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LINKE JUGEND VOLL RECHTS

Die Reaktion der „linksjugend Frankfurt“ auf die Meldung, dass in Valencia 52 jüdische Jugendliche aus einem Flugzeug geworfen wurden, weil sie Lieder auf Hebräisch gesungen hatten, lautete: „Wir müssen leider enttäuschen: Der Rauswurf fand nicht statt während das Flugzeug in der Luft war.“

Das ist der Unterschied: Bei allen Veranstaltungen von Artists Against Antisemitism seit dem 7.10.23 traf ich nicht ein Mal jemanden, der derartig verächtlich über palästinensische Leute gesprochen hätte (obwohl man bekanntlich in vielen Fällen nicht weiß, ob die zivile Erscheinung nur eine Hamas-Tarnung ist…).

Und nochmal Frankfurt, wo in den nächsten Tagen eine Demonstration „potbanging for Gaza“ stattfindet: Kommentar von Jutta Ditfurth, die so vehement/konsequent/ständig wie wenige gegen Antisemitismus schreibend kämpft und solchen Vorfällen nachgeht:

#LuiseNeubauer #GretaThunberg #MarleneEngelhorn – so viele Töchter aus der Oberschichtenfamilie springen aufs antisemitische Boot. Soziopolitisch nicht uninteressant. Mensch muss nicht viel wissen, nur hyperemotionalisiert agieren als Teil einer judenhassenden Massenbewegung. Bloß nicht nachdenken; „Topfschlagen“ wie beim Kindergeburtstag als nächster Schritt der Selbstinfantilisierung von angeblich politischen Menschen. Und Lügen wie „Genozid“ und „gezielte Aushungerung“. Sträfliche Unterlassung der Erwähnung der Geiseln, der Hamas und des 7.10.“ (f-book, 18.8.)

Auch das noch zum Thema Angeblich-Linke-Jugend:

Zwei israelischen Jugendverbände „wurden vergangene Woche aus dem Dachverband der Internationalen Falken-Bewegung (International Falcon Movement, IFM) ausgeschlossen. Die Falken verstehen sich als sozialistischer Jugendverband.“ Dass die beiden israelischen Organisationen „eng mit der israelischen Kibbuz- und Friedensbewegung verbunden sind und sich für eine Zweistaatenlösung in den Grenzen von 1967 einsetzen, wird nicht berücksichtigt. Diese Bewegung war besonders stark in jenen Kommunen vertreten, die am 7. Oktober angegriffen wurden. Es wurden auch Mitglieder der beiden Verbände ermordet.“ Wen freut also der Ausschluss? Herrn Netanjahu zum Beispiel.

Ganzer Artikel online, 14.8.: https://jungle.world/artikel/2025/33/die-falken-hashomer-hatzair-noal-von-juedischen-jugendorganisationen-gesaeuberte-internationale



WIRD SCHON WIEDER WAS WERDEN

„Ein Gericht, das die Aufrichtigkeit Zschäpes bestätigen wird, wird sich in Deutschland, wo die Behörden jahrelang die Opfer des NSU verdächtigten und sogar zu kriminalisieren versuchten, Zeugen, die auspacken wollten, überraschend Suizid begingen, und Ermittler Hinweisen auf Kindesentführung und Kindesmord durch den NSU nicht weiter nachgingen, schon finden lassen.“

https://jungle.world/artikel/2025/33/beate-zschaepe-aussteigerprogramm-fuer-neonazis-sie-kommt-wieder-keine-frage



IM ZWEIFEL KANN MAN

das, was das lustige Gemüt „Sommerhit“ nennt, zweifellos in die Bierzelte abschieben, wie auch einige der Hits, die in Klaus Walters Artikel „Im Zweifel gegen den Zweifel“ (die britische Popwelt und der Nahostkrieg) zu entdecken sind.

