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DICHTUNG UND FORTSCHRITT #3

Staatstheater Augsburg / Ofenhaus im Gaswerk / 13. Mai, 20 Uhr

DICHTUNG UND FORTSCHRITT #3

Die Lesebühne von und mit Franz Dobler

Gäste: Christiane Rösinger (Berlin), Mira Mann (München)

Dichtung und Fortschritt“ ist die zweite Staffel der Lesebühne von Autor Franz Dobler. Im Ofenhaus im Gaswerk jeden 2. Montag im Monat. Mit radikal gegenwärtigen Autor*innen: bunt, politisch, laut. Und nachdenklich sowieso.

Christiane Rösinger ist keine Pop-Musikerin, die irgendwann auch mal so ein Dings namens Buch geschrieben hat, sondern seziert seit vielen Artikeln für taz oder FAZ und inzwischen vier literarischen Werken deutsche Befindlichkeiten und künstlerische Produktionsbedingungen, zuletzt mit „Zukunft machen wir später – meine Deutschstunden mit Geflüchteten“ (Fischer Verlag). Ein Stapel Musikalben seit 1991 mit den Bands Lassie Singers und Britta und vor allem ihre großartigen Soloalben „Songs of L. and Hate“ und „Lieder ohne Leiden“ auf dem Staatsakt-Label machen sie zu einer der bedeutendsten Singer-Songwriterinnen unserer Zeit.

Mira Mann hat als Next-Generation-Multitalent diesen langen Weg noch vor sich. Und schon Hervorragendes produziert: Aktuell ihre erste literarische Veröffentlichung „Gedichte der Angst“ (Parasitenpresse). Als Sängerin-Bassistin der Avantgarde-Noise-Pop-Band Candelilla hat sie Texte geschrieben für bisher drei Alben (u.a. „Camping“ auf ZickZack/Trocadero). Sie ist außerdem im Team der „Echokammer“-Kolumne der Süddeutschen Zeitung, macht die Sendung „Text+Musik“ auf Radio 80000 und ist Mitherausgeberin des Online-Literaturmagazins „Ultrasoft“. An diesem Abend wird sie erstmals auch ihre Vertonung von einigen „Gedichten der Angst“ präsentieren.

 

Vorschau: #4 am 10.6. mit Jess Jochimsen + Das Hobos (Konzert)

#5 am 8.7. mit M.Kruppe (Pößneck) + Wiglaf Droste (Pottenstein)



HINTERLAND ABSCHIEBEHAFT

Hinterland-Magazin zum Thema Abschiebehaft erschienen

Das Hinterland-Magazin des Bayerischen Flüchtlingsrates hat sich anlässlich des traurigen 100-jährigen Jubiläums in einem Schwerpunktheft der Institution der Abschiebehaft angenommen.
Darin sind zahlreiche spannende Beiträge rund um die Thematik versammelt, unter anderem auch ein Beitrag des Augsburger Flüchtlinsgrates.
Das gesamte Heft kann hier heruntergeladen oder auf der Homepage bestellt bzw. abonniert werden.

https://augsburgerfluechtlingsrat.blogspot.com/


DACHAU HEUTE

>Die Gedenkstätte im ehemaligen Konzentrationslager Dachau wird immer häufiger verbal angegriffen. Das sagte die Leiterin der KZ-Gedenkstätte Dachau, Gabriele Hammermann, der Deutschen Presse-Agentur. „Ich nehme schon wahr, dass das, was sagbar ist, immer weiter zunimmt, gerade von Seiten verschiedenster Politiker der AfD“, sagte Hammermann. „Aber auch weit darüber hinaus: Fremdenfeindlichkeit und Geschichtsrevisionismus haben in Teilen der Gesellschaft Fuß gefasst.“ (…)

Sie erwarte, dass die Arbeit der Gedenkstätten daher in Zukunft schwieriger werde. „In den vergangenen Jahren schien es eigentlich ein Grundkonsens zu sein, dass die Gedenkstätten für die Demokratiebildung in diesem Land eine wichtige Rolle spielen. Es gehörte zu unserem Grundverständnis, die Opfer des NS-Regimes zu würdigen und uns mit dem Nationalsozialismus kritisch auseinanderzusetzen“, sagte Hammermann. Dies werde von vielen Vertretern der AfD, die sich zunehmend durch antisemitische und rassistische Hetze hervortue, offen angezweifelt.< (dpa, 24.4.)



TAXI UND GLÜCK

ist der Titel meines neusten Gedichts und Sie können es in der jungen Welt von heute lesen:

https://www.jungewelt.de/artikel/354147.taxi-und-gl%FCck.html

Außerdem in der wie immer hochspannenden Wochenendausgabe: die tägliche Kolumne von Wiglaf Droste, #4 von Otto Köhlers Serie „Wer ist hier Verfassungsfeind?“ zu 70 Jahren Grundgesetz, „Ein Tag in der Rettungsstelle“ von Anja Röhl, über „Schülergemüse“ in der Coole-Wampe-Kolumne von Ina Bösecke u.v.m.

