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WUNDER GIBT ES

immer wieder, meint das Schlagerlied, aber das ist keins: „Die jüngste Veröffentlichung von Millionen Seiten aus den Akten des US-Justizministeriums zum Fall Jeffrey Epstein hat in sozialen Netzwerken eine Welle antisemitischer Verschwörungserzählungen ausgelöst.“

Total vorndran wen wundert´s die Fans des Präsidenten und „Besonders aktiv zeigte sich die rechtsextreme Kommentatorin Candace Owens. Sie erklärte: »Ja, wir werden von satanischen Pädophilen regiert, die für Israel arbeiten«, und fügte hinzu: »Das ist die Synagoge Satans, gegen die wir kämpfen.«“

https://www.juedische-allgemeine.de/politik/epstein-dokumente-befeuern-antisemitische-verschwoerungsmythen-in-sozialen-medien/

Hat scheinbar nichts damit zu tun, aber es gibt eine Verbindung: „Viel Aufsehen gab es kürzlich, als Matt Damon im Podcast von Joe Rogan erzählt hat, dass Netflix die Vorgabe aufstellt, bei Filmen möglichst zu Beginn große Actionszenen zu platzieren (damit die Leute nicht gleich wieder wegzappen) und den Plot möglichst oft und einfach verständlich im Dialog zu erklären (weil die Leute beim Filmschauen lieber auf dem Handy daddeln, als den Film zu sehen). Werden Filme also immer dümmer? Philipp Bovermann hat sich für die SZ mal in der Branche umgehört. Deutsche Produzenten berichten ihm tatsächlich von einem Treffen mit „Frontalunterricht“, bei dem ihnen von Netflix die besten Strategien vorgebetet wurden: Bei einer Serie „müsse sofort klar sein, um welches Genre es sich handelt, welche Tonalität, wer die Figuren sind, was sie wollen. Die Erzählung solle ‚auf der Spur bleiben‘. ‚Wow-Effekte‘ bieten. ‚Spice‘. Keine Genre-Mixes. Keine ‚ungewöhnlichen‘ Erzählstrukturen. Alles solle möglichst deutlich und zugleich einfach aussehen, sagt ein Produzent, weshalb ihnen bis in die Farben von Haaren und Pullovern reingeredet worden sei – in einem Maß, das sie so noch nie erlebt hätten. … Seit ein, zwei Jahren, heißt es aus der Branche, gebe es vereinzelt sogar die Vorgabe, ‚blockartig‘ zu erzählen, in je für sich abgeschlossenen Handlungssequenzen. An Filmhochschulen wird so das Schreiben von Kinderstoffen gelehrt.“< (Perlentaucher.de, 7.2.) Die Verbindung: Totalverblödung, Ignoranz, Bösartigkeit usw.

Was diese Leute hassen: Neuster bester Film von einem der Besten, „Verbrannte Erde“ von Thomas Arslan. Hab ich gesehn in der Sonderschule für visuelle Erzählstrukturen, Werkstattkino München, und jetzt hier:

https://www.arte.tv/de/videos/110256-000-A/verbrannte-erde/



DIE REGIERUNG

ist für mich immer noch on top der German Popgroups und das seit circa 36 Jahren und es sind keine nostalgischen Gefühle, dass mich das Gesamtwerk von und mit Tilman Rossmy immer noch begleitet, aber sie tauchen dabei auf, wenn ich zum B. dran denke, dass mir ziemlich am Anfang, als ich bei einer Lesung in Hamburg über Die Regierung sprach, Christof Schreuf von Kolossale Jugend, mit dem ich das dann weiter diskutiert hatte, am nächsten Tag alle damals drei Regierungsplatten vorbeibrachte und dann kamen Band oder Rossmy auf meinen Trikont-Compilations und er spielte für das Album mit Cash-Covers einen neuen Track ein und viele Jahre später zitierte ich in einem Roman Tilmans Song „1975“ mit seinem okay & anyway gibt es wie es Tradition ist alle zweidrei Jahre eine neue Bandscheibe und es ist nie eine dabei, die meine Begeisterung kleiner machen würde… – also: ‚immer unbekannt‘ kommt bei Staatsakt am 20. Februar raus und sie wird präsentiert

