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KLARE SACHE

Nur herausragend intelligente Menschen können nicht ganz unkomplizierte politische Verbindungen in einem Satz klar rüberbringen: „Gestern DRESDEN – heute GAZA Völkermörder zur Rechenschaft ziehen!“

Steht auf dem Transparent, das drei tapfere Männer von der NPD-Sektion Kronach vor einigen Tagen durch Dresden trugen. (Ein Foto, zu dem sich bisher, das überrascht nicht, keine Künstliche Intelligenz bekannt hat).



WANN HAST DU ZULETZT GELACHT?

Erst heute morgen habe ich wieder einmal lachen müssen. Meine Mama hat gestern gesagt, ich soll doch mehr lachen, aber dann habe ich zu ihr gesagt, aber das kann man doch nicht einschalten, das geht doch nicht wie das Licht mit dem Lichtschalter. Aber da hat sie vielleicht geschaut. Aber eingefallen ist ihr dann auch nichts mehr. Aber dann habe ich schon heute morgen doch lachen müssen. Aber nicht damit sie etwas zum Lachen hat und obwohl keine Sonne im Fenster. Aber das macht mir nichts. Also es war ein Foto, warum ich lachen musste: Ein Mann mit einem Helm auf dem Kopf steht an einem dicken Baum und in den Händen hält er eine Motorsäge und mit der Motorsäge hat er schon einige Zentimeter in den Baum hineingesägt und unten auf dem Foto steht: IN DER NATUR ZUHAUSE. SEIT 1926. 100 JAHRE STIHL. Und da habe ich dann sauber lachen müssen. Aber nicht, weil ich etwas gegen STIHL habe, wie man jetzt vielleicht denken könnte, wir haben nämlich selber genug STIHL, zwei und eine, die aber gerade kaputt ist. Ich weiß nicht, was fehlt, aber sie geht nicht. Ich wollte jetzt das Foto hinkleben, aber das geht auch nicht. Die Mama sagt, weil ich zu blöd bin, aber das stimmt nicht. Aber trotzdem hat der Tag schon einmal lustig angefangen. Obwohl es draußen schon wieder so schneit, dass es der Sau graust. Aber ich bin ja keine Sau und es macht mir nichts aus. Aber ich wünsche mir trotzdem eine STIHL gegen schlechtes Wetter und Hochwasser. Das sollte doch gehen, denn es geht doch sonst auch immer alles Mögliche.



WAS SOLL ICH DENN

jetzt anziehen?!? Das offizielle IOC-T-Shirt OLYMPIC GAMES GERMANY BERLIN 1936 ist ausverkauft! Hilft nur noch ein weiterer Besuch bei meinem Tattoo-Händler.



ZUKUNFT

„Wie können wir jetzt über die Zukunft der Ukraine sprechen? Der Schriftsteller, Friedenspreisträger und Soldat Serhij Zhadan hat dazu zehn Thesen aufgestellt.“ – „Serhij Zhadan ist aus der Ukraine zur diesjährigen Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) angereist. Dieser Text basiert auf einer Rede, die Zhadan am Abend des 12. Februar 2026 im Rahmenprogramm der MSC vorgetragen hat.“

https://www.zeit.de/kultur/2026-02/serhij-zhadan-rede-muenchner-sicherheitskonferenz-ukraine?



WUNDER GIBT ES

immer wieder, meint das Schlagerlied, aber das ist keins: „Die jüngste Veröffentlichung von Millionen Seiten aus den Akten des US-Justizministeriums zum Fall Jeffrey Epstein hat in sozialen Netzwerken eine Welle antisemitischer Verschwörungserzählungen ausgelöst.“

Total vorndran wen wundert´s die Fans des Präsidenten und „Besonders aktiv zeigte sich die rechtsextreme Kommentatorin Candace Owens. Sie erklärte: »Ja, wir werden von satanischen Pädophilen regiert, die für Israel arbeiten«, und fügte hinzu: »Das ist die Synagoge Satans, gegen die wir kämpfen.«“

https://www.juedische-allgemeine.de/politik/epstein-dokumente-befeuern-antisemitische-verschwoerungsmythen-in-sozialen-medien/

