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PLATTE DES MONATS

In der neuen Ausgabe von konkret habe ich in der Rubrik „Platte des Monats“ über das gestern veröffentlichte Album Warte mein Land, warte (Staatsakt/Fun In The Church LP-CD-DL) von Ozan Ata Canani geschrieben. Auszug: „Orient-Beat gegen Nazi-Rock, Canani-Lieder gegen Politiker-Sonntagsreden, „Kanak Sprak“ gegen die „Heimatschutz“-Armee. Denn „wir sind ja nicht zum Spaß hier“ (Deniz Yücel).“



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die vielleicht größte, auf jeden Fall großartige Ausstellung – ein riesiges Lexikon – Wissen & Unterhaltung – beste Gestaltung – unzählige Illustrationen & Dokumente – und ständig neue Kapitel: https://www.wir-juden.com/

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Ein Ausschnitt aus dem PIRATEN-Zimmer: „Jamaica – Jewmaica. 1655 eroberten die Engländer unter Admiral William Penn Jamaica von den Spaniern – mit Hilfe einer Freiwilligenarmee aus jüdischen Piraten. Bis zum 18. Jahrhundert war Jamaica die Hochburg jüdischer Piraten mit Port Royal als Zentrum. Den jüdischen Piraten bot Jamaica ideale Bedingungen  für Angriffe auf spanische und portugiesische Schiffe. Damit verbunden war die Genugtuung, sich für die Inquisition zu revanchieren, bei der viele Mitglieder  ihrer Familien gefoltert, getötet oder zur Konversion gezwungen wurden.“

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„Wappen jüdischer Piraten von Jamaica“



NICHT TOT ZU KRIEGEN (10) / EIN SCHLAG INS GESICHT (31)

Nina Grosses Verfilmung „Nicht tot zu kriegen“ meines Romans „Ein Schlag ins Gesicht“ ist für den Deutschen FernsehKrimi-Preis nominiert. Unter den neun Filmen, die glauben, eine Chance zu haben, sind gefühlte 99 Polizeiruf- und Tatort-Folgen. Ich habe nur eine Frage, gibt es schon einen Hinweis, was Donna Leon in der Dampfnudelsuppe gesucht hat?

Die Verleihung am Freitag, 4. Juni 2021. Der Film mit u.a. Iris Berben, Marianne Mendt, Murathan Muslu, Barnaby Metschurat ab 26.5. in der ZDF-Mediathek. Live am 28.5. ZDF 02:30h.

http://fernsehkrimifestival.de/fernsehkrimipreis/

Klett-Cotta :: Ein Schlag ins Gesicht - Franz Dobler Mein Anwalt hat mich erneut darauf hingewiesen, keine Filmfotos abzubilden. „Aber es gibt kein Plakat oder sowas zum Film.“ Das wird kein Gericht interessieren. „Wofür interessiert sich das Gericht?“ Für die Quote. Sagt mein Anwalt.



THE MOST BEAUTIFUL

and friendly videotrack in these times is the brandnew oriental-beat-dance-track Alle Menschen dieser Erde by Ozan Ata Canani, and his album is out end of the month at Fun In The Church / Staatsakt:

https://www.youtube.com/watch?v=JpBeZknb-Cg



ES IST EIN GUTER TAG UM

in einer stürmischen Musikwelt, die heute einen ihrer höchsten Feiertage begeht, auf den extremtalentierten afghanischen Singer-Songwriter Farhad Jooyenda Sidiqi hinzuweisen, der nicht weniger Stürme als Dylan überlebt hat.

Nicht einmal die Taliban haben es geschafft, seine Musikkarriere abzuschießen. Farhad lebt seit neun Jahren in Deutschland, er hat jetzt mit Band, nach vielen Konzerten und Einzelveröffentlichungen, sein erstes Album „Nafas“ eingespielt. Aber das Album muss noch ins Presswerk und auch wieder rauskommen.

