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EIN BILD VON WIDERSTAND

von meinem Verlagskollegen Historiker Volker Weiss aus Hamburg, 10.12.: „Heute war ich auf der Solidaritätsdemonstration für den iranischen Widerstand gegen das islamische Regime in Teheran. Wir waren vielleicht 800-1000 Menschen, der Großteil davon aus der iranischen Community in Hamburg. Leute wie ich, ohne iranischen Hintergrund/Partner:in, waren die absolute Minderheit. Vor allem habe ich nicht eine einzige Fahne, nicht ein einziges Transparent von Grünen, Linkspartei, Gewerkschaften o.ä. gesehen. Auch von der „Multikulti-Szene“ keine Spur … Das ganze deutsche Milieu, das mitunter in Verschleierung und rigider Religionsauslegung den Ausdruck authentischer Kultur sieht oder gar feministisches „Empowerment“ wähnt, glänzte in völliger Abwesenheit. Bemerkenswert fand ich, dass Support vom Straßenrand und aus vorbeifahrenden Autor vor allem von Frauen kam. Dabei ist der Sturz des iranischen Regimes nicht nur für die unterjochte Bevölkerung dort überfällig, er hätte weltweit positive Auswirkungen auf andere Konflikte – von Syrien über Gaza bis in die Ukraine. Aber das scheint hier nur wenige zu interessieren. Schade …“



SPITZENSATZ (90)

„Nach dem Ausscheiden geraten immer mehr Details über die Katar-Katastrophe an die Öffentlichkeit.“ (Transfer Ticker-Das Magazin, 8.12.)



DU HAST NUR NOCH EIN STREICHHOLZ

Das gefährlichste Sound-Genre ist meiner Meinung nach Gedichte-Vertonen. Selten gibt es was Großartiges, das hier gehört dazu:

Thies Marsen vertont Gedichte von Egon Günther mit dem Album „Das letzte Streichholz“.

Da stimmt alles. Rock´n´Roll für Fortgeschrittene, im Echo von Krautrock und Ton Steine Scherben in Anbetracht von Punkrock und Reggae – oder auch literarisch gesehn im Echo von Brecht über Franz Jung explizit politisch-alltägliche Lyrics. Für mich erreicht es die Kategorie The Mekons-go-Kathy Acker oder Masha Qrella-goes-Thomas Brasch: Und mehr geht ja nicht.

Ich bin dabei nicht so objektiv, wie echte Kritiker natürlich immer so irre echt-objektiv sind. Weil ich schon so lange Fan von den unterschiedlichen Arbeiten von Egon Günther bin, btr. Roman, Gedichte, Essays. Die Gedichte für dieses Album sind, möchte ich behaupten, weniger sperrig als bisher, sondern song-orientiert, mehr auf die 12 sozusagen if you know what I mean… und schöne Platte übrigens… Hier die vielsagenden Liner Notes und dann reinhören und kaufen at bandcamp, link unten:

„Der bildende Künstler, Autor und Übersetzer Egon Günther aus Riederau am Ammersee widmet sich schon seit Jahrzehnten Outsidern, Rebellen und Dissidenten. So setzte er etwa mit seinem „Heimatbuch“ Bayerische Enziane (erschienen bei Edition Nautilus) dem anderen, widerständigen Baiern ein Denkmal und damit all den Wilderern, Spartakisten, Grenzgängern, Revolutionären, Literaten, Alpinisten, Malern und Antifaschisten, die dieser Landstrich hervorgebracht hat. Auch in seinen lyrischen Werken, die in zahlreichen Gedichtbänden und Anthologien veröffentlicht worden sind, feiert Egon Günther immer wieder das Anders- und Dagegensein.

