IM CAMP KEIN DSCHUNGEL

Ach ja, wie mein Freund zu sagen pflegte, man darf sie ja nicht vergessen. Und den Dr. Ulf Porschardt ganz besonders nicht. Dem ja (nicht nur) die Oberleitung der drei bedeutendsten deutschen Musikmagazine obliegt.

„Auch die Autoren des RTL-Dschungelcamps gelten als Meister des hintergründigen Humors. >Genialisch< sei das, was denen so einfiele, jubelte Ulf Poschardt (sic; A.d.V.) anlässlich der sechsten Staffel in der Welt am Sonntag. Durch die >postmoderne Doppelkodierung< der Moderatoren böte RTL auch der >anspruchsvolleren Klientel< etwas“, meldet die Süddeutsche.

Hier was Nichtgenialisches für unsere anspruchslose Klientel: Porschardts „Agitation richtete sich aber eh nicht rational an politische Linke, sondern an jene jungen Bürgerlichen, denen nur ihr Musikgeschmack und ein Jucken im Unbewussten noch im Wege zu einem schwarz-gelben Kreuz in der Wahlkabine stehen. Denen widmet sich denn auch sein einziges Argument. Er formuliert es nicht selbst, sondern zitiert die Schriftstellerin mit dem peinlichen Pseudonym Thea Dorn, die der umkämpften poplinken Klientel das Vorurteil vorwirft, dass >alle – außer den Linken – dumpfe, katholische, saumagenfressende, homohassende, rassistische, Frauen-hinter-den-Herd-prügelnde Neandertaler sind.<

Das ist die ganze Palette der Wahlkampf-Angebote an die CDU-unwilligen Szene-Großstädter: Ihr dürft gerne feministisch, atheistisch, homosexuell euer Sushi fressen, wenn ihr doch nur endlich aufhören würdet, eure Klasse zu verraten und bitte endlich bürgerlich wählen würdet“, schrieb Diedrich Diederichsen schon 2010 in der Süddeutschen.

Ich bin nun doch jemand, der auf derartigen Unter-der-Gürtellinie-Journalismus reinfällt: Ich würde lieber im Haushalt von Dr. Thomas Goppel in entsprechender Kleidung täglich die Putzfrau machen als irgendwas zuzustimmen, das aus der Feder von Dr. Ulf Porschardt geflossen kommt, selbst wenn ich sein Monatsgehalt bekäme, ohne einen Finger krummmmachen zu müssen.

Auch Dr. Thomas Goppel wird leider immer wieder viel zu leichtfertig vergessen in diesen tumultuösen Zeiten. Aber er ist natürlich schon auch ein bisschen selbst daran schuld, wie man auf seiner Homepage leicht feststellen kann. Stammt doch die letzte Eintragung auf seiner Newsseite vom 12.11. letzten Jahres!

Nicht einmal zu einer öffentlichen Weihnachtsansprache konnte er sich letztes Jahr durchringen. Dabei war die des Jahres zuvor doch von einer Gültigkeit, dass er sie ohne große Veränderung hätte übernehmen können.

„23.12.2011 in Aktuell. Noch keine Kommentare.
Zur Jahreswende richtet der Vorsitzende der Gesellschaft zur Förderung der Augustinus-Forschung e.V., Dr. Thomas Goppel MdL, das Wort an die Mitglieder, Freunde und Förderer der Gesellschaft.

Liebe Freundinnen und Freunde in unserer Gesellschaft, verehrte Damen und Herren, geschätzte Gäste unserer Förderriege! Sicher nicht allein in unserem wieder gewachsenen Kreis von Mitgliedern bin ich, wenn ich bekenne, dass mich alljährlich rund um die Jahreswende Gedanken beschleichen, die aus der banalen Abrundung eines Jahres so etwas wie Endzeitstimmung werden lassen: Geht da wirklich nur 2011 zu Ende?“ (usw.)

Was kann denn nach so einem Einstieg noch Kommen? Mehr nicht als

ein Bild von meinem neuen Auto.

 

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