POLITICAL PRISONER NO 1
Von Franz Dobler | 27. Dezember 2022 | Kategorie: Allgemein | Kommentare deaktiviert für POLITICAL PRISONER NO 1

ist das zum „Jahresausklang“ – (Flaubert hätte in seinem Wörterbuch der Gemeinplätze präzisieren können: „immer besinnlich“) – nicht geeignet, aber eine gute Vorbereitung auf die 23 ist die umfassende Analyse von Christian Stöcker eigentlich wohl leider schon: „Wer die bizarrsten Strömungen der Gegenwart verstehen will, muss 20 Jahre zurückschauen. Zentral ist eine bei uns wenig bekannte, ursprünglich harmlose Website. Sie wurde zu einem Quell der Finsternis.“
https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/qanon-und-afd-was-sie-mit-sexueller-frustration-und-videospielen-zu-tun-haben-kolumne-a-4ecb7d38-7d47-420e-aae0-b47cbafb3d84
(Mein Anwalt antwortet aus seinem wohlverdienten Skiurlaub, ich solle mich mit guten Ratschlägen mehr als nur zurückhalten, worauf ich ihm mit einem Finger antworte und dem guten Rat, er solle mal das Buch „Incels“ von Veronika Fischer lesen, falls beim Aprèsski nicht seine ganze Birne beansprucht werde).
und dann nur den Kopf über mein total bescheuertes Träumen schütteln kann: „Bayernweit wurden Ende September etwa 5200 Personen der sogenannten Reichsbürgerszene zugeordnet. Das bedeutet, dass knapp ein Viertel aller bundesweit bekannten Reichsbürger in Bayern lebt (…) Bei der bayerischen Polizei und dem bayerischen Verfassungsschutz sind derzeit sechs Beamte beschäftigt, die der sogenannten Reichsbürgerbewegung zugeordnet werden. Das geht aus einer Antwort von Innenminister Joachim Herrmann (CSU) auf eine Anfrage der Grünen im Landtag hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.“
Halb so wild, dieser Kleinkram: „Allen sechs Personen sei die Führung ihrer Dienstgeschäfte verboten worden oder sie wurden bereits vorläufig ihres Dienstes enthoben.“ Wahrscheinlich träume ich morgen von einer Dunkelziffer, die mir, groß wie´n verdammter Kirchturm, aufn Schädel kracht.
https://www.sueddeutsche.de/bayern/bayern-reichsbuerger-polizisten
Dazu hat das aktuelle Thema der neuen Ausgabe der Jungle World mehr zu sagen als das Christkind: „Querdenker, Nazis und ihre Umsturzphantasien – Irre Putschpläne. Die größte Razzia in der Geschichte der Bundesrepublik richtete sich gegen eine Gruppe von Reichsbürgern, die einen bewaffneten Umsturz geplant haben sollen. Was wie eine verrückte Sekte daherkommt, die sich eine Parallelwelt herbeiphantasiert, ist eng verwoben mit den erstarkenden rechtsextremen Tendenzen in Deutschland – nicht zuletzt in Polizei und Bundeswehr. Die antisemitische Vorstellungswelt der Reichsbürger hat in Deutschland Tradition.“
Aus dem Inhalt (zum Teil online):
Deutsche Traditionen Elke Wittich Die Reichsbürgerbewegung entstand bereits in den siebziger Jahren / Unsicherheitsfaktor Polizei Ruben Gerczikow Das Verhältnis von Jüdinnen und Juden zur Polizei ist belastet / Hoffen auf den Staatsstreich Dominik Lenze AfD und Reichsbürgerideologie sind attraktiv für deutsche Adelige / Uniformiert im Untergrund Felix Sassmannshausen Die Rolle von Soldaten und Polizisten bei den Umsturzplänen Rechtsextremer / Braunes Ländle Larissa Schober In Baden-Württemberg herrscht ein Gemisch aus Esoterik und Rechtsextremismus vor
Natürlich auch mit Unterhaltung z.B.: Elemente des Verschwörungsdenkens Florian Hessel Aus dem Sammelband „Verschwörungsdenken. Zwischen Populärkultur und politischer Mobilisierung“ Leichenblasse Metaphern Julian Baier Der Vampirfilm ist auch 100 Jahre nach „Nosferatu“ noch nicht am Ende Ogottogott! Gabriele Summen, Maurice Summen Ein Rückblick auf das Jahr der „Zeitenwende“

