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ANDREAS NEUMEISTER R.I.P.

Ein Schock, die Nachricht vom Tod des Schriftstellers, Künstlers, DJs Andreas Neumeister. Wenige Wochen nach seinem 67. Ich war sein Fan, seit er in den frühen 80ern als Andi Neumeista im Münchner Blatt angefangen hatte, und später ein Freund. Seine Bücher und Sets bleiben, und auch ein paar berühmte Ausdrücke. So unpassierbar ist die Brücke von Bob Wills zu Jeff Mills auch wieder nicht. In dubio pro Disco! Und er hat dem Kettenhörer einen Namen gegeben. Möge der Musikforscher irgendwo weiter Kette hören können und das Gut laut. Wenn wir mit Ausdeutschen durch sind, sehn wir uns wieder.



DAS PROBLEM DER TEXTBRANCHE

bzw auch oder sogar vor allem Buchbranche war doch schon immer, dass da zu viele Vollidioten unterwegs sind. Ich sage ja nicht, dass man es ihnen verbieten soll, nein, im Gegenteil, ich find´s gut, dass es Menschen gibt, die ihnen helfen.

Wie zum Beispiel ein Herr K. mit seiner Firma „Texterschmiede“ und dieser sehr vielversprechenden „Anzeige“: „Mit Hilfe von KI Texten ein zweites Standbein aufbauen * Schreiben und Kassieren * Pro Text bis zu 497.- * Anonym * Von zuhause“.

Obwohl nach KI ein – fehlt, obwohl altgediente Texterschmiede wie ich wissen, dass es bis zu 498.- heißen müsste, und obwohl anonym auf ein Problem verweisen könnte, das man nicht haben oder anderen überbraten will, also ich schreibe mal dem Herrn K., mal kucken, was er auf der Rechnung hat.



ZUR LINKSLAGE IN BERLIN UND SONSTWO

schreibt sie alles, was dazu zu sagen ist (falls man sich nicht Richtung Söder-Blödsinn nach rechts verlaufen möchte). Link zum ganzen Text „Anmerkungen zu Berlin“ von Jutta Ditfurth unten:

(Auszug) „Die Pro-Palis haben kein Problem damit, dass ihre „Helden“ von der Hamas alle kritischen Palästinenser*innen mit dem Tod bedrohen, kein Problem mit dem Missbrauch der palästinensischen Zivilbevölkerung zum Zweck von Krieg, Erpressung und Propaganda.

Es geht ja um Größeres, um das eigentliche Ziel: die Vernichtung der Juden und Israels. Anschläge auf Menschen und Synagogen markieren weltweit ihren Weg. Typen wie Vanessa Emde sind nicht allein. In Manhattan gibt es z.B. das The Peoples Forum, cofinanziert von einem chinesischen Milliardär. (…)

Nichts (auch kein israelisches Kriegsverbrechen) rechtfertigt den Hass auf Juden und Jüdinnen und nichts die menschenhassende Gier, den einzigen jüdischen Staat auf der Erde zu vernichten.
Diese Entscheidung muss bald getroffen werden, denn ein wahnsinnig gewordener Teil ehemals linker Personen und Gruppen fördert weltweit (gemeinsam mit faschistischen, muslimischen und christlichen Antisemit*innen und auch solchen der »Mitte«) eine Welt von Pogromen. 17.10.2026″

file:///C:/Users/fr/Downloads/Ditfurth-Anmerkungen-zu-Berlin-20261017.pdf



IN MEMORIAM NILS KOPPRUCH

den Singer-Songwriter und Maler, den am 1o.10.2012 so viel zu früh verstorbenen Freund, kam es an seinem Todestag zu einer besonderen Performance, als meine Tochter Pola Dobler und ihr Frauenchor Witches of Westend bei einem Konzert in der Kapelle St. Josef zu Isny im Allgäu seinen Song Den Teufel tun vortrugen. An Nils´ Todestag war sie die erste, die mir die traurige Nachricht mitteilte und dann begleitete sie mich nach Hamburg zur Beerdigung. Songs und Erinnerungen, die uns begleiten.

Auf seinem soeben auf Trikont erschienenen Album Ich bin eine Bewegung covert Philip Bradatsch Nils Koppruchs Song Vielleicht. Philip habe ich beim letzten Konzert von Nils (mit Kid Kopphausen in München) kennengelernt, wir standen draußen rum und Nils sagte, darf ich vorstellen, das ist der großartige Gitarrist und Songschreiber Philip Bradatsch. (Dessen Karriere dann losging). Wir bemerkten nicht, dass der Tod bei uns stand. Wir hätten gesagt: Wir werden den Teufel tun und an ihn denken.



DAS PASST DOCH BESTENS

zum Nationalfeiertag, dass Deutschland jetzt wieder einen rechtsextremen Ministerpräsidenten (korrigiere, Landtagspräsidenten, was fürn Fehler!) vorweisen kann, gewählt garantiert höchstvermutlich mit Stimmen der angeblich christlichen Demokraten. Und ebenso passend der Vorgang, dass die rechtsextreme Extrementwicklung in zwei östlichen Bundesländern sehr viel weniger medialen Wirbel, Protest, Empörung, Hysterie, Mahnung ausgelöst hat, als das Wahlergebnis in Berlin; was nicht heißen soll, dass die antisemitischen Vorkommnisse in der Linken auch nur irgendwie zu entschuldigen oder kleinzureden wären. Und ebenso passend, dass Deutschland inzwischen vollends zum Abrissunternehmen des Asylrechts verkommen ist.

