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DER DOKTOR IST DEFEKT

heißt ein Roman von Anthony Burgess – fürs neue deutschland habe ich was über einen viel mehr defekten Dr. getextet, der was zum „8. Mai“ getextet hat, das man nicht glauben kann, aber muss:

https://www.nd-aktuell.de/artikel/1199648.dominik-kaufner-mai-irgendwas-mit-sprache.html



AUS DEM TAGEBUCH EINES ÜBEREIFRIGEN MUSIKSTUDENTEN (29)

Manchmal muss es eine lange Wanderung sein. Abenteuer. Keine Planung. Keine leichten Wege. Wenn die Beine streiken, muss der Kopf weitergehn (bzw weiter gehn). Mit dem Anfang erkannte ich schon das Ziel, aber nicht den Weg. Wusste nur, wird lang sein. Und keinen Heli rufen, wenns hart wird. Ich startete bei

1 ISO 68: Here/There Played By – Hausmusik 2003 LP (A/B) – hatte ich am Tag der Bestattungsfeier für Nils Koppruch in Hamburg gekauft und mit Schlagzeug Florian Zimmer und Calexico als Kollaboration auf Track 1 gehts weiter zu

2 FRED IS DEAD: adhésif – Hausmusik 1998 EP (a/b) – womit ich das Ziel erkannte und mit dem ursprünglichen Schlagzeuger der Band Thomas Ganshorn (der mich bei einem gemeinsamen Auftritt in Wien mal mit einem Spontaneinstieg überraschte, weil er war ein zurückhaltender Mensch), hier jedoch am MCP 2000, gehts zu seiner einzigen Soloplatte

3 TODAY: Secrets – Hausmusik 2000 EP (one/two) – ist vielleicht erst nach seinem Suicide erschienen, ich weiß nicht mehr, und weil es eine echte (i.G. zu vielen anderen Sachen, die das nur behaupten) Fortsetzung von Krautrock ist, gehe ich weiter mit

4 TO ROCOCO ROT: s/t – Galerie Weisser Elefant 1996 LP (bag side/mouse side) – die beiden Seiten so genannt, weil auf der einen eine Tasche (mit roten Kreuz) gepictured ist und auf der anderen eine Maus, aber allein der Sound, genauer gesagt sowas wie die Grundeinstellung, trieb mich zu

5 IPPIO PAYO + GENE LABO: nobody answers questions – Geenger Rec/Echokammer 2021 EP (A/B) – Josip Pavlov mit seinem Ippio Payo Octett war mein Nr.1-Konzert letztes Jahr und den Titel von Track B2 hatte ich jetzt aufm Weg nicht aufm Schirm gehabt, „End of the road doesn´t mean end of the journey“ und so gings also fröhlich weiter würde ich als romantischer Labersack formulieren, nämlich mit dem Posaunisten Mathias Götz, der in München bei so ziemlich allen gern gefragt ist, die was aufm Kasten haben wie z.B. A Million Mercies oder Notwist, aber sein eigenes Ding ist

6 LE MILLIPEDE: Legs and Birds – Dyana Rec/Gutfeeling/Hausmusik 2022 DoLP (A) – die Seiten C/D mit Vogelstimmen, weil er auch ein versierter Hobbyornithologe ist, der mir sozusagen schon zu meinem Ziel vorausfliegt, aber ich bin noch nicht geschafft, sondern unterwegs mit

7 FARHOT: Kabul Fire Vol. 2 – Kabul Fire Rec 2020 LP (A) – war ein Tipp im Optimal Newsletter, erst danach entdeckte ich, dass er Haftbefehl u.ä. produziert hat, aber es ist sein eigener Stoff, der mich zum Fan gemacht hat, was ich schon lange bin von den 39Clocks, die nach Auflösung nen weiten Weg gingen wie etwa mit

