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NEUES VOM EINZELFALL

Auch der Reservist ist nur ein Einzelfall, selbst wenn er als Gruppe auftritt. Das muss definitiv festgestellt werden, ehe dann am Ende des Tages möglicherweise nichts dabei rauskommt:

„Dabei wurden Waffen, Munition und Material sichergestellt, das eine rechtsextreme Gesinnung der Reservisten nahelegt. Kurz darauf erfuhren die Ermittler, dass Jens G. engen Kontakt zu einem Referenten im Bundesverteidigungsministerium pflegte.“ (1.10.)

https://www.spiegel.de/politik/deutschland/rechtsextremismus-bundeswehr-reservisten-sollen-anschlaege-auf-migranten-geplant-haben



DER MONAT BEGINNT

wie immer nicht schlecht, wenn man sich eher für minderwertige Literatur interessiert, also verglichen mit all dem Schöngeistigen da draußen:

http://culturmag.de/category/crimemag

Mit einem Beitrag des grand ol man der deutschen Kriminalliteratur, Frank Göhre (dessen neuen Roman ich in der Hand halte, um endlich was Vernünftiges zu machen):

http://culturmag.de/crimemag/frank-goehre-wenn-glauser-und-simenon-einen-kriminalroman-schreiben/137452

Frank Göhre: Die Stadt, das Geld und der Tod Abwärts



SOLIDARISCH GEGEN AFD

„Der bayerische AfD-Landtagsabgeordnete, Flügel-Exponent und Sudetia-Burschenschafter Christoph Maier veröffentlichte am 12. Mai 2021 eine Anti-Antifa-Broschüre gegen das Rechercheportal https://allgaeu-rechtsaussen.de, deren Chefredakteur Sebastian Lipp sowie weitere Einzelpersonen, viele zivilgesellschaftliche Initiativen, Parteien und linke Gruppen im bayerischen Bezirk Schwaben. Dabei kooperiert er mit der rechtsradikalen Kampagnen-Plattform »EinProzent«, die das Dokument zum Download bereitstellt. Die sogenannte »Studie« wirft einer Vielzahl von Betroffenen vor, Teil eines vermeintlichen linksradikalen Netzwerks in Schwaben zu sein.“

Deutlich genug: Die folgende Solidaritätserklärung vom 27.9. wurde vom Landesverband Bayern der VVN-BdA (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten) bis zur CSU-Bürgermeisterin unterzeichnet:

Gemeinsame Solidaritätserklärung

Wir als Teil der schwäbischen Zivilgesellschaft stehen solidarisch zusammen gegen rechte Angriffe und Verleumdungen.

Wir sind entsetzt über die Diffamierung zivilgesellschaftlicher Akteur*innen in Schwaben durch eine vermeintliche „Studie“, die der Rechtsaußen-Landtagsabgeordnete Christoph Maier (AfD) veröffentlicht hat. Eine engagierte Zivilgesellschaft wird dort als angeblich „linksextremes Netzwerk“ verunglimpft.

Wir erkennen darin die altbekannte rechte Strategie: den politischen „Feind“ zu markieren, ihn gegenüber der Gesellschaft zu isolieren, um ihn anschließend leichter bekämpfen zu können. Da machen wir nicht mit. Wir als Teil der schwäbischen Zivilgesellschaft stehen nach diesem Angriff, der sich gegen uns Alle richtet, noch näher zusammen.

Antidemokratische Strukturen und rechte Netzwerke dürfen sich darauf einstellen, dass wir uns ihnen auch weiterhin entschlossen entgegenstellen. Jetzt in noch engerer Zusammenarbeit als zuvor, da wir als Demokratinnen und Demokraten durch den Solidarisierungsprozess, den der Übergriff der AfD angestoßenen hat, noch näher zusammengerückt sind.

Wir sind uns bei aller Unterschiedlichkeit in Struktur und Schwerpunktsetzung unseres politischen Engagements einig: Jetzt erst recht braucht es viele dieser von Christoph Maier in seinem Pamphlet beklagten „Hauptakteure des Kampfes gegen Rechts“ in Schwaben und überall sonst.

Wir stellen uns gemeinsam hinter alle Betroffenen von rechten Angriffen! Wir rufen die Zivilgesellschaft dazu auf, mit uns gemeinsam wachsam gegen Rechtsaußen zu bleiben.

Unterzeichner:innen

Augsburger Flüchtlingsrat Rolf Bader Selina Bitzer Florian Bienert, ARGUS Training & Consulting, Beratenden-Netzwerk „FachWerk 5“ Kerem Billor, DIE LINKE Cemal Bozoğlu, MdL, Bündnis 90 / Die Grünen DIE LINKE KV Augsburg DIE LINKE im Landkreis Lindau Elisabeth Diefenthaler Herbert Diefenthaler Franz Dobler, Freundschaftskreis Augsburger Flüchtlingsrat e.V. Marcel Emmerich, MdB, Bündnis 90/Die Grünen Susanne Ferschl, MdB, DIE LINKE Christoph Gänsheimer, Stadtrat Kaufbeuren, DIE LINKE. KV Allgäu Gemeinsam gegen Rechts Kaufbeuren Eva-Maria Glathe-Braun, DIE LINKE Ulm Harald Güller, MdL, SPD JuBiKu e.V. Marin Huss, Initiative Stolpersteine für Kempten und Umgebung e.V. Thomas Hacker, VVN/BdA Frederik Hintermayr, Stadt- und Bezirksrat Augsburg Christiane Jansen,  sSachverständigenbüro für Arbeits-und Betriebsverfassungsrecht, Beratenden-Netzwerk „FachWerk 5“ Senem Kaya, Alevitische Gemeinde Memmingen Kempten gegen Rechts Willy Lehmeier, 1. Bürgermeister Wertingen, Freie Wähler Eva Lettenbauer, MdL, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Bayern Otto Mayr, Kaufbeuren Dr. Fabian Mehring, MdL – FREIE WÄHLER-Landtagsfraktion Vorstandssprecherin Chrissi Myrtsidou-Jung, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Kreisverband Ostallgäu Till Nißle, Kulturreservat e.V. Vorstandssprecher Dr. Günter Räder, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Kreisverband Ostallgäu Rupert Reisinger, Stadtrat Memmingen, DIE LINKE, Sprecher attac – Memmingen Illerwinkel Matti Riedliner, Sachverständigenbüro für Arbeits-und Betriebsverfassungsrecht, Beratenden-Netzwerk „FachWerk 5“ Sandra Schneider, EWR Consulting, Beratenden-Netzwerk „FachWerk 5“ Andreas Schur, EWR Consulting, Beratenden-Netzwerk „FachWerk 5“ Karl Schweizer, Kreisrat, Lindau Seebrücke Kempten Seebrücke Wangen SJZ react!OR VVN-BdA Kreisvereinigung Augsburg VVN-BdA Landesverband Bayern e.V. Eva Weber, Oberbürgermeisterin Augsburg, CSU Christine Wilholm, Stadträtin Augsburg, SPD/DIE LINKE. – die soziale Fraktion Kurt Wirth, Dipl.Kfm./Rentner