Deshalb bitten wir unsere Abonnent*innen um Unterstützung seines Crowdfundings: Wer nach den ersten Biergartenbesuchen noch was im Kopf und auf Tasche hat, kann u.a. ein Vinylalbum,  Percussionunterricht oder ein Konzert einkaufen. Wir können sogar versichern, dass es sich dabei zusätzlich um die beste Alterssicherung handelt, die man sich besorgen kann. Hier die Kampagne: www.startnext.com/Farhadjooyenda Seine Musik auf YouTube: Farhadj Ooyenda

Zum 80. Geburtstag von Bob Dylan liefert unsere Musikredaktion natürlich einen ganz abseitigen Punkt: „Mit dem Hintergrund, Jesus habe dem Radikal-Christen Chapman den Mord (an John Lennon) befohlen, spekuliert Swenson noch weiter: „It’s a lot easier to understand Bob Dylan’s unfathomable switch to ‚Born Again‘-Christianity in the wake of Lennon’s assassination.“ (aus Rock´n´Roll Fever von Sieber/Dobler)
Wir bedanken uns heute bei allen existierenden und erdichteten Gottheiten dafür, dass Bob Dylan schon so lange durch die Musikwelt geistert und bitten um Extremverlängerung. Nein, fordern.
Ist möglicherweise ein Bild von 1 PersonNot Dark Yet - Wikipedia


IN EIGENER SACHE – ES REICHT

Ich mache hiermit bekannt, dass ich meine Zusammenarbeit mit der Tageszeitung junge Welt nach 24 Jahren und ca. 400 Texten beende, weil ich die Haltung des Blatts btr. Nahost-Konflikt als israel-feindlich einstufen muss und damit auf keinen Fall in Zusammenhang gebracht werden möchte.

In den letzten Tagen hagelte es im Blatt Äußerungen, die weit über eine mehr oder weniger berechtigte Israelkritik hinausgehen – um nur zwei katastrophale Beispiele anzuführen: „Der vom israelischen Militär gemeldete stundenlange Beschuss mit Hunderten Raketen aus Gaza ist für die in ihre Bunker geeilten Bewohner der grenznahen israelischen Städte sicherlich traumatisch (…) Doch bei den meisten dieser Raketen handelt es sich um selbstgebaute primitive Flugkörper mit wenig Sprengkraft und Reichweite…“ (12.5.) Oder: Die „geballte Militärmacht“ Israels werde „gegen Widerstandsgruppen in Gaza“ eingesetzt (15.5.)

Innerhalb der jungen Welt habe ich in den 24 Jahren, in denen ich für das Feuilleton schrieb, immer mal wieder derartige einseitig-verzerrte Beiträge, die immer auch die bei allen Tageszeitungen zu beobachtenden Unterschiede zwischen den Redaktionen (Außen-)Politik und Feuilleton markierten, mitbekommen und hingenommen. Jetzt reicht es, die Entwicklung von Israelkritik zu Israelfeindschaft macht es mir jetzt unmöglich, weiterhin solidarisch zu sein.

Ich bedanke mich bei denen, die mich und meine Arbeiten von 1997 bis gestern begleitet haben: Conny Lösch, Christof Meueler, Peter Merg. Bessere RedakteurInnen kann man nicht kriegen. Mit schlechteren RedakteurInnen will ich auch weiterhin nichts zu tun haben.

Franz Dobler, Bergkirchen/Dachau 18. Mai 2021



IM RÜCKSPIEGEL

https://www.muenchner-stadtbibliothek.de/veranstaltungen/details/pop-punk-politik-die-1980er-jahre-in-muenchen-10455

„Mit vielen Dokumenten, Fotografien, Medien und Geschichten ruft „Pop, Punk, Politik“ die 1980er in Erinnerung. Dazu zählen Fanzines, Radiotexte, Songtexte und Lyrics, Manuskripte, Manifeste und Starschnitte ebenso wie die damals neue Do-It-Yourself-Strömung (DIY). Die Ausstellung skizziert ästhetische Verfahrensweisen der Subkultur für eine heutige Debatte über Emanzipation und die Verwegenheit der Revolte.

