dieses sehr alte Symbol für den Sensenmann, scheint mir am Todestag von Freund Wiglaf Droste (+2019) angebracht zu sein. „Freund Hein, umarme mich!“ titelte er im Februar 1991 seinen weniger bekannten Begleittext zur Anthologie Top of the Flops der Band Family*5 um Ex-Fehlfarben Sänger-Texter Hein.
Nach einem Seitenhieb gegen „lahmarschige, gestusverliebte Linke“, die bei 68 und Ton Steine Scherben stehngeblieben sind, gehts so weiter: „Auch der willige Altachtundsiebziger-Fan, der nicht ungern noch ein paar Jahre Kernsätze aus der guten alten Fehlfarben-Zeit – Es geht voran und dergleichen – nachgebrüllt hätte, sieht sich von Peter Heins Texten düpiert: Der Sänger der Tanzkampfkapelle Family*5 versieht seine Schlachtrufe mit genau dem lästigen Beigeschmack von Unglauben und Defätismus, der die Klientel nicht bauchpinselt (…) Peter Heins Weigerung sich die Welt schön zu labern, weil es trotz großmäuliger Ankündigung nun doch nicht geklappt hat mit der Rebellion und man aus der Nummer ja nun irgendwie und möglichst ungeschoren wieder raus muß, sind nicht der Stoff, aus dem junge Opportunisten sich ein prima Schöner-Wohnen-Leben designen können…“
Das ist auch eine interessante, weil so unsentimentale, Fußnote übrigens zu den beiden gewichtigen 50-Jahre-Punk-Büchern ausm Ventil Verlag (über die der Musikredaktor unseres Blocks als Beteiligter noch was schreiben wird): So gibt es im Band „Angriff aufs Schlaraffenland – Ein Deutschpunk-Mixtape“ einige Beiträge über Fehlfarben und einen über Family*5, allerdings vom großartigen Kolja Podkowik (dessen Antilopen Gang ebenfalls beschrieben ist).
Und übrigens hätte Wiglaf Droste postum, wie schon zu Lebzeiten absolut zurecht mit dem Leo-Baeck-Preis ausgezeichnet werden können, wo ihn doch sogar Helmut Kohl mal bekommen hat.