GUTER RAT MUSS NICHT IMMER …

JUNI 18, 2012: zwecks prüfung live entfallen | Reflecting Sound

Mehr Achternbusch-Postkarten mit guten Ratschlägen für Problemlagen bei: http://www.schaschko.de/htdocs/shop/index.htm

 



BESSER WIRDS GRAD NICHT

Aus dem Inhalt: „Katecheten-Latein Die postkoloniale Kritik an der Stellung des Holocaust in der deutschen Erinnerungspolitik nimmt an Schärfe zu. Von Rolf Surmann »Index des Richtigen« Der erste Band der Hallischen Jahrbücher setzt sich mit der postkolonialen Theoriebildung zum Holocaust auseinander. Von Rolf Surmann Weil jede Stunde zählt Ein Intensivkrankenpfleger berichtet von seinen Erfahrungen im Krankenhausalltag. Ein Vorabdruck Zurück zum Betonmischer Zum 50jährigen Jubiläum der Krautrockgruppe Faust erscheint eine Werkausgabe. Von Holger Adam Haiti Ein bewegtes Stilleben von Ernst Kahl“



SPITZENSATZ (77)

„Aber nur weil mich jemand zu einer Feier im kleinen Kreis einer mir wildfremden Familie einlädt, muss ich noch lange nicht hingehen.“ (Deniz Yücel, Welt.de 23.9.)



SEHR GUTE WAHL

für die Leitung des Brechtfestivals ab 2023: Alien Transistor-Artist

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„In this sense, I guess, I’m a singing cultural anthropologist.“

https://alientransistor.com/shop/fehler-kuti-professional-people/



DAS LEXIKON SUB-BAVARIA LEBT

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ES IST AN DER ZEIT

zumal in der Nähe von Pasolinis Skelett, meinen Kommentar zu den anstehenden Wahlen hier zu veröffentlichen, geschrieben für die aktuelle Ausgabe des Magazins konkret und dort mit dem Titel „Gegen Zahnschmerzen“ erschienen:

Das kleinere Übel – dieser eklige Ausdruck klebt an mir seit gut 40 Jahren. Da können Menschen, die ihr Leben in Hamburg und anderen Ländern verlebt haben, nicht mitreden. Ich habe schon so oft ein angeblich kleineres Übel gewählt, dass es mir hochkommt, wenn ich nur daran denke. Möchte aber erwähnen, dass ich es nicht immer gewählt habe. An einem Sonntag hatte ich Zahnschmerzen und durfte im Bett bleiben, als die Familie zum Wahllokal ging. Ich konnte am (wie immer sinnlosen) Kampf gegen das größere Übel nicht teilnehmen und entschied mich, Jean Améry zu lesen, um wenigstens in Gedanken politisch Sinnvolles zu leisten. Glaube mich zu erinnern, dass Améry auch gut gegen Zahnschmerzen ist. Und habe später doch mal wieder irgendein scheinbar oder anscheinend kleineres Übel gewählt. Dummheit oder Illusionen, sowas hinterlässt Spuren, ich hänge mit dem Kopf nur noch in der Schüssel. Ich bin seit 22170 Tagen ein Insasse des Freistaats Bayern. Wenn Sie das lesen, kann ich nichts mehr für Sie tun.



DER NEUE MÄRZ

Verlag – das ist eine sensationelle Meldung aus der Buchbranche: „Nun kehrt der März Verlag in die Gegenwart zurück. Barbara Kalender hat mit Richard Stoiber, langjähriger Lektor bei Matthes & Seitz Berlin, einen neuen Verleger für den März Verlag gefunden. Im Frühjahr 2022 soll das erste Programm der neu gegründeten März Verlag GmbH erscheinen.“

Eine Meldung, von der ich auch deshalb betroffen bin, weil ich 1999 von Jörg Schröder & Barbara Kalender mit dem Preis „März-Efeu“ für mein Lebenswerk ausgezeichnet wurde, und darauf bin ich nicht nur extremstolz, sondern viel mehr geht ja nicht in Germanistan (auch wenn ihre Buchhändler*in was anderes sagen möchte).

https://buchmarkt.de/menschen/es-herrscht-aufbruchstimmung/?fbclid=IwAR06bd4XX-IB1hk-2RsYn36pSwg1iq96BSroY7REL6ZeVxydjobUBwtb5X0

Fräulein Julia: Popkultur par excellence