Bildung

ÜBER DIE GRENZEN

 Eine neue Ausstellung im Jüdischen Museum Augsburg Schwaben:

https://www.jkmas.de/2019/06/das-neue-programmheft-ist-da/



BTR LÜGENPRESSE

Eine Begriffsforschung von Markus Liske in der Jungle World vom 20.6. mit dem Themenschwerpunkt „Reporter mit Grenzen – Der Rechtspopulismus bedroht die Pressefreiheit in Europa“:

„Zwar lässt sich die Verwendung des Begriffs auch bei Linken zahlreich nachweisen, aber als Topos ist »Lügenpresse« genuin rechts. Fälschlicherweise wird der Begriff gern dem Nazi-Propagandaminister Joseph Goebbels zugeschrieben. Tatsächlich ist das Wort bereits im 19. Jahrhundert aufgekommen, schon damals gerne garniert mit dem Adjektiv »jüdisch«.“ Der ganze Artikel hier:

https://jungle.world/artikel/2019/25/unwissenheit-ist-staerke

Die aktuelle Ausgabe:



DAS IST DOCH EIN VERDAMMT INTERESSANTER ARTIKEL

zum Jubiläum des Grundgesetzes, möchte ich mal behaupten. Allerdings nicht geeignet für Leute mit paranoiden Neigungen!

https://jungle.world/artikel/2019/20/keine-rechtsextremen-nirgends



DIE PRESSEFREIHEIT

lässt sich heute bestens feiern mit diesem Artikel aus einem Magazin, das der Führer damals lieber nicht gefeiert hätte, obwohl er an der Geschichte des Alexander Gauland natürlich schon interessiert gewesen wäre:

https://jungle.world/artikel/2019/14/die-speerspitze-des-bildungsbuergertums

Ebendort übrigens auch die lustige Serie „Lahme Literaten“.



CAVALIERI ERRANTI

Eine weitere historische Recherche von Egon Günther jetzt als Sonderdruck: „Cavalieri Erranti – Revolutionäre Deserteure und Refraktäre aus Italien während des ‚Großen Krieges‘ und danach“.  70 S., Din-a-4. Hrsg. und zu bestellen bei: www.kulturladen-westend.de

„Internationalismus galt in der Arbeiterbewegung als hoher Wert, dem die großen Parteien und Gewerkschaften sich allerdings nur in seltensten Fällen gewachsen zeigten. Mehr als ein Lippenbekenntnis war der Internationalismus für die meisten nicht. Verwirklicht wurde er nur von einer Minderheit überzeugter Individuen, wie Egon Günther in seinem Vortrag über die Cavalieri Erranti zeigt. Er geht der Lebensgeschichte italienischer Sozialisten und Anarchisten nach, die es nach dem Eintritt Italiens in den Ersten Weltkrieg vorzogen zu emigrieren, viele in die Schweiz oder nach Deutschland und Ungarn. In ihren Gastländern waren diese Emigranten oft weiter politisch aktiv. Ihre Spuren finden sich bei der Besetzung des Vorwärts-Gebäudes im Januar 1919 in Berlin, im Schweizer Landesstreik und in den Kämpfen um die bairische und die ungarische Räterepublik im Frühjahr 1919.“

Egon Günther Bayerische Enziane

hrsg. Egon Günther/Heribert Becker im Verlag Peter Engstler



DENKRAUM HANNAH ARENDT

Jazzclub Augsburg, 18.3. 19h: Impulsvortrag: Prof. Dr. Llanque, Lehrstuhl für Politische Theorie Universität Augsburg * Moderation: Dr. Barbara Staudinger, Jüdisches Museum Augsburg Schwaben * Musik: Eva Gold * Veranstalter: Friedensbüro Augsburg



JEAN AMÉRY UND DIE BDS-TRUPPE

Die Unterstützerliste der antisemitischen und Anti-Israel-Kampftruppe BDS („Boycott, Divestment, Sanctions“) hat ja, mal ziemlich freundlich gesagt, auch was Gutes: Man findet da immer wieder Namen von KünstlerInnen, die man dort nicht finden wollte, und ist gezwungen, sich zu fragen z.B. wissen die, was sie tun? Hätte man es an ihren Werken schon lange erkennen müssen? Wurden sie zur Unterstützung gedrängt oder haben sie sich vorgedrängt?

Jüngstes Beispiel für mich: Die US-Bürgerrechtsikone Angela Davis, die für BDS nicht nur irgendwie, sondern wortgewaltig und schon lange trommelt (Link hier unten). Das haut mich jetzt nicht aus den Socken, deshalb ist der Kommentar kurz: Good-bye, Angela Davis.

