Bildung

TRÄUM DEN KEBAB

Hier der Link zum großartigen Essay „Kebabträume in der Mauerstadt“, für den Ulrich Gutmair mit dem Michael-Althen-Preis für Kritik ausgezeichnet wurde, featuring DAF, Ozan Ata Canani, Aras Ören u.a.

Auszug: „Für die Generation X gehört Kebabträume zum Pop-Kanon, die Jungen von heute kennen das Lied nicht mehr. Bei Deutsche Freunde ist es umgekehrt. Als Imran Ayata und Bülent Kullukcu vor einigen Jahren Lieder für ihre Kompilation Songs of Gastarbeiter sammelten, ging Ozan Ata Canani ins Studio und nahm Deutsche Freunde noch einmal auf. Das Lied war bereits in den Nullerjahren von einer neuen Generation wiederentdeckt und vielleicht jetzt erst richtig verstanden worden. Dieser Tage erscheint Ozan Ata Cananis erstes Album Warte mein Land, warte beim Berliner Label Staatsakt. Atas Deutsche Freunde wurde ursprünglich auf einer Kassette veröffentlicht, die man in türkischen Läden kaufen kann. Es dringt nicht zum Mainstream durch, wenn man davon absieht, dass Ata 1982 mit seiner Band bei Bios Bahnhof im deutschen Fernsehen auftritt.“

Hinweis: Songs of Gastarbeiter Vol.2 erscheint bei Trikont am 14.1.2022

https://www.merkur-zeitschrift.de/2021/04/23/kebabtraeume-in-der-mauerstadt/?fbclid=IwAR2qcIjUhBX_I0FIG4AEI3kIlkkzKbVdKFxPAAK9qcs7f_dmwzlsdY3JWro



ENDLICH HAT MAN WIEDER MEHR

Zeit für die permanente Fortsetzung des eigenverantwortlichen Generalstudiums, um es mal extrem positiv auszudrücken:

Ist möglicherweise ein Bild von Baum und Text „konkret POLITIK & KULTUR 12/2021 Notstand für alle! Mangelwirtschaft Kapitalismus Europas Ostfront Flüchtlings- bekämpfung in Polen Schrottpresse Skandal im Hause Springer Erste Welt, dritter Schuss Die ungleiche mpfstoffverteilung Friede den Hütten Der Trend zum Tiny House 6,50€ 4:7,60€ G1261LF“



BIS HITLER LINKS

Immer wieder oder sogar viel zu oft sind wir mit Informationen konfrontiert, die wir nicht glauben können, weil wir nicht glauben können, dass wir noch nie davon gehört haben. Zum Beispiel mein Vater, er war Österreicher und hat dort immerhin achtzehn Jahre gelebt, ehe er nach Deutschland zur Wehrmacht ging. Aber davon hat er mir nie erzählt und ich habe es auch sonst eben noch nie von irgendeinem Haberer gehört oder davon gelesen, obwohl ich schon Einiges oder auch zuviel von Austriaken – Bayer, Wiener, Artmann, Handke, Bernhard, Jelinek, Qualtinger, Mayröcker, Jandl, um nur schnell ein paar zu nennen, ja Mensch, habe ich eigentlich jemals von anderen Landsleuten was gelesen!? – gelesen habe, um jetzt endlich bei Ruth Klüger in „weiter leben“ davon zu erfahren:

„Einmal sind wir im Auto nach Italien gefahren, auf Sommerfrische, und als wir über der Grenze waren, mußten wir auf der anderen Straßenseite weiter, wie komisch, denn in Österreich fuhr man bis Hitler auf der linken Seite.“

Es ging also bergab, als sie rechts weiterfuhren? Wäre doch also eine gute Idee, wenn sie jetzt wieder links fahren würden, damit es auch wieder einmal besser wird. Nein? Kann mir jemand das Gegenteil beweisen?



WWWW =

WER WAS WISSEN WILL :

Jungle World Cover Ausgabe 45

Inland

Elke WittichErst seit Beginn der Covid-19-Pan­demie wird Impfablehnung als Problem erkannt

Paul SimonHohe Energiepreise verschärfen politische Konflikte bei der Klimapolitik

Fabian KunowDer Europäische Gerichtshof könnte das Geschäftsmodell der Schufa in Frage stellen

Jens WinterDie Präsidentin der Humboldt-Universität zu Berlin hat ihren Rücktritt angekündigt

Thorsten MenseSachsen, die die Coronamaß­nahmen ablehnen, gibt es zuhauf

Johannes SimonEin neues Gutachten im Todesfall Oury Jalloh bestärkt Zweifel an der offiziellen Version



ENDLICH WURDE AUFGEDECKT

was bei diesem sog. Impfen nämlich wirklich passiert! (Das Foto ist beweiskräftig genug, um beim Bundesverfassungsgericht eingereicht zu werden!)