8 THE COCOON: While the Recording Engineer Sleeps – Staubgold 2015 (Original Wilhelm Reich Schallspeicher 1989) LP (Two) – die Clocks in der Generationenverbindung mit den Jazzern Gunter Hampel und Thomas Keyserling, weniger eine neue Definition von Jazzrock als GarageJazz oder wie auch immer und in der Ignorierung von Regeln passend und nicht zufällig aufm selben Label

9 KAMMERFLIMMER KOLLEKTIEF: Désarroi – Staubgold 2015 LP (A/B) – ihre ersten Werke erschienen Ende 90er bei Payola im Hausmusik-Netzwerk, aber es hat ewig gedauert bis ich Gitarrist/Produzent Thomas Weber endlich mal kennenlernte über unseren Verleger Manfred Rothenberger von Starfruit Pbulications, mit dem Thomas das Buch „Nico“ hrsg. hat, aber dann hatten wir gleich auch Pläne, die noch nicht etc. und dann sah ich das Ziel mit

10 LE MILLIPEDE: Radical Hope – Radical Hope Rec 2026 LP (1-8) – Mathias Götz, siehe Punkte 5 und 6, jetzt auf seinem eigenen Label und (damit springe ich vom Vinylweg runter und lande wie vermutet im Ziel) als Gast bei

11 A MILLION MERCIES: Positive Vibes – Hausmusik 2026 Videotrack/Youtube oder Bandcamp – neu und lang von Wolfgang Petters, Mastermind von Hausmusik-Label und Hauptsänger/Gitarrist der zentralen Band, die nach einigen Jahren Pause wieder einzelne Tracks veröffentlicht hat und damit sehe ich im Rückspiegel einen sogar 30 Jahre langen Weg mit

12 FRED IS DEAD: Thief – Hausmusik 2026 Videotrack/Youtube – performed by Katja Raine: music/lyrics, Baritone Guitar, Vocals + Marion Epp: Bass, Omnichord, (aka Jimmy Draht/video) + Flow Zimmer: Drums, Philicorda + Wolfgang Petters: Guitars + Paul Niehaus: Pedal Steel Guitar. Und damit bin ich mehr munter als strapaziert und not dead und weiterhin wie ihre erste LP 93 hieß (Fred is dead) „…or just in preparation“ mit dem guten Rat „don´t take your guns in town“ in Landsberg gesungen von (siehe 2/3) Thomas Ganshorn.

(Mit der Notiz am Tag danach: alles besser ausführen… handschriftlich hinzugefügt jetzt: faule Sau!)



DIE STADT DER ARISIERTEN KAFFEEHÄUSER

bezeichnet und beschreibt Richard Schuberth die Stadt anlässlich des Megamusikevents, inklusive der damit verbundenen Bedingungen, Äußerungen und diversen Feinheiten und nicht so bekannten bzw. nicht so leicht-flott berichtbaren Details:

(Auszüge) Der Musikwettbewerb wird von einigen Ländern boykottiert, „Aserbaidschan indes ist wieder mit dabei. Jenes Land, dessen Armee im September 2023 etwa 100.000 Armenier aus Bergkarabach, die gesamte seit Jahrtausenden dort ansässige armenische Bevölkerung, vertrieben hat. Wer die einmütige Ökumene der Israel-Boykottierer auf ihre völlige Gleichgültigkeit gegenüber dieser ethnischen Säuberung hinweist, für den hat sie einen griffigen Begriff im Ärmel: Whataboutism (…)“.

Traditionell sensationell gastfreundlich „offerieren Wiener Cafés allen Teilnehmerländern Hauptquartiere (Eurofan Café). Bloß einem Staat wollte niemand Obdach geben, als sei er schon from the river to the sea im Mittelmeer verschwunden. Einzig der beherzten Initiative von Lisa Wegenstein von Artists Against Antisemitism verdankt sich, dass sich israelische Fans im Restaurant Kantine im Museumsquartier für zwei Wochen willkommen fühlen können. Jedenfalls hat sie die Stadt der arisierten Kaffeehäuser vor einer nationalen Schande bewahrt.“

https://www.derstandard.at/story/3000000319869/anti-israel-proteste-beim-song-contest-es-ist-das-alte-haessliche-lied?

