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ENDLICH

wieder unterwegs: Alte Sau aus Hamburg (Jens Rachut/Gesang, Rebecca Oehms/Tasten, Raoul Doré/Schlagzeug) mit neuer zweiter Lp am 5.9. in München/Unterdeck, 7. in Zürich, am 10. in Hamburg (Termine: pencilquincy.org). Das Info sagt: „Wer mit Alte Sau nun immer noch eine weitere Nachfolgeband der von Jens Rachut aufgelösten Angeschissen, Dackelblut, Oma Hans, Kommando Sonne-Nmilch usw, usw erwartet, kann abschalten ! Für immer ! Alte Sau ist nix anderes als Alte Sau.“

AlteSauLP16



SPITZENSATZ (24)

„Es gibt sie noch, diese schwarzen Rillen in gepresstem Vinyl.“ (Annette Meinke-Carstanjen, dpa)

vinylizm:
“ Beach time!
”vinylizm:
“ Beach time!
”

Vielseitig verwendbar: Polyvinylchlorid. Als LP in Deutschland seit 65 Jahren. Falls es es noch gibt.



VERDREHT (4)

„Weniger Wiesnbrüder erwartet“ – (Da dachte ich dann auch, dass das nun doch etwas zu weit geht und ich möglicherweise meine Ärztin konsultieren sollte, ob im Gehirn mehr als üblich resp. normal schiefläuft) – „Weniger Wiesnbesucher erwartet“ – (Das also auch noch!)



FUCK YEAHTZT IST ES DRAUSSEN

das Video Fuck Yeah zum Debutalbum Fuck Yeah der Band Fuck Yeah, und natürlich habe ich sofort Fuck Yeah gebrüllt, als mir Gitarrist und Sänger Don Marco Naegele die Rolle des Bad Guys angeboten hat. Für einen, der bei den Einsätzen für Nena in „Gib Gas, ich will Spaß“ und für die Toten Hosen in „Eisgekühlter Bommerlunder“ in der harten Wolfgang Büldt-Schule fast draufgegangen wäre, habe ich mich doch eigentlich gar nicht mal so schlecht gehalten. Okay, für Shakespeare würde es nicht reichen, aber das habe ich auch nie gewollt. Obwohl. Wie schon Wynn Stewart sagte: Another day, another dollar.

FUCK YEAH - FUCK YEAH 98009 cd.lp my redemption records / fuckyeahmusic.de



BALKANBALKON (19)

Im neuen der Freitag mein Artikel (in der Serie „Nicht in Berlin“) über meine Musikabenteuer in Belgrad: „Der Drive des Diamanten“ („Die Nächte in Belgrad gehören nicht dem Balkan-Trash, sondern James Blood Ulmers Enkeln“).



DAS WUSSTE ICH

jetzt aber wirklich nicht. Echt jetzt. Zigarettenbilder, die einen nachdenklich machen, gab es früher

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übrigens auch schon. So hatte meine Oma ein Bildchen vom Führer, wie er auf einem Balkon steht und in die Ferne schaut. Ich glaube, meine Oma hat nur geraucht, weil der Führer nicht wollte, dass die deutsche Frau raucht. Auch in dieser Hinsicht hat sich natürlich einiges geändert!



SPITZENSATZ (23)

„Wer ein billiges Glitzer-Plastik-Mini-Dirndl ohne Burka trägt, wird mit mindestens vier Jahren Führerscheinentzug bestraft.“ (Roman Deininger, SZ, 20.8.2016, Kolumne „Unter Bayern“)



ACTION IN WESSLING

“Sofern Kunst überhaupt eine grundlegende, spezifische Aussage haben kann, dann in diesem Falle die Nichtigkeit einer einzelnen Wahrheit, eines einzigen Glaubens oder einer einzigen Realität. Die Installationen und Bildobjekte stimulieren die Wahrnehmung gleichermaßen auf verschiedenen geistigen Ebenen, wie sie auch Abgründe auf tun und zum philosophieren, diskutieren und zum schmunzeln einladen.“ (Howlin Max Messer )

Als besonderen Gast mit internationalem Renommee dürfen wir die Künstlerin Anna McCarthy aus München zur Vernissage begrüßen! Ab ca. 20:15 uhr zeigt Anna McCarthy ihren Film „Drink cold, Piss warm“ den sie 2015 in Los Angeles zum Thema der dortigen derzeit anhaltenden Dürre gedreht hat“.

Für Erfrischungen ist gesorgt – sowohl für den Geist, als auch für den Körper! Wir freuen uns auf Ihren Besuch!