8.3.26 Köln – Hängende Gärten
10.3.26 München – Import Export
11.3.26 Würzburg – Z 87
12.3.26 Wuppertal – Börse
13.3.26 Hamburg – Hafenklang
14.3.26 Berlin – Neue Zukunft


WISSEN GEGEN ANTISEMITISMUS

„Das Feindbild Zionismus – Was ist Zionismus eigentlich? Wo kommt Antizionismus her? Welche antizionistischen Vorfälle finden im Alltag statt? Eine Analyse.

 
https://www.belltower.news/spotlight-antisemitismus-das-feindbild-zionismus-164133/


NEUN STUNDEN

dauert einer der bedeutendsten und besten Dokumentarfilme, die je gedreht wurden, „Shoa“ von Claude Lanzmann (1985). Keine Minute zu lang und zu sehen auf Arte, verfügbar bis zum 18/05/2026. „Elf Jahre reiste der 2018 verstorbene Filmemacher durch Europa und sprach mit Zeitzeugen des Holocaust – Opfern und Tätern. Der Film führt zurück an die Orte der NS-Verbrechen“. Ohne historische Aufnahmen. (Ebenfalls in der Mediathek „Ich hatte nur das Nichts“ über die Entstehung).

https://www.arte.tv/de/videos/017079-001-A/shoah-1-2/

Wie gestern und morgen ist heute auch ein guter Tag, um zu lesen:

Jan Gerber: Das Verschwinden des Holocaust / „Warum wurde der Holocaust erst vergleichsweise spät, seit den Siebzigern, als »Hauptereignis des Nationalsozialismus« (Claude Lanzmann) begriffen? Weshalb schwindet dieses Wissen seit einigen Jahren wieder? Was sind die Bedingungen von Erkenntnis über den Holocaust und der Erinnerung daran?“
https://edition-tiamat.de/books/das-verschwinden-des-holocaust
Bittermann, Klaus/Hesse, Christoph (Hg.): Umkämpfte Geschichte – Einsprüche gegen die Umdeutung des 7. Oktober. „Ist der Vorwurf des Genozids an den Palästinensern berechtigt oder Propaganda? Ist der Boykott aller Israelis legitimer Widerstand oder Antisemitismus? Und warum wird die Hamas so behandelt, als wäre sie eine Widerstandsbewegung?“ Mit Beiträgen von Benny Morris, Eva Illouz, Pascal Bruckner, Doron Rabinovici, Dana von Suffrin, Norman Goda, Jürgen Kaube u.a.
https://edition-tiamat.de/books/umkaempfte-geschichte


SPITZENSATZ (107)

 „Wenn man in Deutschland nicht trinkt, wird man behandelt

wie ein Aussätziger.

Da kommt man noch hinter dem, der im Laden

mit einem Fahrradhelm rumläuft!“

(„RTL-Landwirt“ Patrick Romer, zitiert nach Marie von den Benken, FAZ, 25.1. Gedichtform von mir, Readymade ist das neue Creative Writing!)



NEW ORLEANS REVISITED

leider nur musikalisch morgen in der Wirtschaft Kappeneck mit DJ Matthias Hacker vom Bayerischen Rundfunk. Die Sounds von Zydeco & Cajun & Nawlins´SoulJazzFunk begleiten ab mittags den „Soul Food Sunday“ von Wirt und Chefkoch Sandro DiNobili. Um die Uhrzeit war ich noch nie als Plattenleger tätig, bin aber jetzt alt genug für so ´nen Sondereinsatz. Der übrigens klargemacht wurde bevor jetzt das Cajun&Zydeco prägende Akkordeon als Instrument des Jahres in die Nachrichten kam. Wobei ich übrigens erleben möchte, dass das Waschbrett etc.