Der Artikel ist eine Ergänzung zum neuen Buch von Richard Schuberth: 

https://edition-tiamat.de/books/vom-antisemitismus-der-keiner-sein-will



DER DRECKSACK BIN ICH

heißt der Dokfilm von Marcel Schreiter und M.Kruppe über den (Ost-)Berliner Dichter, Fotograf und Herausgeber der Literaturzeitung DreckSack: Premiere am Dienstag, den 5. Mai 2026 von 19 bis 22 Uhr im Kino am Markt (Markt 5, 07743 Jena) ein. Ich sage da auch paar Worte im Film, an die ich mich nicht erinnern kann, aber sie sind garantiert ziemlich viel Beifall klatschend.

Für die literaturinteressierten Leser*innen in diesem Block, die nicht immer nur Denis Scheck kucken: Die Produzenten dieser No-Budget-Produktion könnten noch etwas Förderung gebrauchen: Link zum Crowdfunding unten.

Mehr Information: „„Der DreckSack bin ich“ ist ein Film mit und über den Fotografen, Dichter und Herausgeber des „DreckSack – Lesbare Zeitschrift für Literatur“, mit Beiträgen der Autoren Franz Dobler, Johannes Jansen, Jan Off, Bert Papenfuß, Gerd Schönfeld, dem Journalisten und Fauser-Biograf Matthias Penzel, des Fotografen und Oscar-Preisträgers Michael Dressel u.v.a.m.

Anschließend wird diskutiert: Sowohl Florian Günther, als auch die beiden Produzenten des Films, Marcel Schreiter und M.Kruppe werden vor Ort sein und Rede und Antwort zu allen relevanten Fragen stehen. Wie kam es zu dem Film? Warum gerade Florian Günther und der DreckSack? etc.“

Trailer auf youtube: https://youtu.be/70Zop4IBPEk

Zum Crowdfunding: https://www.startnext.com/der-drecksack-bin-ich

Zum DreckSack:
www.edition-luekk-noesens.de/drecksack
www.facebook.com/drecksackberlin



BEI BILLER IN BERLIN

Den Kollegen Maxim Biller habe ich übrigens schon vor seinem ersten Buch sehr geschätzt und daran hat sich nichts geändert. Seinen neusten Kolumnentext – ein Blick in die Verwaltungsmaschine der deutschen Literatur – stehle ich nicht von der Zeit, sondern zitiere aus seinem persönlichen f-book vom 26.4.:

„UND DIE JUDEN? Was für ein freundlicher Mann! Und so bescheiden. Und so unprofessoral mit seinen Turnschuhen, der einfachen Jeans und der Salz-und-Pfeffer-Strickjacke, die genauso von Sage de Cret wie von Primark sein könnte. Wird so einer, wenn er bei einer Vorlesung über Hölderlin vorne am Katheder steht, von den Studenten überhaupt ernst genommen? Das waren meine ersten, unverschämten Gedanken, als Professor Steffen Martus im Einstein vor mir stand, Einstein Unter den Linden natürlich, bestes und einziges Kaffeehaus der vernarbten Stadt Berlin. Ich hatte ihn schon von Weitem kommen gesehen. Ich winkte, er winkte, und er lächelte mir so fröhlich zu, als hätten wir uns hier nicht verabredet, um eine schicksalhafte Meinungsverschiedenheit auszuräumen. Oder zu vertiefen.
„Avocadobrot – wirklich?“, sagte ich, nachdem er bestellt hatte. Und wieder dieses freundliche, fast beschämte Lächeln. „Das Gulasch“, sagte ich mit betont bärbeißiger, männlicher Stimme zum Kellner, „und bitte das Fleisch und die Knödel auf zwei verschiedenen Tellern!“ Der Professor lächelte immer noch, jetzt mechanisch. „Alle Juden bestellen wie ich“, sagte ich. „Mit unseren tausend Spezialwünschen gestalten wir jedes Gericht neu. Dasselbe machen wir seit Abraham und Moses mit unserem ganzen Leben, 24/7.“
Womit wir beim Thema waren. Als ich gehört hatte, dass es mal wieder eine neue Geschichte der deutschen Literatur gab – der zeitgenössischen Literatur, der Literatur, die ich liebte, hasste, bereicherte, der Literatur meiner Jugend und inzwischen viel zu erwachsenen Gegenwart –, bat ich den Verlag um ein kostenloses Rezensionsexemplar. Achtunddreißig Euro fand ich zu viel, bloß um im Register meinen Namen zu suchen und dann enttäuscht zu sein, wie selten ich vorkam, im Gegensatz zu meinen eingeborenen Widersachern. Das passierte mir bei dieser Sorte Standardwerk nämlich immer.
„Wieso kommen in Ihrem Buch, Ihrem Lexikon, Ihrer deutschen Literaturgeschichte praktisch keine Juden vor?“, sagte ich. „Kein Robert Schindel, dessen genialer Roman ‚Gebürtig’ so eine Art ‚Jahrestage’ auf jüdisch ist, keine Barbara Honigmann, kein Rafael Seligmann. Die Menasses kriegen jeder nur eine Zeile, und ich selbst bin nur der Nörgler ohne Werk, nerviger Stichwortgeber großer Debatten. Kein Wort über unsere Romane, unsere Prosa! Würden Sie fünfhundert Seiten über die Literatur der Weimarer Zeit und des Kaiserreichs schreiben, ohne den „Rabbi von Bachrach“ oder „Das Schloss“ zu erwähnen, würde schon der Verlagspförtner das Manuskript ablehnen.“
„Das ist keine Geschichte der Literatur“, sagte er verzagt. „Das ist eine Geschichte des neuen Deutschlands im Spiegel der Literatur. Ein politisches Buch.“ „Dann finde ich es noch absurder, dass darin keine Juden vorkommen!“ „Wieso?“ „Keine Juden in der Politik, heißt: keine Juden in der Literatur und am besten keine in Deutschland, oder?“ „Aber nein.“ „Doch! Warum verschweigen Sie Rachel Salamanders historische Rede zum Heine-Preis, in der sie ihre Enttäuschung über das Scheitern der deutsch-jüdischen cohabitation mit der rhetorischen Wucht eines Karl Kraus seziert? Bei Ihnen ist alles immer nur Pop, Pop, Pop, und sehr viel Strauß-Vater, Strauß-Sohn, Kracht. Haben Sie jemals von Benjamin Korns ‚Zeit’-Essays gehört, in denen er gleich nach 1989 als Deutscher und Jude das nationaltrunkene Deutschland vom Kopf auf die Füße gestellt hat?“ „Nein.“ „Sehen Sie.“
Als ich von der Toilette zurückkam, saß der Professor genau so da wie davor. Die Schultern nach innen gedreht, mit den lustigen Augen die fremde Umgebung nach Gefahr absuchend. „Sie können es mir ruhig verraten“, sagte ich, „warum keine Juden?“ „Ich weiß es nicht“, erwiderte er traurig, „aber ich werde darüber nachdenken.“ Und dann völlig überraschend, widersprüchlich, was auch immer: „Ich liebe Ihre Romane! Und wenn ein Schriftsteller groß ist, größer als ich selbst, traue ich mich gar nicht erst an ihn heran.“ Wie gebückt kann man durch seine eigene Literaturgeschichte gehen?, dachte ich und bestellte gönnerhaft die Rechnung. „Erst wenn Leute wie Sie, die die kollektive Erinnerung der Deutschen definieren“, zischte ich ihn gleichzeitig an, „erst wenn unsere Germanisten und Feuilletonisten begreifen, dass jüdisches Schreiben und Denken, dass jüdische historische Erfahrungen nicht im Getto stattfinden, sondern Teil des deutschen Hier-und-Jetzt sind, Teil der Deutschen-DNA, werde ich mich mit eurer Literatur versöhnen! Und erst dann wird sie vielleicht endlich auch eine neue Blüte erleben.“ „H-hm …“ „Mal was anderes: Wie sind Sie eigentlich Germanist geworden? Haben Sie als Kind viel gelesen?“ „Ich weiß es nicht“, sagte er – schon wieder. „Wirklich nicht?“ „Ich bin reingerutscht. Kennen Sie das nicht?“ „Nein“, sagte ich, „ich weiß genau, wer und was ich ohne das Schreiben wäre.“ „Meine Mutter war Friseurin“, sagte der stille Professor, „mein Vater ist gescheitert.“ „Ich verstehe“, sagte ich, obwohl ich überhaupt nichts mehr kapierte.
Auf unserem gemeinsamen Weg zur Friedrichstraße rauchte er noch schnell eine Kettenraucher-Zigarette. Er hatte es eilig. „Ich muss! Vortrag einer japanischen Germanistin über Franz Fühmann und seine ‚Traum-Erzählungen’“, sagte er beim Abschied. „Ich kenne von Fühmann nur das ‚Judenauto’, sagte ich, „bestes, ehrlichstes Stück deutscher Literatur über die bösen Nazideutschen. Sollten Sie unbedingt lesen.“
(DIE ZEIT, 23.4.26)