Der Journalist und Musiker Thies Marsen hat zuletzt mehrere Alben mit dem englischen Punk-Poeten Nick Toczek produziert (u.a. The Bavariations Album und Bavariations 2: Death & Other Destinations, erschienen bei Not-A-Rioty Records) und unter dem Projektnamen Kaskich auch eigene Werke veröffentlicht (Aus da Kaskich, erschienen bei produits de la laiterie). Mit Egon Günther verbindet ihn eine lange Freundschaft. Gemeinsam haben sie Radiofeatures für den Bayerischen Rundfunk produziert, szenische Lesungen veranstaltet und die Autobiografie der Münchner Räterevolutionärin Hilde Kramer herausgegeben (Hilde Kramer: Rebellin in München, Moskau und Berlin, erschienen bei BasisDruck). Jetzt hat Thies Marsen ausgewählte Gedichte von Egon Günther für das gemeinsame Album „Das letzte Streichholz“ vertont.“

https://kaskich.bandcamp.com/album/das-letzte-streichholz

 



ACTION MUNIC

Ist möglicherweise eine Abbildung von Text



DAS IST SCHON BISSCHEN WENIG

finde ich, für so eine komplizierte, wenn nicht sogar wahnsinnig komplizierte Frage: „»Die meisten Menschen sind Egoisten« – Stimmen Sie dieser Aussage zu? Nehmen Sie jetzt an der Umfrage Teil und erhalten sie als Dankeschön 4x DIE ZEIT kostenlos.“



PEN-BERLIN KAMPAGNE FEUERWEHRAUTOS FÜR CHARKIW

Wir bitten die AbonnentInnen dieses Blocks, für diese Aktion des Pen-Berlin ein paar Kohlen rauszuholen zur Unterstützung derer, die echten Heizstoff und mehr dringend benötigen (Konto steht unten):

Kampagne: Feuerwehrautos für Charkiw

„Nach dem Rückzug der russischen Besatzungstruppen sind viele ostukrainische Ortschaften ohne Strom, Heizung und Wasser. Dennoch wollen die meisten Menschen ihre Häuser und Wohnungen nicht verlassen – weil sie nicht wissen, wohin sie gehen sollen. Und weil sie ihre Städte und Dörfer – ihr Land – nicht aufgeben wollen.

Doch der ukrainische Winter ist streng. Die Temperaturen können für Wochen und Monate unter minus 10 Grad fallen. Darum brauchen die tapferen Menschen im Osten der Ukraine Solidarität – Ihre Solidarität!

Mit Ihrer Spende helfen Sie, Rüstwagen von deutschen Feuerwehren in den Osten der Ukraine zu bringen. Die Fahrzeuge verfügen über Allradantrieb, Seilwinde und Notstromgenerator; Platz finden außerdem Tausend-Liter-Trinkwassertanks, mobile Generatoren und weitere Hilfsgüter.

Die Initiative für diese Solidaritätskampagne stammt vom Autor Ralf Bönt, unterstützt wird sie von PEN Berlin und der Publizistin Liane Bednarz. Den Einsatz vor Ort leitet Friedenspreisträger Serhij Zhadan. 

Größere Summen gespendet haben bereits: Familie Sebastian Pape, PPI AG, Pape Invest, die DFB-Stiftung Egidius Braun, die Reederei Hapag-Lloyd, PEN Berlin. 

Zwei Feuerwehrautos sind bereits reserviert. Aber da geht noch mehr – und es wird auch noch mehr gebraucht: Kraftstoff, Ersatzbereifung, Schneeketten, Zusatzheizungen, Chlortabletten zur Wasseraufbereitung usw. Die Wagen sollen vollbepackt losfahren.

Werden Sie Teil der Feuerwehr für Charkiw! Helfen Sie den Menschen in der Ostukraine, den Winter zu überleben! Spenden Sie bitte bis zum 31. Dezember hier.“ (=hier:)

Bei Spenden für die Kampagne »Feuerwehrautos für Charkiw« bitte als Verwendungszweck »Feuerwehr« angeben.

PEN Berlin e.V.
IBAN: DE37100500000191156221
BIC: BELADEBEXXX

(Der PEN Berlin e.V. ist als gemeinnützig anerkannt; Sie können also Ihre Spenden von der Steuer absetzen. Bei Spenden bis zu 300 Euro reicht in Ihrer Steuerklärung inzwischen ein Überweisungsnachweis. Wenn Sie dennoch eine Spendenquittung benötigen – oder falls Sie mehr als 300 Euro spenden –, schreiben Sie bitte an money[at]penberlin.de.)