 



DIE PRESSEFREIHEIT

lässt sich heute bestens feiern mit diesem Artikel aus einem Magazin, das der Führer damals lieber nicht gefeiert hätte, obwohl er an der Geschichte des Alexander Gauland natürlich schon interessiert gewesen wäre:

https://jungle.world/artikel/2019/14/die-speerspitze-des-bildungsbuergertums

Ebendort übrigens auch die lustige Serie „Lahme Literaten“.



SPITZENSATZ (42)

Es hängt ja alles zusammen, der eine Schauspieler macht tolle Musik, der andere

fotografiert oder tanzt, bei mir ist es das Schreiben.

Axel Milberg, SZ, 2. Mai



ZAUBER DER MODERNE



AUCH IM MAI

sollte man das neue Heft von konkret lesen! Titelthema „World Wide Wahn – Nazis im Netz“. Außerdem „Fun ist ein Stahlbad“ („hinter den meisten Musikfestivals stecken inzwischen Großkonzerne“), ein Vorabdruck aus dem neuen Buch von Berthold Seliger „Vom Imperiengeschäft“ (Edition Tiamat); und „Das Kalb marschiert“ („die Ausländerfeindlichkeit von Ausländern ist für die AfD von großem politischen Wert“) von Florian Sendtner; und ein Interview mit der britischen Autorin Reni Eddo-Lodge zu ihrem Buch „Warum ich nicht länger mit Weißen über Hautfarbe spreche“ (Tropen/Klett-Cotta), u.v.m.

Buchdeckel „978-3-608-50419-4



AUS DEM TAGEBUCH EINES ÜBEREIFRIGEN MUSIKSTUDENTEN (10)

(Halle, 5.4.) Miles Davis: Water Babies *** Miles Davis: On The Corner *** Zoran Terzic & Wurzel aus C: Drei Jahre Haft (Tracks 1-8) *** Chris Imler: Maschinen und Tiere (Tracks 8-11) *** Der Singende Tresen: Kein Teil von Etwas (Tracks 4-10).

Zoran Terzic & Wurzel aus C @ cordrecords.de



BLUE FOR A MOMENT

JAZZ MATINEE 5.5. 11h * BLUE FOR A MOMENT * Sven-Åke JOHANSSON in einem Film von Antoine PRUM * LUX 2017, 82 Min. * Gespräch mit Regisseur Prum sowie den Musikern Sven-Ake Johansson und Rüdiger Carl, Moderation: Karl Bruckmaier (BR) 

Filmtheater Neues Rex, Agricolastr. 16, 80687 München

„Blue for a Moment widmet sich der künstlerischen Laufbahn des schwedischen Jazzmusikers, Avantgarde-Komponisten, Dichters und bildenden Künstlers Sven-Åke Johansson, einer der singulärsten und spannendsten Figuren der europäischen Improvisationsmusik. Johansson (geb. 1943 in Mariestad) lebt seit den späten 1960er Jahren in Berlin und ist dort in den unterschiedlichsten musikalisch-künstlerischen Kontexten aktiv. Erste Auftritte finden 1967/68 im Umfeld des Zodiak Free Arts Lab am Halleschen Ufer statt, wo junge experimentierfreudige Musiker und Kunststudenten die Grenzen zwischen den Genres ausloten. In den 1970er und 80er Jahren ist Johansson ein fester Bestandteil der Westberliner Freejazz-Szene, die sich um das FMP/SÅJ-Label gruppiert. Er pflegt langjährige musikalische Freundschaften mit Alexander von Schlippenbach und Rüdiger Carl und „entwickelt sein Konzept einer Geräuschmusik mit der er zum Vorreiter der sogenannten Echtzeitmusik wird, die im Ostteil Berlins nach 1990 im Feld zwischen Hausbesetzungen, freier Improvisation, Punk und Neuer Musik ensteht“ (Wolfgang Müller). In seinen musikalischen Darbietungen und Kompositionen erforscht Johansson die Relikte des Modernismus der 1950er und 60er Jahre, oftmals unter Einsatz von „billigen“ Materialien wie Karton oder Schaumstoff. Der österreichische Komponist Peter Ablinger spricht diesbezüglich von einer musica povera, in Anlehnung an die Arte povera der 1960er Jahre, die alltägliche Gegenstände zur Kunst erhob und bevorzugt mit unkonventionellen oder „armen“ Materialien arbeitete.

Blue for a Moment ist der letzte Teil einer Filmtrilogie, die der Luxemburger Filmemacher Antoine Prum der freien Improvisationsmusik gewidmet hat. Nach Sunny’s time now (2008), einem Porträt des Free-Jazz-Drummers Sunny Murray, dessen künstlerischer Werdegang die Einflüsse des  amerikanischen Free Jazz auf die europäische Musik der 1960er Jahre spiegelt, entstand mit Taking the Dog for a Walk (2014) eine Bestandsaufnahme der britischen Improvisationsmusik als besonders variables Beispiel für die zahllosen nationalen und regionalen Ableger der Freien Musik in Europa. Mit Blue for a Moment zeichnet Prum das Porträt eines Musikers, der im Laufe seiner Karriere diese vielfältigen Entwicklungen aufgegriffen und gleichzeitig spielerisch transzendiert hat.“