BORSH DIVISION MUSIC & SPENDEN
Von Franz Dobler | 6. März 2022 | Kategorie: Musik | Kommentare deaktiviert für BORSH DIVISION MUSIC & SPENDENDer berlinische Ukrainer Musiker und DJ und Trikont-Artist Yuriy Gurzhy hat diese, schon 2016 großartige Compilation mit Future Sound of Ukraine auf Trikont veröffentlicht, sie ist jetzt wieder erhältlich und die Einnahmen werden für ukrainische Kriegsopfer gespendet:
trikont.de
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BIRTHDAY PARTY PPPASOLINI
Von Franz Dobler | 5. März 2022 | Kategorie: Literatur | Kommentare deaktiviert für BIRTHDAY PARTY PPPASOLINIKein Klassiker des 20. Jh. hat mich in den letzten Jahren so beschäftigt wie PPPasolini, der heute vor 100 Jahren geboren wurde. Lange Zeit kannte ich nur einige Filme, ehe ich dann von etwas reingezogen wurde, an das ich mich nicht erinnere. Das Gedicht Pasolini und ich habe ich mehrmals umgeschrieben, zuletzt für den bei Starfruit Publications erschienenen Sammelband mit dem passenden Titel Ruiniert Euch! (ehe es die anderen tun, könnte man ergänzen), und werde es wohl weiter um- und umschreiben (wie auch ein neueres Gedicht, das ich noch nicht genügend auf- und umgeschrieben habe), bis endlich alles in Schutt und Asche umgelegt und abgeschrieben ist:
+ + + PASOLINI UND ICH + + +
Mit einem Pflasterstein
hätte ich die Elbe treffen können
als ich im Hotel um 0400 erwachte.
Und sofort was tun wollte.
Und dann wenigstens Pasolini las
ein Aufsatz über Gramsci
Pasolinis Verhältnis zu Gramsci
oder wie Pasolini von Gramsci
nicht immer oder sehr oder
nur in gewissen Fällen
beeinflusst worden war.
Oder ging’s um Widersprüche
und den Versuch, sie zu erledigen?
Schwer zu sagen
denn ich habe nicht viel verstanden
nicht genug verstanden
immer noch zu wenig verstanden
auf jeden Fall viel zu wenig
und zu wissen, dass der eine
die Partei gegründet hatte
aus der der andere
nachdem der eine längst tot
ausgeschlossen worden war
nur weil er schwul war
war nicht genug Wissen.
So las ich viele Sätze doppelt
bis ich doch wieder einschlief.
Abends gingen wir in eine Pizzeria
auf St. Pauli, Nähe Herbertstraße.
Sie sah billig aus, sei aber sehr gut
und teuer, wurde uns gesagt.
Und echte Italiener übrigens.
Ich stand am Tresen
wartete auf meine Flasche
drehte mich um
hatte plötzlich so ein Gefühl.
Ein Mann sah mich an.
Von einem alten Foto, schwarz-weiß
und ohne ein Bild von ihm zu kennen
wusste ich: Das ist er!
Und ging so nah ran
bis ich´s lesen konnte
Antonio Gramsci (1891-1937) Mitgründer
der Kommunistischen Partei Italiens.
Mit dem Foto in der Pizzeria
wusste ich schon viel mehr
und wusste, dass ich eines Tages
noch mehr wissen würde
ehe ich mich dann
nicht mehr erinnern würde
was ich mal alles hätte
wissen wollen und tun sollen.
Wissen müssen, tun müssen.