Howard Hastings - Original Pulp Magazine Cover Art (1920-1930). | Lot #2135  | Heritage Auctions



DAS GLAUBE ICH ABER SOFORT

„Auf den Listen der 100 besten deutschen Filme, erstellt vom Deutschen Kinemathekverbund oder vom NDR, die solche Titel enthalten wie Die Supernasen, Manta Manta, Die Mädels vom Immenhof, Wenn der Vater mit dem Sohne, Schulmädchenreport oder Das Boot, taucht der Name Brasch – man glaubt es kaum – nicht auf.“ (Thomas Rothschild)

https://www.kultura-extra.de/film/feuilleton/DVD_ThomasBrasch_filmeditionsuhrkamp.php

Vielleicht hätte ich besser abwarten sollen, was Elke Heidenreich dazu veräußert, aber ich dachte, ich riskiere das mal, wir leben ja schließlich in einer freiheitlichen Kreativwirtschaft.

U1 zu Engel aus Eisen



JUBILÄUM UND ALMANYA

Imran Ayata (Ende November erscheint bei Trikont das lang und heiß ersehnte Album „Songs of Gastarbeiter Vol. 2“, das er gemeinsam mit Bülent Kullukcu zusammengestellt hat) hat für die FAZ ein Beitrag über 60 Jahre Anwerbeabkommen geschrieben. Hier der Anfang:

„Die Türkische Gemeinde in Deutschland hatte Anfang Ok­­tober zu einem Festakt ins Haus der Kulturen der Welt in Berlin eingeladen. Gefeiert wurden 60 Jahre Anwerbeabkommen zwischen Deutschland und der Türkei. Durch die Festveranstaltung führte die Publizistin Ferda Ataman, die gleich zu Beginn die schöne Idee hatte, Vertreter der ersten Generation im Saal zu feiern. Sie sollten sich erheben, damit Applaus aufbranden konnte. Es dauerte eine kleine Weile, dann standen zwei, drei Männer auf. Viel mehr waren auch nicht an­wesend. Es gibt kaum ein passenderes Bild dafür, wie in Almanya dieses Jubiläum begangen wird.“

https://m.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/60-jahre-anwerbeabkommen-zwischen-deutschland-und-tuerkei

https://trikont.de/shop/themen/turkische-musik-turkish-sounds/songs-of-gastarbeiter-vol-1/?tab=tracks

Songs Of Gastarbeiter Vol. 1 (2014, CD) - Discogs mit dem großartigen Ozan Ata  Canani auf Track 1 mit „Deutsche Freunde“:

https://www.youtube.com/watch?v=BcS377EZOxY



BILD DIR KEINE MEINUNG

Kaum habe ich heute seit langem wieder die Kombination „Bild-Zeitung“ in die Welt geschrieben, bekomme ich eine Antwort von meinem PC. Werde ich beobachtet? Das wundert mich nicht. Denn mit Brecht weitergedacht: Jemand muss die Beobachter beobachten … Hier meine Cut-Up-Version des Berichts von Martin Zeyn, der heute bei BR-KulturBühne mit Datum von morgen erschienen ist, weil er erst morgen um 8:30 in der BR-Sendung KulturWelt gesendet werden wird, falls er gesendet werden wird:

„Im Zweifel für den Angeklagten, muss auch für Reichelt gelten, auch wenn seine Zeitung Bild diese Maxime oft genug mit Füßen getreten hat (…) Der Ippen-Verlag, zu dessen Gruppe unter anderem der Münchner Merkur, die Münchner TZ, die Frankfurter Rundschau und der Westfälische Anzeiger gehören, setzte deswegen sein investigatives Recherche-Team auf den Fall an“. Dem wurde nun „per Mail und mündlich mitgeteilt, dass ihnen eine für „Sonntag, 17. Oktober 2021 geplante Berichterstattung über Machtmissbrauch gegen Frauen und weitere Missstände bei Axel Springer SE und insbesondere die Person Julian Reichelt, BILD Chefredakteur“ untersagt wird. Das Investigativ-Team kritisierte diese Entscheidung in einem Schreiben hart, das von Jan Böhmermann auf Twitter veröffentlicht wurde.  (…) Was sich die Geschäftsleitung des Ippen-Verlags nicht traute, legt jetzt die New York Times vor. Hier wiederholt eine Mitarbeiterin, die aus Angst vor Nachteilen, anonym bleiben will, die Vorwürfe gegen Reichelt. Er habe Journalismus, Firmengelder und Sex miteinander verwoben. Frauen, die ihm gefügig waren, wurden befördert, verloren aber ihre Jobs zum Teil wieder, wenn sie sich später verweigerten. Einer Mitarbeiterin, die ihrer Aussage zufolge eine Äffare mit Reichelt hatte, habe der Chefredakteur eine Einmalzahlung von 5000 Euro autorisiert, von der sie niemanden habe erzählen sollen. In der NY Times heißt es: „That’s how it always goes at Bild.[…] Those who sleep with the boss get a better job.” 