Hat scheinbar nichts damit zu tun, aber es gibt eine Verbindung: „Viel Aufsehen gab es kürzlich, als Matt Damon im Podcast von Joe Rogan erzählt hat, dass Netflix die Vorgabe aufstellt, bei Filmen möglichst zu Beginn große Actionszenen zu platzieren (damit die Leute nicht gleich wieder wegzappen) und den Plot möglichst oft und einfach verständlich im Dialog zu erklären (weil die Leute beim Filmschauen lieber auf dem Handy daddeln, als den Film zu sehen). Werden Filme also immer dümmer? Philipp Bovermann hat sich für die SZ mal in der Branche umgehört. Deutsche Produzenten berichten ihm tatsächlich von einem Treffen mit „Frontalunterricht“, bei dem ihnen von Netflix die besten Strategien vorgebetet wurden: Bei einer Serie „müsse sofort klar sein, um welches Genre es sich handelt, welche Tonalität, wer die Figuren sind, was sie wollen. Die Erzählung solle ‚auf der Spur bleiben‘. ‚Wow-Effekte‘ bieten. ‚Spice‘. Keine Genre-Mixes. Keine ‚ungewöhnlichen‘ Erzählstrukturen. Alles solle möglichst deutlich und zugleich einfach aussehen, sagt ein Produzent, weshalb ihnen bis in die Farben von Haaren und Pullovern reingeredet worden sei – in einem Maß, das sie so noch nie erlebt hätten. … Seit ein, zwei Jahren, heißt es aus der Branche, gebe es vereinzelt sogar die Vorgabe, ‚blockartig‘ zu erzählen, in je für sich abgeschlossenen Handlungssequenzen. An Filmhochschulen wird so das Schreiben von Kinderstoffen gelehrt.“< (Perlentaucher.de, 7.2.) Die Verbindung: Totalverblödung, Ignoranz, Bösartigkeit usw.

Was diese Leute hassen: Neuster bester Film von einem der Besten, „Verbrannte Erde“ von Thomas Arslan. Hab ich gesehn in der Sonderschule für visuelle Erzählstrukturen, Werkstattkino München, und jetzt hier:

https://www.arte.tv/de/videos/110256-000-A/verbrannte-erde/



DIE REGIERUNG

ist für mich immer noch on top der German Popgroups und das seit circa 36 Jahren und es sind keine nostalgischen Gefühle, dass mich das Gesamtwerk von und mit Tilman Rossmy immer noch begleitet, aber sie tauchen dabei auf, wenn ich zum B. dran denke, dass mir ziemlich am Anfang, als ich bei einer Lesung in Hamburg über Die Regierung sprach, Christof Schreuf von Kolossale Jugend, mit dem ich das dann weiter diskutiert hatte, am nächsten Tag alle damals drei Regierungsplatten vorbeibrachte und dann kamen Band oder Rossmy auf meinen Trikont-Compilations und er spielte für das Album mit Cash-Covers einen neuen Track ein und viele Jahre später zitierte ich in einem Roman Tilmans Song „1975“ mit seinem okay & anyway gibt es wie es Tradition ist alle zweidrei Jahre eine neue Bandscheibe und es ist nie eine dabei, die meine Begeisterung kleiner machen würde… – also: ‚immer unbekannt‘ kommt bei Staatsakt am 20. Februar raus und sie wird präsentiert

8.3.26 Köln – Hängende Gärten
10.3.26 München – Import Export
11.3.26 Würzburg – Z 87
12.3.26 Wuppertal – Börse
13.3.26 Hamburg – Hafenklang
14.3.26 Berlin – Neue Zukunft


WISSEN GEGEN ANTISEMITISMUS

„Das Feindbild Zionismus – Was ist Zionismus eigentlich? Wo kommt Antizionismus her? Welche antizionistischen Vorfälle finden im Alltag statt? Eine Analyse.

 
https://www.belltower.news/spotlight-antisemitismus-das-feindbild-zionismus-164133/


NEUN STUNDEN

dauert einer der bedeutendsten und besten Dokumentarfilme, die je gedreht wurden, „Shoa“ von Claude Lanzmann (1985). Keine Minute zu lang und zu sehen auf Arte, verfügbar bis zum 18/05/2026. „Elf Jahre reiste der 2018 verstorbene Filmemacher durch Europa und sprach mit Zeitzeugen des Holocaust – Opfern und Tätern. Der Film führt zurück an die Orte der NS-Verbrechen“. Ohne historische Aufnahmen. (Ebenfalls in der Mediathek „Ich hatte nur das Nichts“ über die Entstehung).

https://www.arte.tv/de/videos/017079-001-A/shoah-1-2/

Wie gestern und morgen ist heute auch ein guter Tag, um zu lesen:

Jan Gerber: Das Verschwinden des Holocaust / „Warum wurde der Holocaust erst vergleichsweise spät, seit den Siebzigern, als »Hauptereignis des Nationalsozialismus« (Claude Lanzmann) begriffen? Weshalb schwindet dieses Wissen seit einigen Jahren wieder? Was sind die Bedingungen von Erkenntnis über den Holocaust und der Erinnerung daran?“
https://edition-tiamat.de/books/das-verschwinden-des-holocaust
Bittermann, Klaus/Hesse, Christoph (Hg.): Umkämpfte Geschichte – Einsprüche gegen die Umdeutung des 7. Oktober. „Ist der Vorwurf des Genozids an den Palästinensern berechtigt oder Propaganda? Ist der Boykott aller Israelis legitimer Widerstand oder Antisemitismus? Und warum wird die Hamas so behandelt, als wäre sie eine Widerstandsbewegung?“ Mit Beiträgen von Benny Morris, Eva Illouz, Pascal Bruckner, Doron Rabinovici, Dana von Suffrin, Norman Goda, Jürgen Kaube u.a.
https://edition-tiamat.de/books/umkaempfte-geschichte


SPITZENSATZ (107)

 „Wenn man in Deutschland nicht trinkt, wird man behandelt

wie ein Aussätziger.