HOFFNUNGSTRÄGER
Von Franz Dobler | 4. März 2022 | Kategorie: Allgemein | Kommentare deaktiviert für HOFFNUNGSTRÄGERhttps://www.tagesschau.de/investigativ/reaktionen-auf-putin-von-querdenkern-und-verschwoerungsideologen-101.html
PRESSEMITTEILUNG DES AUGSBURGER FLÜCHTLINGSRATS
Von Franz Dobler | 3. März 2022 | Kategorie: Allgemein | Kommentare deaktiviert für PRESSEMITTEILUNG DES AUGSBURGER FLÜCHTLINGSRATSMittwoch, 2. März 2022
Pressemitteilung anlässlich der aktuellen Situation in der Ukraine und Europa — 03.03.2022
In der Ukraine herrscht Krieg, zahlreiche Tote und Verletzte sind zu beklagen – auch in der Zivilgesellschaft. In den umkämpften Gebieten werden Wohnhäuser und die öffentliche Infrastruktur in Mitleidenschaft gezogen, zum Teil komplett zerstört. Unzählige Menschen befinden sich auf der Flucht, laut UN-Flüchtlingshochkommissariat sind bis 03.03. bereits ca. 875.000 Ukrainer*innen über die Grenzen geflohen. Ihr Weg führt sie fast ausschließlich auf das Territorium der EU, hauptsächlich nach Polen, aber auch nach Ungarn, Rumänien und in die Slowakei. Zugleich wird eine Rüstungsspirale in Gang gesetzt, in deren Dynamik der 100 Milliarden umfassende Sondertat der deutschen Bundesregierung ein vorläufiges trauriges Highlight darstellt.
Während hierzulande angeblich seriöse Medien von einer neuen Runde im Kampf der Kulturen schwadronieren und ihren Huntington aus dem Regal kramen, zeigen zivilgesellschaftliche Akteure vor Ort und im restlichen Europa, was Solidarität und Mitmenschlichkeit bedeuten. In beeindruckendem Tempo werden Decken, Schlafsäcke und Zelte gesammelt, Essen gekocht, Mitfahrgelegenheiten und Schlafplatzbörsen organisiert. In der russischen Zivilgesellschaft regt sich zudem immer mehr Widerstad gegen das politische Regime und seinen Krieg. Es ist wunderbar, all das in diesen Zeiten zu beobachten.
Auch die Regierungen der EU-Mitgliedsstaaten wollen dem in nichts nachstehen und verkünden vollmundig eine umfassende Aufnahme der aus der Ukraine fliehenden Menschen und versprechen ihnen beschleunigte Verfahren. Die EU möchte erstmalig die sogenannte „Massenzustrom“-Richtlinie aktivieren, die Kriegsflüchtlingen ohne ein aufwendiges Asylverfahren Schutz garantiert.
Diese Kehrtwende der Mitgliedsstaaten und der EU-Bürokratie sind unbedingt zu begrüßen. Es muss momentan alles daran gesetzt werden, die Kriegshandlungen auf dem Territorium der Ukraine zu beenden und den Betroffenen schnellen, unbürokratischen und umfassenden Schutz zu gewährleisten!
Und doch versetzt uns diese Kehrtwende auch in ein gewisses Erstaunen und Fassungslosigkeit. Gerade noch blockierten Staaten wie Polen die Aufnahme von Flüchtenden an der Grenze zu Belarus. Tag für Tag sind Push-backs, Gewalt und Tod im Mittelmeer oder etwa an der griechischen Außengrenze auf der Tagesordnung. In Syrien herrscht nach wie vor staatlicher Krieg gegen die eigene Bevölkerung und die kurdisch verwalteten Regionen stehen unter dauerhaftem Beschuss von mehreren Seiten. Von dort, wie auch aus vielen anderen Regionen machen sich Menschen tagtäglich auf gefahrvolle Fluchtwege und die EU kennt in aller Regel kaum Erbarmen. In Libyen sorgt bspw. eine sogenannte Küstenwache mit Unterstützung und unter expliziter Tolerierung der EU für Leid und Elend – und insbesondere dafür, dass sich so wenige Menschen wie möglich auf die Bootsfahrt Richtung Europa machen.
So sehr wir vor diesem Hintergrund die unbedingte Aufnahmebereitschaft und Versorgung ukrainischer Geflüchteter begrüßen, kritisieren wir zugleich die Selektivität der EU im Umgang mit Menschen, die unter Krieg und Perspektivlosigkeit leiden. Eine Selektivität, die sich übrigens trotz aller Bekundungen einer allgemeinen Aufnahmebereitschaft schon jetzt an der polnischen Außengrenze zu reproduzieren scheint: wie die Tagesschau und andere unabhängige Beobachter*innen berichten, wurden Menschen nicht-weißer Hautfarbe offenbar an der Einreise gehindert.
