MEANWHILE IN MARGATE THE MING
Von Franz Dobler | 30. März 2023 | Kategorie: Lifestyle | Kommentare deaktiviert für MEANWHILE IN MARGATE THE MING
unbreakable 
uva

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Im täglichen Kampf gegen unsaubere Sprache (bzw. Äußerungen) müssen wir naturgemäß immer nur verlieren. Und müssten aufgeben, wenn wir nicht dranbleiben müssten … Nehmen wir den bekannten Musiker, der ein Buch veröffentlicht hat und im Interview sagt: „Alles muss plötzlich politisch sein.“ Obwohl gar nichts sein muss – wer muss denn aus der Buchstabensuppe irgendwas rausholen müssen, außer das, was er selber zu müssen meinen muss.
Wenn Tocotronics Dirk von Lowtzow den Eindruck hat, man würde ihm (und anderen) nahelegen, was zu müssen, kann man nichts machen, aber man muss das auch korrigieren können. Das ist so ähnlich wie mit der berühmten gefühlten Bedrohung: am meisten von Kriminellen bedroht fühlen sich nachgewiesenermaßen die BewohnerInnen von Reihenhaussiedlungen in Kleinstädten … So geht die ganze Müssen-Stelle: „Heute habe ich hingegen den Eindruck, dass das Politische grundlegend geworden ist für die Vermarktung von Produkten. Alles muss plötzlich politisch sein. Als Künstler wird man permanent gefragt: Ist dies und jenes politisch?“ Wenn es auch noch permanent wird, muss man vielleicht die falschen Leute kennen?
Allerdings musste ich lachen, als ich die Stelle las, die dem Kollegen Thomas Blum in diesem Interview auffallen musste: „Das merkt man dem Buch glaube ich auch an, dass ich ein Jahr lang täglich damit konfrontiert war, Äpfel vom Ereignisbaum zu pflücken.“
https://www.nd-aktuell.de/artikel/1171978.ich-tauche-auf-dirk-von-lowtzow-alles-muss-ploetzlich-politisch-sein.html

„Das Recht auf Asyl hat einer Umfrage zufolge in Deutschland an Rückhalt verloren. Laut der repräsentativen Erhebung des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ halten nur noch 39 Prozent der Bevölkerung das Asylrecht in seiner aktuellen Form für gut. Im Jahr 2017 waren es demnach noch 52 Prozent. 49 Prozent finden, das Recht auf Asyl müsste eingeschränkt werden; 2017 waren es 39 Prozent.“
am Indiebookday: Edition Tiamat-Verleger Klaus Bittermann hat eine weitere großartige Sammlung von unserem allzu früh verstorbenen Freund herausgegeben, eine Anthologie mit Sprachkritik und -forschung und Attacken auf Germanistans Sprachverrottung bei zuverlässiger Unterhaltung zum Totlachen:
»Droste ist ein beneidenswerter Stilist. Und es liegt an seinem verwunderten Spott, seiner Beobachtungsgabe und dem Hang zum Absurden, weshalb das Buch anderen humoristisch gemeinten Grammatikstunden überlegen ist.« (Die Zeit)
genauer: von Streikenden „in Geiselhaft genommen werden“, wie der große weise Anführer des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW), Markus Jerger, so scharfsinnig analysiert, wenn nicht sogar angekündigt hat, können wir wenigstens die neuen Songs/Videos unserer extremtalentierten Freunde A Million Mercies und Philip Bradatsch hören, also falls wir vorher nicht, wie es Geiseln durchaus passieren kann, draufgehen:
A Million Mercies / Under The Blue Light
Philip Bradatsch / Herzen ausgebombt
Beide Künstler Ende April mit großen Live-Acts, auf die wir noch hinweisen, natürlich nur, falls wir nicht, wie es Geiseln oder auch BVMW-Präsidenten durchaus passieren kann, draufgegangen sind.
„Er ist der Hymnenschreiber der Nation, doch Herbert Grönemeyer selbst quält sich mit den Worten.“ (SZ-Magazin, 24.3.2023)
der Essay von Doris Akrap zur Lage der Nation. Und mit einem Beispiel, wie gute Männer sich heute ganz selbstverständlich für Frauen einsetzen: „Eine Finanzbeamtin verbrennt Steuerunterlagen im Kamin einer Angehörigen. Der Finanzminister wusste Bescheid, hat aber niemandem was gesagt. Als andere das rauskriegen, behauptet er, die Kollegin vor einem medialen und öffentlichen Lynchmob beschützt haben zu wollen.“
https://taz.de/Korruption-Investitionsstau-Niedrigloehne/!5917263/
sehr wahrscheinlich beendet: Friedrich Ani und ich lesen aus unseren neuesten, damals 2020 so gut wie gleichzeitig erschienenen Gedichtbänden (@Suhrkamp&Starfruit Publications) und sogar noch neuere Gedichte:
soll man denn lesen, wenn man der Ukraine alle nötigen Waffen wünscht, ohne deswegen zu einem rotgrünen Gefolgsmann werden zu wollen? Dazu tonnenweise Diskussionsstoff in der aktuellen konkret-Ausgabe und u.a. mit diesen Themen auf den Nebenschauplätzen:
Kein einfacher Mann Die erstaunlichen Gespräche von Gideon Bachmann mit Pier Paolo Pasolini. Von Stefan Ripplinger Revolte und Ramipril Jens Hoffmann über den Band Briefe & Mails 1976–2016, der die Wolfgang-Pohrt-Werkausgabe abschließt Dumme Menschen Thomas Blum über Ottessa Moshfeghs neuen Roman und dessen deutsche Rezensenten
https://www.konkret-magazin.de/404-aktuelles-heft