AUS DEM TAGEBUCH EINES ÜBEREIFRIGEN MUSIKSTUDENTEN (29)

Manchmal muss es eine lange Wanderung sein. Abenteuer. Keine Planung. Keine leichten Wege. Wenn die Beine streiken, muss der Kopf weitergehn (bzw weiter gehn). Mit dem Anfang erkannte ich schon das Ziel, aber nicht den Weg. Wusste nur, wird lang sein. Und keinen Heli rufen, wenns hart wird. Ich startete bei

1 ISO 68: Here/There Played By – Hausmusik 2003 LP (A/B) – hatte ich am Tag der Bestattungsfeier für Nils Koppruch in Hamburg gekauft und mit Schlagzeug Florian Zimmer und Calexico als Kollaboration auf Track 1 gehts weiter zu

2 FRED IS DEAD: adhésif – Hausmusik 1998 EP (a/b) – womit ich das Ziel erkannte und mit dem ursprünglichen Schlagzeuger der Band Thomas Ganshorn (der mich bei einem gemeinsamen Auftritt in Wien mal mit einem Spontaneinstieg überraschte, weil er war ein zurückhaltender Mensch), hier jedoch am MCP 2000, gehts zu seiner einzigen Soloplatte

3 TODAY: Secrets – Hausmusik 2000 EP (one/two) – ist vielleicht erst nach seinem Suicide erschienen, ich weiß nicht mehr, und weil es eine echte (i.G. zu vielen anderen Sachen, die das nur behaupten) Fortsetzung von Krautrock ist, gehe ich weiter mit

4 TO ROCOCO ROT: s/t – Galerie Weisser Elefant 1996 LP (bag side/mouse side) – die beiden Seiten so genannt, weil auf der einen eine Tasche (mit roten Kreuz) gepictured ist und auf der anderen eine Maus, aber allein der Sound, genauer gesagt sowas wie die Grundeinstellung, trieb mich zu

5 IPPIO PAYO + GENE LABO: nobody answers questions – Geenger Rec/Echokammer 2021 EP (A/B) – Josip Pavlov mit seinem Ippio Payo Octett war mein Nr.1-Konzert letztes Jahr und den Titel von Track B2 hatte ich jetzt aufm Weg nicht aufm Schirm gehabt, „End of the road doesn´t mean end of the journey“ und so gings also fröhlich weiter würde ich als romantischer Labersack formulieren, nämlich mit dem Posaunisten Mathias Götz, der in München bei so ziemlich allen gern gefragt ist, die was aufm Kasten haben wie z.B. A Million Mercies oder Notwist, aber sein eigenes Ding ist

6 LE MILLIPEDE: Legs and Birds – Dyana Rec/Gutfeeling/Hausmusik 2022 DoLP (A) – die Seiten C/D mit Vogelstimmen, weil er auch ein versierter Hobbyornithologe ist, der mir sozusagen schon zu meinem Ziel vorausfliegt, aber ich bin noch nicht geschafft, sondern unterwegs mit

7 FARHOT: Kabul Fire Vol. 2 – Kabul Fire Rec 2020 LP (A) – war ein Tipp im Optimal Newsletter, erst danach entdeckte ich, dass er Haftbefehl u.ä. produziert hat, aber es ist sein eigener Stoff, der mich zum Fan gemacht hat, was ich schon lange bin von den 39Clocks, die nach Auflösung nen weiten Weg gingen wie etwa mit

8 THE COCOON: While the Recording Engineer Sleeps – Staubgold 2015 (Original Wilhelm Reich Schallspeicher 1989) LP (Two) – die Clocks in der Generationenverbindung mit den Jazzern Gunter Hampel und Thomas Keyserling, weniger eine neue Definition von Jazzrock als GarageJazz oder wie auch immer und in der Ignorierung von Regeln passend und nicht zufällig aufm selben Label

9 KAMMERFLIMMER KOLLEKTIEF: Désarroi – Staubgold 2015 LP (A/B) – ihre ersten Werke erschienen Ende 90er bei Payola im Hausmusik-Netzwerk, aber es hat ewig gedauert bis ich Gitarrist/Produzent Thomas Weber endlich mal kennenlernte über unseren Verleger Manfred Rothenberger von Starfruit Pbulications, mit dem Thomas das Buch „Nico“ hrsg. hat, aber dann hatten wir gleich auch Pläne, die noch nicht etc. und dann sah ich das Ziel mit

10 LE MILLIPEDE: Radical Hope – Radical Hope Rec 2026 LP (1-8) – Mathias Götz, siehe Punkte 5 und 6, jetzt auf seinem eigenen Label und (damit springe ich vom Vinylweg runter und lande wie vermutet im Ziel) als Gast bei

11 A MILLION MERCIES: Positive Vibes – Hausmusik 2026 Videotrack/Youtube oder Bandcamp – neu und lang von Wolfgang Petters, Mastermind von Hausmusik-Label und Hauptsänger/Gitarrist der zentralen Band, die nach einigen Jahren Pause wieder einzelne Tracks veröffentlicht hat und damit sehe ich im Rückspiegel einen sogar 30 Jahre langen Weg mit

12 FRED IS DEAD: Thief – Hausmusik 2026 Videotrack/Youtube – performed by Katja Raine: music/lyrics, Baritone Guitar, Vocals + Marion Epp: Bass, Omnichord, (aka Jimmy Draht/video) + Flow Zimmer: Drums, Philicorda + Wolfgang Petters: Guitars + Paul Niehaus: Pedal Steel Guitar. Und damit bin ich mehr munter als strapaziert und not dead und weiterhin wie ihre erste LP 93 hieß (Fred is dead) „…or just in preparation“ mit dem guten Rat „don´t take your guns in town“ in Landsberg gesungen von (siehe 2/3) Thomas Ganshorn.

(Mit der Notiz am Tag danach: alles besser ausführen… handschriftlich hinzugefügt jetzt: faule Sau!)

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