Pop Punk Politik – Die 1980er Jahre in München ist als ein sich über mehrere Monate entwickelndes Projekt konzipiert. Die Ausstellung versteht sich als erster Impuls und Einladung zur Beschäftigung mit Ästhetik und Verfahrensweisen der Textproduktion der Subkultur der 1980er Jahre in München. Während der Laufzeit wird sich die Monacensia weiterhin in den Austausch begeben, um Lücken im literarischen Gedächtnis der Stadt zu schließen und gemeinsam neues Wissen zu schaffen. Die Geschichte wird weitererzählt: digital und analog.“



SCHON SELTSAM

dass ich hier gestern meinen Freund Wiglaf Droste erwähnte, ohne im Kopf zu haben, dass er gestern vor zwei Jahren gestorben ist. Wurde ich erst heute daran erinnert. Ich erinnere mich, wie er sich bei unserem letzten Gespräch am Telefon eine Woche vor seinem Tod verabschiedete: „Jetzt schaue ich mir ein paar Filme von Sam Peckinpah an, ich weiß noch nicht, womit ich anfange, ich glaube The Wild Bunch.“ Und ebenfalls gestern musste ich eine Geschichte regeln, bei dir ich ihn sozusagen an der Hand hielt. Schon seltsam. Das ganze Leben ist eigentlich vor allem seltsam.

Ganz neu & fast neu bei Edition Tiamat



IN DEUTSCHLAND IST MAN SICH

seiner historischen Verantwortung ziemlich bewusst und schafft es sogar, dieses großartige Gefühl mit dem Willen zu Deeskalation zu verbinden:

„Zuvor hatte die Kommune auf Bitten der Deutsch-Israelischen-Gesellschaft vor ihrem Rathaus die israelische Flagge gehisst, um auf die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Israel und Deutschland am 12. Mai 1965 hinzuweisen. Zuvor hatte die Kommune auf Bitten der Deutsch-Israelischen-Gesellschaft vor ihrem Rathaus die israelische Flagge gehisst, um auf die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Israel und Deutschland am 12. Mai 1965 hinzuweisen. Der parteilose Bürgermeister Erik O. Schulz sagte, mit dem Abnehmen der Flagge habe sich die Stadt Hagen keineswegs in dem aktuellen Konflikt politisch positioniert. Es gehe nur um eine Deeskalation.“ (14.5.)

https://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/hagen-stadt-haengt-israelflagge-ab-aus-sorge-vor-antisemitischen-krawallen-a-fdd405c0-f565-4e28-bbf8-69a5cf0cea82

Als langjähriger Deeskalationsmanager schlage ich vor, Deutschland schenkt den Palastinensern mal ordentlich Land, auf dem sie tun können, was sie wollen, also ein Staat mit eigenem Geld und Militär und was es sonst so braucht. Wie wär´s mit Bayern? Ich bin mir sicher, dass dieser traditionell großherzige Stamm sofort einverstanden ist. Demokratische Abstimmung, das ist klar.

Bombardiert Belgien ist der Titel eines Buchs von Wiglaf Droste, aber das ist eine ganz andere, wenn auch ziemlich naheliegende Geschichte, die jetzt hier allerdings zu kompliziert ist, also nicht nur für mich und Hagen …



KEINE DISKUSSION

Ist möglicherweise ein Bild von Text „jfda.de @JFDA_eV f @juedischesforum @jfda_e ev Unabhängig davon, wie man den aktuellen Konflikt im Nahen Osten be- wertet, steht fest: Jüdinner und Juden in Deutschland für die israelische Politik verantwortlich zu machen, ist falsch. Wer als Reaktion auf israelische Luftan- griffe im Gazastreifen Synagogen in Deutschland angreift, äußert sich nicht zum Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern und übt auch keine Kritik an Israel, sondern handelt schlichtweg antisemitisch. JFDA Jüdisches Forum für Demokratie und Antisemitismus undgegenAntisemitismus e.V.“