INSPIRATION/INFORMATION

(Shuggi Otis zitiert) hört ja nie auf come hell or high water: konkret-Magazin 12/22 u.a. mit diesen Inhaltsstoffen:

Alter Kack, neuer Frack Tomasz Konicz über einen links-liberalen Versuch, das Ende des Kapitalismus zu beschreiben, ohne ihn abschaffen zu wollen

Rette sich, wer kann Russlands Krieg gegen die Ukraine hat die europäischen Staaten nur scheinbar zusammengeschweißt. Von Jörg Kronauer

Looking for Freedom Wie steht es mit Freiheit und Demokratie unter Selenskyj? Von Kay Sokolowsky

Das Reaktionäre im Nationalen Über einige Defizite in der Debatte über den Ukraine-Krieg. Von Rolf Surmann

Krieg gegen Flüchtende Vereint in der Flüchtlingspolitik: Exekutive, Judikative und Legislative. Von Özge İnan

Blutige Geburt Eine Chronik der frühen Jahre der Sowjetunion. Von Erich Später



AUFRUF DES AUGSBURGER FLÜCHTLINGSRATS

Ist möglicherweise ein Bild von Text „14:30 03.12.22 UHR Königsplatz/Augsburg AUF DIE STRAßE IN SOLIDARITÄT MIT DER REVOLUTION IM IRAN GEGEN DIE TYRANNEI FÜR FRAUEN UND LGBTQI+ FÜR MINDERHEITEN UND UNTERDRÜCKTE FÜR GLEICHHEIT FÜR LEBEN FÜR FREIHEIT KUNDGEBUNG MIT ANSCHLIEßENDEM DEMOZUG WIR SOLIDARISIEREN UNS MIT DER REVOLUTION DAMIT KEINE POLITISCHEN IRAN DIE DEMO BIETET ALTERNATIVEN UNTERSTÜTZEN EXISTIERENDEN REGIME FÜR JEGLICHE ART VERHALTEN AUCH DIE SEIFEREI, AUGSBURGER UND FORM VON LOGANS GRANDHOTEL CATCALLS AUGSBURG, F*STREIK AUGSBURG, NERUDA, KLIMACAMP, AUFRUF ZUR DEMO UNTERSTÜTZEN: INTEGRATIONSBEIRAT. ORGANIZATION. LINKSJUGEND, FUTURE,“



KONNTE MAN DOCH VERMUTEN

dass die Kataristen, von paar Details mal abgesehen, die sich doch in jedem Staat finden lassen, ganz okaye Leute sind, mit denen man durchaus gut Kirschen essen kann. Die Deutschen machen schließlich (aufgrund ihrer historischen Erfahrungen, heißt es dann) nicht mit jedem Geschäfte:

„Katar und Deutschland haben sich auf einen Liefervertrag von Flüssigerdgas geeinigt. Mindestens 15 Jahre lang will das Emirat jährlich zwei Millionen Tonnen LNG liefern. Wirtschaftsminister Habeck zeigte sich zufrieden.“

https://www.tagesschau.de/wirtschaft/weltwirtschaft/katar-lng-101.html



HM ENZENSBERGER NACHRUF

von Edition-Tiamat-Verleger Klaus Bittermann mit einigen unterm Radar befindlichen interessanten Details und Einschätzungen, die nicht an jeder Ecke erwähnt werden, wie z.B.: „Was in der Nachkriegszeit im deutschen Kulturbetrieb als Literatur galt und bis in die 1980er Jahre hineinwirkte, war in der Regel kaum genießbar. Dafür standen beispielhaft die Kulturbetriebsintriganten Günter Grass und Martin Walser, die in ihrer Verquastheit und Bräsigkeit dafür gesorgt haben, dass noch heute Schriftsteller glauben, Literatur müsse wehtun.“

https://www.nd-aktuell.de/artikel/1168842.hans-magnus-enzensberger-souveraen-im-spiel.html