Detail: „Ins Groteske kippt der Anti-Israel-Furor bei Künstler:innen, die sich außerhalb der Heteronorm verorten und gegen queerfeindliche Politiken agi(ti)eren, angesichts der Tatsache, dass Israel das einzige Land weit und breit ist, in dem Nichtheteros halbwegs gefahrlos leben können. Weist man auf diesen Fakt hin, wird mit dem Vorwurf gekontert, Israel betreibe Pinkwashing, um sich von seiner Kolonialschuld reinzuwaschen. Da ist es nicht mehr weit zu der von Uganda bis Jamaika verbreiteten These, Homosexualität sei eine „westliche“, „europäische“ oder „koloniale“ Erfindung.“ 

https://www.fr.de/kultur/gesellschaft/die-britische-popwelt-und-der-nahostkrieg-93861690.html



SPITZENSATZ (105)

„Nur Kunst schafft Ordnung im Chaos der Wirklichkeit.“

(Überschrift zu einer Buchrezension, FAZ 1.8.)



SPITZENSATZ (104)

„Schade, dass die Unterzeichner des jüngsten offenen Promi-Briefes darauf verzichtet haben, zu drohen, dass, wenn ihrer „dringlichen Bitte“ nicht entsprochen wird, sie zukünftig darauf verzichten, Kultur zu schaffen und dem dann gegebenenfalls auch Taten folgen zu lassen.“ (f-book, 1.8., Ralf Poppe)

(die berechtigte Frage an diese Promis, Wo wart ihr nach dem 7. Oktober?, wurde in einem anderen Beitrag gestellt… ich weiß, wo die meisten von ihnen waren, sie waren voll auf die Kamera konzentriert, damit sie gut rüberkommen…)



DER MENSCH IST

ein Wasserfall: Schlussfolgerung aus dem neuen Track „Contentedly“, den A Million Mercies mit Calexicos John Convertino am Schlagzeug eingespielt hat. Nicht die erste Kollaboration, seit sich Wolfgang Petters und Convertino in Landsberg vor dreißig Jahren getroffen hatten (was zur ersten Calexico-LP „Spoke“ auf dem Hausmusik-Label führte) und kürzlich wieder mal genau dort:

„Beim Frühstück unterhielt ich mich mit John Convertino über Wasser und einen Japaner, der Experimente mit Wasser und Eis gemacht hat. Da der Mensch ja zu 80% aus Wasser besteht, ist es nur vernünftig, sich dem Wasser gegenüber auf eine freundliche Art zu verhalten. John sagte mir schließlich: „Schreib ein Lied und ich spiele Schlagzeug dazu.““

Kaufen/Mehrhören: https://amillionmercies.bandcamp.com/



EIN SOLDAT

der schon viel länger ein großartiger Schriftsteller war, ehe er gezwungen wurde, auch ein Soldat zu werden – hier „Die Dankesrede des ukrainischen Musikers und Schriftstellers Serhij Zhadan zur Verleihung des Österreichischen Staatspreises für Europäische Literatur“:

https://taz.de/Dankesrede-Literaturpreisverleihung/!6100536/



KNARF RELLÖM ARKESTRA

ist eine der besten (Live-)Bands weit und breit, gestern in der großartigen Kulturwirtschaft Walden bei Nordendorf (mit einem Gastauftritt von HF Coltello als Gitarrenwand im Souldiscojazz und einer Erinnerung an GUZ, mit dem Knarf Rellöm Die Zukunft präsentierte) und in den nächsten Tagen nicht zu verpassen:

31.7. Nordstadtbraut Hannover, 1.8. Komet Hamburg, 2.8. Boot e.V. Hammerbrook, 3.8. Flensburg, 16. August Bahnhof Görde, 23. August Trinkhalle Bochum, 2. Oktober Em Drügge Pitter Köln

Das Arkestra-Album Kritik der Leistungsgesellschaft bei Misitunes.



INGVAR AMBJOERNSEN RIP

Am 19. Juli verstarb der norwegische, seit Jahrzehnten in Hamburg lebende Autor Ingvar Ambjörnsen im Alter von 69 Jahren nach längerer Krankheit. Wir lernten uns 1988 kennen und schätzen, verbunden durch die Edition Nautilus, wo zeitgleich Ingvars in jeder Hinsicht großer Roman „Weiße Nigger“ und mein kleiner erster Erzählungsband „Falschspieler“ erschienen. Sein umfassendes Werk, übersetzt von seiner Frau Gabriele Haefs, gehört zum Besten, was aus dem literarischen Underground der Achtziger raus und weit nach oben kam … mir fehlen die Worte bei so einem Todesfall, danke an Frank Schulz, der die richtigen gefunden hat:

https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/literatur/zum-tod-des-norwegischen-autors-ingvar-ambjoernsen-110603900.html