Zwei iranische Rapper wurden gestern von PEN-Berlin als Ehrenmitglieder aufgenommen:
von meinem Verlagskollegen Historiker Volker Weiss aus Hamburg, 10.12.: „Heute war ich auf der Solidaritätsdemonstration für den iranischen Widerstand gegen das islamische Regime in Teheran. Wir waren vielleicht 800-1000 Menschen, der Großteil davon aus der iranischen Community in Hamburg. Leute wie ich, ohne iranischen Hintergrund/Partner:in, waren die absolute Minderheit. Vor allem habe ich nicht eine einzige Fahne, nicht ein einziges Transparent von Grünen, Linkspartei, Gewerkschaften o.ä. gesehen. Auch von der „Multikulti-Szene“ keine Spur … Das ganze deutsche Milieu, das mitunter in Verschleierung und rigider Religionsauslegung den Ausdruck authentischer Kultur sieht oder gar feministisches „Empowerment“ wähnt, glänzte in völliger Abwesenheit. Bemerkenswert fand ich, dass Support vom Straßenrand und aus vorbeifahrenden Autor vor allem von Frauen kam. Dabei ist der Sturz des iranischen Regimes nicht nur für die unterjochte Bevölkerung dort überfällig, er hätte weltweit positive Auswirkungen auf andere Konflikte – von Syrien über Gaza bis in die Ukraine. Aber das scheint hier nur wenige zu interessieren. Schade …“
„Nach dem Rückzug der russischen Besatzungstruppen sind viele ostukrainische Ortschaften ohne Strom, Heizung und Wasser. Dennoch wollen die meisten Menschen ihre Häuser und Wohnungen nicht verlassen – weil sie nicht wissen, wohin sie gehen sollen. Und weil sie ihre Städte und Dörfer – ihr Land – nicht aufgeben wollen.
Doch der ukrainische Winter ist streng. Die Temperaturen können für Wochen und Monate unter minus 10 Grad fallen. Darum brauchen die tapferen Menschen im Osten der Ukraine Solidarität – Ihre Solidarität!
Mit Ihrer Spende helfen Sie, Rüstwagen von deutschen Feuerwehren in den Osten der Ukraine zu bringen. Die Fahrzeuge verfügen über Allradantrieb, Seilwinde und Notstromgenerator; Platz finden außerdem Tausend-Liter-Trinkwassertanks, mobile Generatoren und weitere Hilfsgüter.
Die Initiative für diese Solidaritätskampagne stammt vom Autor Ralf Bönt, unterstützt wird sie von PEN Berlin und der Publizistin Liane Bednarz. Den Einsatz vor Ort leitet Friedenspreisträger Serhij Zhadan.
Größere Summen gespendet haben bereits: Familie Sebastian Pape, PPI AG, Pape Invest, die DFB-Stiftung Egidius Braun, die Reederei Hapag-Lloyd, PEN Berlin.
Zwei Feuerwehrautos sind bereits reserviert. Aber da geht noch mehr – und es wird auch noch mehr gebraucht: Kraftstoff, Ersatzbereifung, Schneeketten, Zusatzheizungen, Chlortabletten zur Wasseraufbereitung usw. Die Wagen sollen vollbepackt losfahren.
Werden Sie Teil der Feuerwehr für Charkiw! Helfen Sie den Menschen in der Ostukraine, den Winter zu überleben! Spenden Sie bitte bis zum 31. Dezember hier.“ (=hier:)
Bei Spenden für die Kampagne »Feuerwehrautos für Charkiw« bitte als Verwendungszweck »Feuerwehr« angeben.
PEN Berlin e.V.
IBAN: DE37100500000191156221
BIC: BELADEBEXXX
(Der PEN Berlin e.V. ist als gemeinnützig anerkannt; Sie können also Ihre Spenden von der Steuer absetzen. Bei Spenden bis zu 300 Euro reicht in Ihrer Steuerklärung inzwischen ein Überweisungsnachweis. Wenn Sie dennoch eine Spendenquittung benötigen – oder falls Sie mehr als 300 Euro spenden –, schreiben Sie bitte an money[at]penberlin.de.)

dass die Kataristen, von paar Details mal abgesehen, die sich doch in jedem Staat finden lassen, ganz okaye Leute sind, mit denen man durchaus gut Kirschen essen kann. Die Deutschen machen schließlich (aufgrund ihrer historischen Erfahrungen, heißt es dann) nicht mit jedem Geschäfte:
„Katar und Deutschland haben sich auf einen Liefervertrag von Flüssigerdgas geeinigt. Mindestens 15 Jahre lang will das Emirat jährlich zwei Millionen Tonnen LNG liefern. Wirtschaftsminister Habeck zeigte sich zufrieden.“
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/weltwirtschaft/katar-lng-101.html