https://www.br.de/kultur/bild-reichelt-ippen-verlag-stoppt-aufklaerung-100.html?fbclid=IwAR0HSF1Xa81YJgVDjICd-g72EgPLad0RmFBiTS6z3xxUFrdWJj-ghebok2I

Mein Anwalt sagt dazu: „Gegen die NY Times klagen ist sicher kein Spaziergang. Aber wir sind ja nicht auf die Welt gekommen, um dauernd Spazieren zu gehen!“ Ich bin wie meistens anderer Meinung.

Aktualisiert 19:07: Der Mann wurde gefeuert. (So what)



ENDLICH IST AUCH FÜR MICH

der richtige Schulungskurs dabei: „3 Geheimnisse, wie du ein Buch erfolgreich konzipierst, schreibst und fertigstellst.“ Ich erwarte dabei keine Aufklärung, warum die Lehrerin lacht; außer das ist eines der Geheimnisse). „Die beste Zeit, um

Mädchen-in-Wiese.jpg ein Buch zu schreiben, ist jetzt“, heißt es zu diesem Werbefoto, das von einem Werbefoto ergänzt wird, auf dem eine junge Frau lacht und dabei mit der linken Hand ein Buch hält und mit der rechten einen Hund streichelt. Endgültig überzeugt hat mich dann das Versprechen „Diese Masterclass ist genau das Richtige für dich, wenn … ✔️ … du Kinder hast, berufstätig bist, keine Zeit hast und trotzdem dein Buch schreiben möchtest“, dass es eine Sondersteuerabgabe für Pandemieprofiteure geben sollte, auch, wenn nicht sogar vor allem in Österreich. (Copyright Foto: ichschreibe.at, aber das Foto mit dem Hund möchte ich hier nicht zitieren).


RASSISMUS FÜR DEN GEHOBENEN BEDARF

Wolfgang Pohrt lesen ist ein bewährter Impfstoff gegen ziemlich viele Dummheiten. Die bisherigen Bände des Gesamtwerks, ebenfalls bei Edition Tiamat, wird man vor der Wahl nicht mehr schaffen, aber schon mit diesen beiden Vorträgen ist man garantiert nicht auf der sicheren Seite:

edition-tiamat.de / „Pohrt plädiert für offene Grenzen und ruft ins Bewusstsein, »daß die Zugehörigkeit zur bundesrepublikanischen Gesellschaft nicht auf den Banden des Blutes und der Scholle basiert, sondern auf erworbenen und daher von jedem erwerbbaren Kenntnissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten.«“

„Wolfgang Pohrt (* 5. Mai 1945: † 21. Dezember 2018) studierte Soziologie, Psychologie, Politische Wissenschaften und Volkswirtschaftslehre in Frankfurt und Berlin. 1976 erschien seine Dissertation »Theorie des Gebrauchswerts«. Er arbeitete von 1974 bis 1980 als Assistent am Lehrstuhl für Soziologie an der Universität in Lüneburg. Danach war er freier Publizist und veröffentlichte in zahlreichen Zeitschriften. Von 1990 bis 1994 erstellte er im Auftrag der von Reemtsma ins Leben gerufenen Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur Studien über das »Massenbewusstsein« in Deutschland, die sich methodisch an Adornos »The Authoritarian Personality« orientierten. Im Auftrag dieser Stiftung arbeitete Pohrt 1995-1996 an einer Untersuchung über Bandenbildung. Danach Tätigkeiten in verschiedenen Forschungsbereichen. Erst 2011 schaltete sich Wolfgang Pohrt wieder in die öffentlichen Debatten ein, hielt Vorträge und publizierte weitere Bücher.“

»Wolfgang Pohrt ist ein richtiger Chaot, der manchmal schlimme Sachen schreibt und dennoch oder vielleicht deshalb Geschichten aufreißt, die wir einfach routinemäßig plattgesessen haben.« Hermann L.Gremliza