ANTISEMITISMUS IST DER BANKROTT GROSSER TEILE DER LINKEN WELTWEIT

DIE LINKE ist immer noch nicht zu verwechseln mit der Partei gleichen Namens und die linken Publikationen konkret und Jungle World sind weiterhin starke Posten gegen Antisemitismus und die „vollends entfesselte globale Intifada“ und den „vollkommenen Bankrott großer Teile der Linken weltweit“. Dazu die Fakten – und konkret mal wieder auch am Kiosk:

„Das aktuelle konkret-Sonderheft widmet sich Israels aussichtslosem Existenzkampf und der seit dem 7. Oktober vollends entfesselten globalen Intifada. In Interviews, Dokumentationen, Beiträgen und Kommentaren wird nicht nur die weitgehende Isoliertheit des jüdischen Staates, sondern auch der vollkommene Bankrott großer Teile der Linken weltweit deutlich. In dem Heft erscheinen neben Stücken, die in den letzten zweieinhalb Jahren in konkret zu lesen waren, ein umfangreiches Streitgespräch zwischen Richard Schuberth, Robin Forstenhäusler und Markus Ströhlein, sowie ein ausführlicher Beitrag zum Krieg zwischen Israel und Iran.“
Das Heft ist im Zeitschriftenhandel und über den Verlag bestellbar: https://konkret-magazin.shop/

 



AM HEUTIGEN TAG

also mein Geständnis, Bekenntnis könnte auch passen, dass ich zur Zeit lese, von Janet Flanner+Rebecca West+Martha Gellhorn „Im Herzen des Weltfeindes – Der Nürnberger Kriegsverbrecherprozess. Reportagen“ mit Fotos von Lee Miller (Edition Tiamat, 2026), und von Klaus Mann „Der Vulkan“ (Original 1939), und von Les Edgerton „Das grenzgeniale Pseudo-Kidnapping“ (Pulp Master, 2025), und ich werfe jeden Morgen ein paar Knochen, um rauszufinden, mit welchem dieser Hammerbücher ich weitermachen soll, ehe ich dann wahrscheinlich die Anweisung der geworfenen Knochen doch in den Wind schieße, also keine leichte Sache, wie es eben so ist mit Spitzenliteratur, und wie geht´s dann weiter, jedenfalls wird´s gehn, aber falls es morgen den Welttag der Knochenarbeit gibt, werde ich mich nicht dazu äußern.