Wir schließen uns dem Plädoyer der im polnisch-ukrainischen Grenzgebiet tätigen, flüchtlingssolidarischen Organisation Ocalenie aus Polen an: Wir möchten in einem Land leben, in dem Flüchtlinge nicht nach Hautfarbe, Glaube oder Ethnie unterschieden werden!
Wir fordern: Öffnet die Grenzen für alle von Krieg und Perspektivlosigkeit betroffenen Menschen – egal welcher Herkunft!
Aktuelle Informationen und Zahlen finden sich bspw. beim UNHCR oder dem Mediendienst Migration.
Berichte von der ungarisch-ukrainischen Grenze finden sich u.a. bei Bordermonitoring.
WAS AUCH GESAGT WERDEN MUSS
Von Franz Dobler | 2. März 2022 | Kategorie: Allgemein | Kommentare deaktiviert für WAS AUCH GESAGT WERDEN MUSShat Dominic Johnson in der taz gesagt: „Auf der Flucht sind nicht alle gleich / Europa misst beim Umgang mit Geflüchteten mit zweierlei Maß. Die Ukrainer werden warmherzig empfangen – Menschen aus anderen Regionen nicht.“
https://taz.de/Europas-Fluechtlingspolitik/!5835227/
AUS GUTEN GRÜNDEN
Von Franz Dobler | 28. Februar 2022 | Kategorie: Allgemein | Kommentare deaktiviert für AUS GUTEN GRÜNDENSo wahnsinnig tolerant wie unsere Redaktion ist, nehmen wir sogar politische Einschätzungen aus den speziellen Denkräumen so ernst, dass wir drüber nachdenken. Einer der Anführer der Corona-Opfergruppen, Anselm Lenz (nach eigenen Angaben Journalist und Verleger), ist bekanntlich vielseitig informatiert, hier sein Analyse zur aktuellen Lage:
„Am allermeisten braucht der niedergehende US-Nato-Raum diesen Konflikt, um seine eigenen Probleme im Inneren zu überdecken, darunter den lügnerischen und menschenverachtenden Corona-Putsch.“
„Ich möchte doch aus guten Gründen vorschlagen“, sagt meine Oma, „dass von diesen 100 Milliarden des neuen Militärhaushalts 10 Milliarden für die direkte Nazi-Abwehr verwendet werden, ich meine, das gehört doch eh dazu.“ (Aber auf sie hört niemand, weil sie natürlich total dement ist.)
EINE ZIEMLICH INTERESSANTE FRAGE
Von Franz Dobler | 27. Februar 2022 | Kategorie: Lifestyle | Kommentare deaktiviert für EINE ZIEMLICH INTERESSANTE FRAGEWenn eine fiese Situation das Hirn malträtiert, freut man sich schon ein bisschen, wenn man eine Frage gestellt bekommt, die einen für paar Minuten auf andere Gedanken bringt. In einem großen Nachrichtenmagazin stolpere ich im Online-Spielfeld über diese ziemlich interessante Frage: „Eine Wohnung, Hunderte Suchende – wie überzeuge ich den Makler?“ Gar nicht so einfach, ich nehme Antwort B: Mit einer 45er.
BLACK
Von Franz Dobler | 26. Februar 2022 | Kategorie: Bildung | Kommentare deaktiviert für BLACK*26.2.1932
NICHTS ZU SUCHEN
Von Franz Dobler | 25. Februar 2022 | Kategorie: Allgemein | Kommentare deaktiviert für NICHTS ZU SUCHENMeinen Freund und Kollegen Jan Off zitiere ich nicht nur, sondern ich unterschreibe: „Höchste Zeit, dass sich auch Künstler*innen endlich wieder politisch einmischen. Dieses ständige Kreisen um die eigene Befindlichkeit muss ein Ende finden. Auch von der linken Szene erwarte ich ein starkes Signal. Wer den territorialen Raubzug Putins auch nur ansatzweise toleriert oder entschuldigt, hat im progressiven Lager nichts zu suchen.“