Dieses Gesamtbild hat einmal mehr der vielbeachtete Meinungsvertreter Ulf Poschardt knapp und verständlich zusammengefasst, mit einem Hinweis, wie man´s noch verbessern kann: „Einfach mal nach Kopenhagen fahren: Alle sind schön, reich und blond! Und alles ist geil.“ (Jeden angemessenen Kommentar hat mir mein Anwalt verboten.)

Da ist dann der gute alte Rat „Deutschland, halt´s Maul!“ schon zu sanftmütig.



MENGE KULTUR AGAINST ANTISEMITISM

jedenfalls in Augsburg und von verschiedenen Abteilungen (für die ich am 16./17.10. und 11.11. tätig sein darf):

5.-29.10. Deutsch-Israelische Literaturtage. Veranstaltet von der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Augsburg-Schwaben:

https://www.dig-augsburg.de/events/deutsch-israelische-literaturtage-2026

11.-18.10. Jüdische Kulturwoche. Veranstaltet vom Jüdischen Museum:

https://jmaugsburg.de/jkas26/

11.11. Richard Schuberth: „Vom Antisemitismus, der keiner sein will“. Veranstaltet von Friedensbüro Augsburg & Artists Against Antisemitism im „DenkRaum“/Jazzclub

https://edition-tiamat.de/books/vom-antisemitismus-der-keiner-sein-will



100 JAHRE COLTRANE

TAKE THE A-TRAIN TO COLTRANE

Eines schönen Tages begleitete ich den Schlagzeuger Elvin Jones, der jahrelang in der Kapelle von Coltrane gespielt hatte, beim durch die Stadt laufen, damit sich der New Yorker vor dem Konzert mit seiner Band Jazz Machine nicht in Germany verirren würde. Wir kamen an einer Großbaustelle vorbei, auf der Arbeiter ewig lang nach Coltranes Abflug mit Presslufthämmern einen Höllenlärm produzierten. Elvin Jones blieb stehen und trommelte mit beiden Fäusten passend zu den Presslufthämmern auf den Metallzaun und schrie: What a sound, man!

Hot Animal Machine von Ex-Black Flag Henry Rollins war erschienen als er in einem Interview 1987 sagen sollte welche Musik er zurzeit hörte und er eigentlich die ganze Zeit immer nur John Coltrane sagte und ich mich vollkommen verblüfft aufgeregt umdrehte.

Gestern, schreibt einer ins Netz, habe er sensationell in der Kiste bei einem Secondhandler Ascension von Coltrane gefunden und sowieso gekauft und bekommt sofort als erste Antwort die Frage, wieviel haste denn dafür bezahlt?



IRRER KANNS NICHT WERDEN

denkt man sich doch oft, was die Kommentare zu gewissen Themen betrifft, und ein besonders irres Feld sind Kommentare auf das 10/7-Hamas-Massaker, alles bis zum totalsten Irren und Verlogensten ist gesagt, schlimmer kann´s nicht mehr werden, aber da täuschst du dich wie ich:

“But Israelis still largely view themselves as the victims of Oct. 7.”

Genau, was erlauben also die meisten Israelis immer noch! – und das hat nicht ein fröhlicher Palituch-Teenager gemeint, sondern eine senior correspondent in der New York Times geschrieben. Dann wurde es gelöscht, was nicht ok ist, aber es war eh zu spät.

„The New York Times came under fire Wednesday over a baffling passage that appeared in an article about an Israeli documentary — which said the Jewish state “still largely view themselves as the victims of Oct. 7. The Sept. 14 article, penned by Jerusalem-based reporter Isabel Kershner, covers the controversy over the documentary film “NAZA,” which chronicles the killing of Palestinian civilians in Gaza“ (NYPost, 16.9.)



WAS FASCHISTEN WOLLEN

hat Wiglaf Droste vor 33 Jahren schon mal für die Wahl in Sachsen-Anhalten analysiert: „Niemand wählt Faschisten oder wird einer, weil er sich über deren Ziele täuscht – das Gegenteil ist der Fall; Faschisten sind Faschisten, weil sie welche sein wollen.“ (Auch wenn sie dann von x oder y als Protestwähler*innen o.ä. gesehen werden wollen.)



SACHSEN-ANHALT GANZ ANDERS

gibts ja nun doch auch noch, wenn auch „auf schwerer See“, die nun erheblich schwerer ist als in den dreißig Jahren seit Gründung von Label+Verlag, welche jetzt mit ELMSFEUER, 34 Tracks und „Töne aus dem Jenseits der Unterhaltung“ als 2CD bzw CD+Chapbook gefeiert wird:

https://taz.de/Label-Moloko-Plus-aus-Sachsen-Anhalt/!6207919/

Komplettes Line-up (und diese „Credits & Notes Compilation: Rex Joswig … Dedicated to the loving memory of Robert „Bob“ Rutman (1931–2021), Bert Papenfuß (1956–2023) & Bruno Adams (1963–2009). Gone but not forgotten!“) hier:

https://www.molokoplusrecords.de/finder.php?folder=Label&content=155

Schon den Moloko-Start mit Badfish hatte ich nicht verschlafen und „Jesus im Schnee“ von der ebenfalls von Rex Joswig und bis heute angetriebenen Band Herbst in Peking kam auf meine Trikont-Compilation Vol3 und ich will immer noch nicht schlafen, weil man auf schwerer See bekanntlich besser erstmal nicht schläft.