(Auszug: „Seine Bücher sind welthaltig in höchster Konzentration, krude, in die Fresse und doch feinstkörnig empfunden und beobachtet, und so manches Milieu, in dem seine schnellen, lakonischen Thriller wie „San Sebastian Blues“ (Norwegen–Spanien), „Stalins Augen“ (Oslo–Hamburg–Ost-Berlin) oder „Die me­chanische Frau“ (Hamburg-St. Georg) spielen, hat er sich mittels Anschauung erarbeitet. Einer meiner Favoriten ist das essayistische „Goldene Vakuum“; ich kenne kein Buch, in dem Panikattacken und Angststörungen eindringlicher beschrieben werden. Ohne Gegengifte ging da gar nichts.“)



UNPOPULÄRE WAHRHEITEN

Die Medienstrategie der faschistischen Terrororganisation Hamas ist weiterhin erfolgreich, die breite Masse der Medien verbreitet, als wäre das ganz normal, die Zahlen und Meldungen, die von Einrichtungen rausgegeben werden, die von den Hamas-Terroristen kontrolliert werden. Da verbreite ich lieber das, was die „Königlich Bayerische Antifa“ verbreitet (wie immer ohne Hasskommentare, während sich bei den „Pro Palästina“-Truppen eben nicht die Aufforderung „Free Gaza from Hamas“ durchsetzen konnte), hier „Unpopuläre Wahrheiten über Gaza:

– Die israelisch organisierte Gaza Humanitarian Foundation hat in den letzten Wochen 85 Millionen Rationen an die Palästinensische Bevölkerung in Gaza verteilt, frei und kostenlos.
– Es gab in den Verteilungszentren der GHF so gut wie keine gewaltsamen Vorfälle. Die Zahl der Verteilungszentren ist immer noch zu gering und die Verteilung an Millionen von Menschen ist alles andere als organisatorisch und sicherheitstechnisch unproblematisch. Dennoch ist die Arbeit der GHF unter den Umständen eines aktiven Kriegsgebiets extrem verlässlich und respektabel.
– Die GHF versucht seit Kurzem, Hilfslieferungen in Gaza über Zusammenarbeit mit Palästinensischen Gemeindeführern direkt zu den Menschen nach Hause zu liefern.
– Die Hamas greift gezielt die eigene Zivilbevölkerung an, die Hilfe in den Hilfszentren suchen. Die Hamas verschleppt, foltert und ermordet Palästinenser auf dem Weg zu und von den Zentren. Sie versucht gezielt, GHF-Hilfskräfte zu ermorden.
– Die IDF hat nicht alle andere Hilfe für Gaza blockiert. Es kommen weiterhin Hilfslieferungen über Internationale Organisationen in den Gaza-Streifen, zusätzlich zur Arbeit der GHF. In Gaza stehen bei Kerem Shalom hunderte von Lastwagen, die Israel über die Grenze gelassen hat, deren Hilfsgüter aber in Gaza niemand verteilen will, obwohl sie zur Verfügung stehen und gebraucht werden.
– Die Hamas nimmt durch die Arbeit der GHF extremen Schaden, denn sie verliert durch die Verteilungszentren die Kontrolle über die Hilfslieferungen und damit über ein wirksames Druckmittel zur Kontrolle der Bevölkerung. Hamas und ihre Steigbügelhalter orchestrieren eine massive Medienkampagne gegen die Arbeit der Hilfsorganisation. Darin wird auf perfide Weise die GHF für Tode verantwortlich gemacht, die sich außerhalb ihrer Perimeter ereignen und die in der allergrößten Zahl direkt von der Hamas verursacht und von Hamas-Behörden gemeldet werden.
Wir wünschen uns den Ausbau des GHF-Hilfssystems und eine flächendeckende sichere Versorgung der Bevölkerung in Gaza. Hilfsgüter dürfen nicht länger in die Hände der Islamistischen Mordbrenner geraten, die damit ihre eigene Bevölkerung erpressen.
Solidarität mit allen Palästinensern, die sich Brot und Frieden wünschen.“