SPITZENSATZ (109)

„PUNKMUSI VON DAHOAM“ 

(Eine Konzertankündigung, die mir die Frage stellt, Fortschritt oder Untergang? bzw. muss man es als Anzeichen für ein Comeback betrachten?)



DIE NACKTE HAUT

ist der Titel des neuen Kriminalromans von Robert Brack, ein Jazzroman, inspiriert vom echten Leben der Pianistin Jutta Hipp. Während Brack, damals mein Verlagskollege bei Edition Nautilus, mich beim Schreiben von Kriminalromanen beeinflusste. Seit 1988 hat er einen Stapel großartiger Bücher veröffentlicht, auch „Die nackte Haut“ ist wieder große Kunst.

Mein Artikel dazu im Neuen Deutschland geht so los: „Warum kann man sich schon lange Rechtsrock anhören, aber Rechtsjazz gibt’s immer noch nicht? Weil Jazz trotz eines Comebacks, das seit einigen Jahren, auch jenseits von Hochkultur, stattfindet, nicht populär genug ist? Oder weil AfD- und ähnliche Volkskörper sich auch musikalisch an traditionelle Vorgaben halten?“

https://www.nd-aktuell.de/artikel/1198560.die-nackte-haut-die-geister-und-der-jazz-damals-in-st-pauli.html?sstr=robert|brack



DIE WELT IN SCHACH HALTEN MIT DEM GEIST VON WIGLAF DROSTE

10.4.2026 20h Kulturwirtschaft Walden, 86695 Nordendorf

11.4.2026 20h Optimal Plattenladen, München, Kolosseumstr. 6

EIN ABEND IN MEMORIAM WIGLAF DROSTE

mit Christof Meueler

und seiner Droste-Biografie „Die Welt in Schach halten“ (Edition Tiamat)

Als Gast Franz Dobler: liest Texte und Gedichte

Mit Unterhaltungsmusik von Singer-Songwriter Droste

mit Bela B, Danny Dziuk, Spardosen Terzett

WIGLAF DROSTE

(verstorben am 15. Mai 2019 mit 57) war Autor, Sänger, Vorleser und einer der bekanntesten und schärfsten deutschen Satiriker. Gefürchtet und gefeiert als „der Kurt Tucholsky unserer Tage“ (schrieb Willi Winkler in der SZ). Seine 40 Bücher und 20 Tonträger sind auch Dokumente eines wilden Lebens, das Biograf Christof Meueler mit Berichten von Weggefährten wie Vincent Klink, Bela B, Danny Dziuk, Max Goldt, Friedrich Küppersbusch oder seinem langjährigen Verleger Klaus Bittermann so detailliert wie spannend dargestellt hat.

ZUM BUCH die taz: »Minutiös zeichnet Meueler nach, aus welcher Zeit Droste kommt und vor welchem Erfahrungshorizont er spricht. Immer wieder lässt der Biograf Weggefährt*innen zu Wort kommen. Durch diese Technik der Montage entsteht ein Bild des Satirikers, das wohl nicht vollständiger und trotz Meuelers sympathisierenden Zugangs nicht differenzierter sein könnte.«

CHRISTOF MEUELER lebt in Berlin und war 21 Jahre Wiglaf Drostes Redakteur. Seit 2019 leitet er das Feuilleton von neues deutschland. Er veröffentlichte u.a. die Biografie über den legendären Hamburger Musikverleger Alfred Hilsberg „Das Zick-Zack-Prinzip“, „Die Trikont Story“ (mit Franz Dobler) und „Rausch und Terror“ (mit Bommi Baumann).

FRANZ DOBLER Autor von Romanen, Gedichtbänden etc., war ein langjähriger Freund und Verlagskollege von Wiglaf Droste, der eine Johnny-Cash-Biografie von ihm forderte und ihm dafür eine Hauptrolle in seiner Roman-Revue „Schalldämpfer“ gab. Zuletzt erschien „Ein Sohn von zwei Müttern“.

DROSTEBÜCHER zB https://edition-tiamat.de/unsere-autoren/droste-wiglaf