Da kommt man noch hinter dem, der im Laden

mit einem Fahrradhelm rumläuft!“

(„RTL-Landwirt“ Patrick Romer, zitiert nach Marie von den Benken, FAZ, 25.1. Gedichtform von mir, Readymade ist das neue Creative Writing!)



NEW ORLEANS REVISITED

leider nur musikalisch morgen in der Wirtschaft Kappeneck mit DJ Matthias Hacker vom Bayerischen Rundfunk. Die Sounds von Zydeco & Cajun & Nawlins´SoulJazzFunk begleiten ab mittags den „Soul Food Sunday“ von Wirt und Chefkoch Sandro DiNobili. Um die Uhrzeit war ich noch nie als Plattenleger tätig, bin aber jetzt alt genug für so ´nen Sondereinsatz. Der übrigens klargemacht wurde bevor jetzt das Cajun&Zydeco prägende Akkordeon als Instrument des Jahres in die Nachrichten kam. Wobei ich übrigens erleben möchte, dass das Waschbrett etc.

Angestochen von Louisiana-Music (und informiert von den Romanen von James Lee Burke) waren wir 1994 dort. In den Jahren war die Musik ein bisschen trendy in South of Germany, bei Trikont sind neun Compilations mit Cajun/Zydeco (-History) erschienen – (die man mit vier New Orleans Old School Rhythm&Blues/Funk-Compilations bei SoulJazz Rec. ergänzen kann) -, aufgestellt von Christoph Wagner und Jonathan Fischer, der auch Konzerte u.a. mit John Delafose und Rosie Ledet veranstaltete, und 1995 gaben Peter Bommas und ich den Reader Down In Louisiana heraus, mit Beiträgen von Christiane Lembert, Thomas Meinecke, Thomas Palzer u.a. über Musik, Voodoo, Essen und sonstige kulturellen Eigenarten.

Nicht ausgeschlossen, dass es jetzt ein Comeback gibt, nachdem das Akkordeon in Germany als Instrument des Jahres aufgestellt wurde, weshalb nd-Redakteur Christof Meueler seinen Artikel dazu mit der Aufforderung beendete, „hört Attwenger, Cajun und Zydeco.“ Was er natürlich auch im Sinn von Rock´n´Roll meinte oder, wie man dort sagt, hot music, wenn nicht sogar hot hot.

Der Romancier James Lee Burke hat alles beschrieben, was es über Louisiana/Cajun-Country zu wissen gibt, absolut alles und ausnahmslos mit die beste Literatur, die ich kenne. Allein im Pendragon Verlag gibt es 24 Romane mit Detective Dave Robicheaux in der Hauptrolle. Wer von Kriminalromanen ´ne nette Sache zum locker Weglesen beim Fernsehn mit lecker-lustiger Blutwurst erwartet, sollte sich davon fernhalten. Und der fast 90-jährige JLBurke bleibt dran, auch wenn er in Interviews auf seine immer auch bodenständige Art den Präsidenten angreift. Der alte Burke ist deshalb eine starke Stimme gegen die Rechten, weil er nicht nur hochgebildet ist, sondern echten Kuhdreck an den Stiefeln hat und man keine zehn Seminare besucht haben muss, um seine Romane zu verstehen.

Ohne Hintergedanken und eher zufällig hab ich grad seinen Roman Flamingo wiedergelesen, der im Original 1990, deutsch 93 erschien. Eine Stelle, die uns damals von der Reise nicht abgeschreckt hat: „Im Augenblick haben viele Leute ihre Liebe zur Cajun-Kultur entdeckt, aber sie wissen nur wenig von deren dunkler Seite: organisierte Hunde- und Hahnenkämpfe, die beiläufige sexuelle Ausbeutung schwarzer Frauen, die ignorante Gleichgültigkeit gegenüber der Umwelt, die unter anderem dazu geführt hat, daß große Teile der Sumpfgebiete trockengelegt und durch Industrie schwer in Mitleidenschaft gezogen wurden. Und nur wenige Leute, die nicht von hier sind, verstehen die extremen Gefühle der Cajuns, wenn es um Treue und das Besitzdenken gegenüber anderen Menschen geht (…) Manche mögen das als die einfache Bigotterie von Rednecks abtun, aber meiner Meinung nach sind die Hintergründe wesentlich vielschichtiger …“

https://www.pendragon.de/james-lee-burke

https://www.discogs.com/de/release/6707966-Various-Kings-Of-Zydeco-Black-Creole-Music-From-The-Deep-South-Swamp-Music-VolIII

https://www.nd-aktuell.de/artikel/1196859.bessere-musik-bitte-das-akkordeon-neu-entdecken.html