Angestochen von Louisiana-Music (und informiert von den Romanen von James Lee Burke) waren wir 1994 dort. In den Jahren war die Musik ein bisschen trendy in South of Germany, bei Trikont sind neun Compilations mit Cajun/Zydeco (-History) erschienen – (die man mit vier New Orleans Old School Rhythm&Blues/Funk-Compilations bei SoulJazz Rec. ergänzen kann) -, aufgestellt von Christoph Wagner und Jonathan Fischer, der auch Konzerte u.a. mit John Delafose und Rosie Ledet veranstaltete, und 1995 gaben Peter Bommas und ich den Reader Down In Louisiana heraus, mit Beiträgen von Christiane Lembert, Thomas Meinecke, Thomas Palzer u.a. über Musik, Voodoo, Essen und sonstige kulturellen Eigenarten.

Nicht ausgeschlossen, dass es jetzt ein Comeback gibt, nachdem das Akkordeon in Germany als Instrument des Jahres aufgestellt wurde, weshalb nd-Redakteur Christof Meueler seinen Artikel dazu mit der Aufforderung beendete, „hört Attwenger, Cajun und Zydeco.“ Was er natürlich auch im Sinn von Rock´n´Roll meinte oder, wie man dort sagt, hot music, wenn nicht sogar hot hot.

Der Romancier James Lee Burke hat alles beschrieben, was es über Louisiana/Cajun-Country zu wissen gibt, absolut alles und ausnahmslos mit die beste Literatur, die ich kenne. Allein im Pendragon Verlag gibt es 24 Romane mit Detective Dave Robicheaux in der Hauptrolle. Wer von Kriminalromanen ´ne nette Sache zum locker Weglesen beim Fernsehn mit lecker-lustiger Blutwurst erwartet, sollte sich davon fernhalten. Und der fast 90-jährige JLBurke bleibt dran, auch wenn er in Interviews auf seine immer auch bodenständige Art den Präsidenten angreift. Der alte Burke ist deshalb eine starke Stimme gegen die Rechten, weil er nicht nur hochgebildet ist, sondern echten Kuhdreck an den Stiefeln hat und man keine zehn Seminare besucht haben muss, um seine Romane zu verstehen.

Ohne Hintergedanken und eher zufällig hab ich grad seinen Roman Flamingo wiedergelesen, der im Original 1990, deutsch 93 erschien. Eine Stelle, die uns damals von der Reise nicht abgeschreckt hat: „Im Augenblick haben viele Leute ihre Liebe zur Cajun-Kultur entdeckt, aber sie wissen nur wenig von deren dunkler Seite: organisierte Hunde- und Hahnenkämpfe, die beiläufige sexuelle Ausbeutung schwarzer Frauen, die ignorante Gleichgültigkeit gegenüber der Umwelt, die unter anderem dazu geführt hat, daß große Teile der Sumpfgebiete trockengelegt und durch Industrie schwer in Mitleidenschaft gezogen wurden. Und nur wenige Leute, die nicht von hier sind, verstehen die extremen Gefühle der Cajuns, wenn es um Treue und das Besitzdenken gegenüber anderen Menschen geht (…) Manche mögen das als die einfache Bigotterie von Rednecks abtun, aber meiner Meinung nach sind die Hintergründe wesentlich vielschichtiger …“

https://www.pendragon.de/james-lee-burke

https://www.discogs.com/de/release/6707966-Various-Kings-Of-Zydeco-Black-Creole-Music-From-The-Deep-South-Swamp-Music-VolIII

https://www.nd-aktuell.de/artikel/1196859.bessere-musik-bitte-das-akkordeon-neu-entdecken.html



PEN-BERLIN BTR IRAN

Die Veranstaltung kann nachgehört werden:

„Angesichts der dramatischen Lage in Iran lädt PEN Berlin am Sonntag, dem 18. Januar, zu einer öffentlichen Gesprächsrunde ins Neue Haus des Berliner Ensembles ein. Was passiert gerade in Iran und wie brutal ist die Repression inzwischen? Was kann Deutschland tun, was muss Europa tun und was wird bisher versäumt? Und vor allem: Welche Schritte sind jetzt möglich – politisch, zivilgesellschaftlich, konkret? Darüber diskutieren: Journalistin und Autorin Natalie Amiri, der CDU-Bundestagsabgeordnete Johannes Volkmann, Mina Khani von der Menschenrechtsorganisation Hengaw, Autorin und Boardmitglied des PEN Berlin Daniela Sepehri mit der Moderatorin Shila Behjat. Der zum Podcast aufbereitete Mitschnitt der Veranstaltung ist überall verfügbar, wo es Podcasts gibt.“

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UNDERCOVER

„An undercover reporter joined France’s anti-Israel movement (…) In her explosive book ‘Les Nouveaux Antisemites,’ journalist Nora Bussigny reveals pervasive hatred of Jews and Israel on the radical left and worries for country’s future“:

https://www.timesofisrael.com/an-undercover-reporter-joined-frances-anti-israel-movement-heres-what-she-found/

Detail: „I chanted against ‘genocide’ and for ‘Palestinian resistance’ — obviously armed ‘resistance’ — during demonstrations supposedly defending the rights of women and LGBT people, with no mention of homosexuals being tortured or murdered in the name of Sharia law in the Gaza Strip, governed by Hamas.”



ARBEIT MACHT

viel Arbeit (sagt die bekannte Weisheit) oder macht sogar viel zuviel Arbeit, weshalb viel zu viele Deutsche nicht mehr allzuviel Arbeit haben möchten (habe ich gehört) – außer die Afd-Arbeiter*innen, denen naturgemäß die Arbeit nie zuviel ist und besonders ihr ehemaliger AfD-Sprecher arbeitet gern besonders viel.

Der Bericht vom 17.1. enthält mehr interessante Details als die Einleitung vermuten lässt: „Der langjährige Parteisprecher Lüth sprach über die Möglichkeit des Erschießens oder Vergasens von Migranten – und wurde fristlos entlassen. Mittlerweile arbeitet er wieder für mehrere AfD-Abgeordnete.“

https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/afd-lueth-bundestag-100.html

Immerhin ziemlich beruhigend oder sogar verflucht positiv: „Es gibt viele AfD-Fraktionsmitglieder, die an Lüths schleichender Rückkehr Anstoß nehmen, für die der ehemalige Pressesprecher ein rotes Tuch ist.“



WENIGSTENS IHR NAME

Manchmal kann man grad nicht mehr tun, als eine Petition zu unterzeichnen, also bitte:
https://www.change.org/jede_stunde_zaehlt
„Wir fordern die politische, wirtschaftliche und diplomatische Isolation des Regimes und rufen die Bundesregierung zu sofortigem Handeln auf: 

  1. Unverzügliche Ausweisung des iranischen Botschafters aus Deutschland und Rückruf des deutschen Botschafters aus Teheran – noch heute. Dies ist ein wichtiges Signal an die Menschen im Iran. Ein Regime, das permanent Verbrechen gegen die eigene Bevölkerung begeht, darf nicht weiter diplomatisch normal behandelt werden. 
  2. Sofortiges nationales Betätigungsverbot der Revolutionsgarden in Deutschland – noch vor der EU-Terrorlistung. Die Revolutionsgarden sind das zentrale Repressionsinstrument des Regimes. Ihre Aktivitäten in Deutschland müssen sofort verboten und ihre EU-Terrorlistung vorangetrieben werden.
  3. Aufnahme politischer Gespräche mit demokratischen, säkularen iranischen Menschenrechtsorganisationen und Oppositionellen. Deutschland muss klar zeigen, wen es unterstützt: Die Menschen im Iran, nicht ihre Unterdrücker und Henker.“