WIE SO OFT

die Empfehlung an unsere Abonnenten, den neuen Freitag zu lesen. Hier ein Artikel, über den man auch bei Hitze nachdenken kann:

https://www.freitag.de/autoren/nils-markwardt/wo-bleibt-der-stolz



SOMMER MIT NANCY & SID

Unser Freund Klaus Bittermann hat nicht nur einen Truck Bücher verlegt, sondern nach seinen so komischen wie erfolgreichen Kreuzberg-Anekdoten (z.B. „Möbel zu Hause, aber kein Geld für Alkohol“) endlich wieder einen Roman geschrieben (in einer Besprechung war zu lesen, es sei sein erster, aber das stimmt nur, wenn man nicht bemerkt hat, dass er unter dem Pseudonym Artur Cravan drei tolle Polit-Thriller veröffentlicht hat). Weil wir es keinen Funken besser sagen könnten als Frank Goosen, blenden wir seine Besprechung hier in voller Länge ein:

„Sie suchen noch ein Buch für den Urlaub, haben es aber nicht so mit dem Zeug, das in den großen Buchhandlungen stapelweise im Eingangsbereich herumliegt? Dann empfiehlt Ihr freundlicher Literaturdienstleister heute mal „Sid Schlebrowskis kurzer Sommer der Anarchie und seine Suche nach dem Glück“ von Klaus Bittermann. Bittermann ist laut Klappentext eine „Verlegerlegende“. Dass er den Text wahrscheinlich selbst geschrieben hat, ändert nichts am Wahrheitsgehalt dieses Satzes. Seit 37 Jahren betreibt er den Kleinverlag edition tiamat, und das tut er ganz alleine.

„Sid Schlebrowski“ ist die Geschichte von zwei Kids, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Sid, der eigentlich Michael heißt, sich aber nach Sid Vicious von den Sex Pistols nennt, ist ein schüchterner, minderjähriger Provinzpunk mit einem saufenden Vater, der mal Boxer war. Nancy heißt wirklich so, ist auch erst sechzehn und stammt aus einer wohlhabenden Adelsfamilie. Der Roman spielt hauptsächlich im Sommer 1980 und beginnt, als Sid in den schwarzen Citroen steigt, den Nancy ihrem Vater geklaut hat, aber das ist nicht das richtige Wort, eigentlich war das eine Enteignungsaktion.

 Die beiden ziehen durch Süddeutschland, Österreich und Italien, logieren in Luxushotels und reisen ab, ohne zu bezahlen. Sie erleichtern Menschen, die es sich leisten können und die meistens auch einiges auf dem Kerbholz haben, um Geld, Schmuck und teure Klamotten. Unterwegs treffen sie immer wieder auf Menschen, die ihnen helfen: ein kommunistisches Ehepaar, das im spanischen Bürgerkrieg gekämpft hat oder einen Tankwart, der über den Tod seines Sohnes noch lange nicht hinweg ist und Fahrer einer bestimmten Automarke einfach nicht ausstehen kann, weshalb er Sid und Nancy davonkommen lässt, als sie auch an der Tankstelle das Bezahlen unterlassen. Das alles basiert auf einer alten Zeitungsmeldung, die Bittermann jahrzehntelang aufbewahrt hat, ist also so (oder so ähnlich) tatsächlich passiert.

Das Buch durchzieht ein steter Hauch von Anarchie. Bittermann hat ein großes Herz für die Ausgestoßenen, Nicht-Angepassten, die Outlaws. Man wird ganz wehmütig und möchte beim Lesen die ganze Zeit Udo Lindenberg singen, das Lied von den zwei Geflippten, die durch nichts zu bremsen sind, aber das wäre als musikalische Analogie vielleicht zu platt. Und deshalb ist ein zentrales Stück in diesem Buch „Searching for a heart“ von Warren Zevon: „Certain individuals aren’t sticking with the plan“. Das ist zwar von 1991, aber das Buch endet ja auch nicht in dem Jahr, in dem es angefangen hat. Und da Klaus Bittermann, obschon seit Äonen in Berlin ansässig, Anhänger des BVB ist, darf man auch noch vermuten, dass der Held seines Romans nicht zufällig den Namen von Elwin Schlebrowski trägt, einem Mitglied der Dortmunder Meistermannschaft von 1956.

Ein Buch, das einen nachdenken lässt, ob man nicht mal wieder ein teures Auto anzünden sollte. Muss ja nicht das eigene sein.“ (Ausblende Goosen)

Außerdem können Sie online beim Freitag Bittermanns Essay zu Lenny Bruce´ 50. Todestag nachlesen (oder auch den Text in voller Länge in seiner Sammlung „The Crazy Never Die – Amerikanische Rebellen in der populären Kultur“):

https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/fuck-aus-dem-off

  gebrauchtes Buch – Cravan, Artur – Tod in der Schonzeit