny Dziuk: Gesang/Instrumente. Aufgenommen und produziert von Dziuk
im Winter 2001 in seinem Studio.
Der Song erschien 1994 auf dem ersten Teil der Trilogie, American Recordings,
für die Cash den Grammy für das Folk-Album des Jahres bekam.
Der Berliner Singer/Songwriter ist auf vielen Aufnahmen von Stoppok und
Wiglaf Droste zu hören. Mit seiner Band Dziuks Küche hat der
Mann, der mit Chuck Berry gespielt hat, drei Solo-Alben veröffentlicht,
zuletzt Hauptsache Wind 2001 bei Ulftone Records.
> 16 BERNADETTE LA HENGST
Ein Mädchen namens Gerd
(T: B. Hengst/M: Hengst, Sergej Jensen)
Bernadette Hengst: Gesang / Produktion, Sergej Jensen: Gastmusiker. Aufgenommen
und abgemischt von Swen Meyer im Winter 2001. Musikverlag: Freibank.
Das Original A Boy Named Sue spielte Cash erstmals beim Konzert
im Gefängnis San Quentin im Februar 1969, und die Legende sagt, er
hätte den Song erst am Abend zuvor bekommen. Nach der Veröffentlichung
des Live-Albums At San Quentin ausgekoppelt, wurde der Song Nr. 1 der
Country- und Nr. 2 der Pop-Charts und Cashs meistverkaufte Single. Wobei
die Worte son of a bitch durch ein Piep ersetzt wurden. Teresa
Ortega erzählt in ihrem Aufsatz Johnny Cash As Lesbian Icon,
dass es neben Aussehen, Kleidung und Image speziell auch dieser Song ist,
der Cash zu einer Ikone lesbischer Frauen gemacht hat. Cash nannte das
Werk von Shel Silverstein the most cleverly written song I´ve
ever heard.
Bernadette Hengst war Sängerin/ Gitarristin von Die Braut Haut Ins
Auge; nach neun Jahren, einer Doppel-Single und vier Alben verabschiedete
sich die Mädchen-Combo mit dem Live-Album +1 auf der Gästeliste
2000. Ihr erstes Solo-Album kommt im Sommer 2002 bei Trikont. Ein
Mädchen namens Gerd erscheint auch als Vinyl-Single.
> 17 MANN OHNE SCHMERZEN
Big River
(Johnny Cash)
Nils Koppruch: Gesang/Gitarre/Orgel, Andreas Voß: Bass/Gitarre.
Aufgenommen und abgemischt von Koppruch/Voß im Winter 2001, mit
Dank an Paul Mayer. Verwendung mit freundlicher Genehmigung von L´age
d´Or, Hamburg.
Zum Song >Track 8
Koppruch und Voß haben mit der Hamburger Band Fink seit 1997 vier
Alben und zwei Maxis veröffentlicht (auf xxs und L´age d´Or).
Ob sie dieses Projekt leben lassen, wussten sie bei Redaktionsschluss
selbst nicht.
> 18 QUEEN OF JAPAN
Wanted Man
(Bob Dylan)
Koneko: Gesang, Jo Ashito: Gitarre/ Gesang/Programming, Jason Arigato:
Bass/Programming. Aufgenommen und produziert von Jason Arigato in der
Echokammer, München, im Januar 2002.
Der Song war ein Geschenk von Dylan an Cash und erschien zuerst 1969 auf
dem Album At San Quentin. Cash war von Dylan seit dessen erstem Album
1962 begeistert, und als Dylan wegen seiner elektrischen Band 1965 von
der Folk-Bewegung als Verräter gehasst wurde, verteidigte ihn Cash
schriftlich unter dem Titel: Shut up and let him sing! Verbunden
durch ihren Produzenten Bob Johnston kam es 1969 in Nashville zu einer
legendären, angeblich rein zufälligen Session im Studio, von
der offiziell nur Girl From The North Country auf Dylans Nashville
Skyline veröffentlicht wurde. Dylan spielt bis heute live immer wieder
Cash-Songs.
Das glamouröse Trio veröffentlichte 2001 drei Maxi-Singles und
das erste Album Nightlife In Tokyo (auf Erkrankung durch Musik/Angelika
Köhlermann). Ob sie von dort kommen, ist manchmal nicht ganz klar.
Ihre Wanted Man-Interpretation fügt sich in eine Reihe
mit Cover-Versionen von u.a. Kiss, Queen, Frank Zappa und sogar Tina Turner.
> 19 THREE SHADES OF BLUES
Gdje Je Kod Kuce, Mama
(Johnny Cash)
Ivica Vukelic: Stimme, Micha Acher: Trompete, Markus Acher: Schlagzeug,
Roberto di Goia: Orgel, Carl Oesterhelt: Conga, Uli Wangenheim: Baritonsaxophon.
Aufgenommen und abgemischt von Zoro Babel mit Tonassistent Tobi Verstärker
Frank im Januar 2002 im Club 2, München.
Der von Vukelic übersetzte Text ist die kroatische Version der deutschen
Version Wo ist Zuhause Mama des Cash-Hits von 1959 Five
Feet High And Rising. Cashs Original erzählt von einer Hochwasser-Katastrophe,
die er als Kind miterlebt hat. Sein Nr.1-Hit Don´t Take Your
Guns To Town im selben Jahr hatte jemand in Deutschland auf die
Idee zu einem Cover mit deutschem Text gebracht: Komm, leg die Knarre
weg sang Udo Jürgens 1960. Das wiederum brachte bei CBS in
USA jemanden auf die Idee, man könnte mit Cash selbst als Sänger
in deutscher Sprache den lukrativen deutschen Schlagermarkt testen.
Diese Aufnahme wurde zwar im Archiv begraben und erst 1978
auf dem Album Unissued Johnny Cash von Bear Family Records veröffentlicht,
gilt aber als Beginn der Welle US-Stars-Singen-Deutsch (vgl. Bernd Mathejas
Buch 1000 Nadelstiche). Die deutsche Version des Schlagertexters Joachim
Relin, die Vukelic ins Kroatische übersetzt, hat nicht viel mit dem
Text von Cash zu tun. Relin schrieb über Flüchten und Suchen.
Aus der Frage der Kinder nach dem Stand des Hochwassers, die mit five
feet high and rising beantwortet wird, wurde die Frage nach einem
neuen Zuhause, und analog zum steigenden Wasser lauten die Antworten dort
bei diesen Bergen, dann hinter diesen Bergen und schließlich
oben bei den hellen Sternen. Kein Soundtrack zum Thema Heimat
also, sondern zum Thema Migration.
Von der neuen Münchner Band, deren Mitglieder mit The Notwist, FSK,
Tied & Tickled Trio, Carlo Fashion und vor allem dem Club 2 verbunden
sind, erschien 2001 eine erste Single bei Dhyana Records. 2002 sollen
eine Single auf Plattendruck und eine Maxi auf Dhyana folgen.
Mit herzlichem Dank an alle beteiligten Künstlerinnen
und Bands für ihre Großzügigkeit und unkomplizierte Zusammenarbeit.
Spezieller Dank an Dr. Gerald Lubich und Peta Devlin.
Wichtigste Textquellen: Colin Escotts Booklets zu den drei CD-Boxes, die
das Gesamtwerk von 1954-1969 dokumentieren (Bear Family Records). Die
Autobiographie Cash im Palmyra Verlag.
Produzentin: Eva Mair
Grafik: Hias 26. 02. Schaschko
Mastering: M. Heilrath / bereich3.de
Foto: Cover © AP/Worldwide
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