Bei der Chose erinnerte ich mich an einige Sätze des Auschwitz-Überlebenden, Widerstandskämpfers und Autors Jean Améry von erschreckender Aktualität (ja ich weiß, Flaubert hätte in seinem „Wörterbuch der Gemeinplätze“ wahrscheinlich gefragt, warum „Aktualität“ immer „erschreckend“ sein muss, wenn sie einfach nur „zum Kotzen“ sein könnte…): 

Mit Blick auf „Deutschlands junge Demokraten“ schrieb er in seinem Vorwort zur Neuausgabe von „Jenseits von Schuld und Sühne“ 1976: „Das sowohl politische wie jüdische Nazi-Opfer, das ich war und bin, kann nicht schweigen, wenn unter dem Banner des Anti-Zionismus der alte miserable Antisemitismus sich wieder hervorwagt“. – Auch das hatte mit erschreckender Aktualität zu tun, denn der Linke Améry hatte schon rund zehn Jahre zuvor gegen antisemitische Strömungen in der studentischen Protestbewegung (dann auch in der RAF) angeschrieben, die damals wie heute mit dem Pro-Palästina-Banner durchkommen wollen.

„Es gibt unzählige Gründe, diesen klugen und tapferen Jean Améry zu lesen, wieder und wieder“, schrieb Marko Martin in der Jüdischen Allgemeinen anlässlich des 40. Todestags von Améry, der im Herbst 1978 Hand an sich gelegt hatte. 

https://www.jungewelt.de/artikel/347920.internationale-solidarit%C3%A4t-ich-bin-seit-meiner-collegezeit-solidarisch-mit-pal%C3%A4stina.html?sstr=angela%7Cdavis

https://www.juedische-allgemeine.de/kultur/chronist-des-verdraengten/

Gesamtwerk Améry: https://www.klett-cotta.de/autor/Jean_Am%C3%A9ry/179

Buchdeckel „978-3-608-93563-9 Im Banne des Jazz. Bildnisse grosser Jazz-Musiker.: Améry, Jean



ZUR ERMORDUNG

von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht vor hundert Jahren ein weiteres (vgl. hier gestern) und längeres Interview mit Klaus Gietinger „über die von der SPD geführte Konterrevolution 1918/19, warum Friedrich Ebert damals von »Volksgemeinschaft« sprach und über den Umgang bundesdeutscher Historiker mit der Novemberrevolution“ (was ja auch eine Verbindung zu den weiterhin aktuellen „Aktivitäten“ rechter Frankfurter Polizisten ergibt, ohne dass man mehr als ein Mal um die Ecke denken müsste…):

https://www.jungewelt.de/beilage/art/347048



ZU DEN MORDEN

an Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht am 15. Januar 1919, bekanntlich ein Lieblingsthema der SPD, ein interessantes Interview in der taz mit Regisseur und Autor Klaus Gietinger.

Auszug: „Gleichzeitig erlebe ich derzeit aber auch einen Rollback, was die Lesart dieser Ereignisse angeht. -Was meinen Sie damit?- Zum Beispiel hat der Journalist Arno Widmann, der ja die taz mitgegründet hat, am 9. November folgendes geschrieben: „So rabiat die junge Republik – auch unter Zuhilfenahme der alten Apparate – gegen alles, was links von ihr stand, vorging, so vernünftig war das auch.“ Das ist meines Erachtens eine Rechtfertigung nicht nur dieser Morde, sondern auch des Terrors. Noske hat ja später mit Pabst auch noch diesen Schießbefehl erlassen, wo Gefangene erschossen wurden, wo 1.200 Menschen allein in Berlin in wenigen Tagen umkamen. Über diese Dinge wird kaum mehr gesprochen. Das ist verrückt.“

http://www.taz.de/!5564580/



MITTWOCHSDISKO : ITALODISCO (SOZUSAGEN)

Dießen/Ammersee: Hauscafé (Blaues Haus) Sonntag, 2. Dezember 20h

http://mittwochsdisko.de/

100 Jahre Novemberrevolution: Cavalieri Erranti

Revolutionäre Deserteure aus Italien während des Großen Krieges und danach

Vor einhundert Jahren endete der Erste Weltkrieg und nach dem großen Massenmord entwickelten sich revolutionäre Bewegungen in Deutschland, Italien, Österreich und Ungarn. Sie wurden von konservativen, liberalen und sozialdemokratischen Regierungen bekämpft und im Bündnis mit Todesschwadronen und Freikorps niedergeschlagen. Damit begann der Aufstieg des Faschismus in Europa.

Auf einer Veranstaltung der Mittwochsdisko im Hauscafé (Blaues Haus) in Dießen am Sonntag, 2. Dezember, um 20 Uhr wird der Schriftsteller Egon Günther aus Riederau der Lebensgeschichte einiger italienischer Sozialisten und Anarchisten nachgehen, die an den Ereignissen beteiligt waren.

Sie hatten es nach dem Kriegseintritt Italiens vorgezogen zu emigrieren, statt in den Schützengräben zu verrecken. Vielen gingen in die Schweiz oder nach Ungarn und Deutschland. In ihren Gastländern waren diese Emigranten oft weiter politisch aktiv. Ihre Spuren finden sich bei der Besetzung des Vorwärts-Gebäudes im Januar 1919 in Berlin, im Schweizer Landesstreik und in den Kämpfen um die bairische und die ungarische Räterepublik im Frühjahr 1919.

Diese Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Kurt Eisner Verein /Rosa Luxemburg Stiftung in Bayern statt.