Musik

DIE BAR ZUR GUTEN HOFFNUNG

gehört dem besten Singer-Songwriter weit und breit im deutschsprachigen Raum: Philip Bradatsch hat sein drittes Album auf Trikont veröffentlicht und „Die Bar zur guten Hoffnung“ hat eine 2-LP gefordert und verdient, und ich springe in meinem zerrissensten Unterhemd auf den Tisch jeder Lyrik-Jury, um ihnen klarzumachen, dass sie keine besseren Texte kriegen werden … Den großen Gitarristen begleiten von RocknRoll bis Soul wieder die Cola Rum Boys (Wolfgang Dinter, Florian Ernszt, Tobias Hieber). Nicht meine Hoffnung, sondern Überzeugung: es wird den Mann nicht aufhalten, dass schon sein zweites Album mit schlechten Bedingungen konfrontiert ist.

Hier Bestellung/Daten/sehr gute Videos:

https://trikont.de/shop/artists/philip-bradatsch/philip-bradatsch-bar-zur-guten-hoffnung/

Philip Bradatsch- Die Bar zur guten Hoffnung



EMIL MANGELSDORFF IST

mit seinen 96 Jahren der dienstälteste deutsche Jazzmusiker bzw. wahrscheinlich Musiker überhaupt. Er hatte schon in der illegalen Frankfurter Hotclub Combo gespielt, als er deswegen 1943 von der Gestapo verhaftet wurde. Am kommenden Montag spielt er mit seinem Quartett die Nr.214 seiner Konzertreihe im Frankfurter Holzhausenschlösschen. Ich wollte ihn dort besuchen, aber die aktuelle Lage … Es war der mit Emil und Albert Mangelsdorff befreundete Autor und Musikfan Hans Frick, der mir als Erster von dieser frühen Frankfurter Jazzszene erzählt hatte. Auch Frick (1930-2003) war unter den Nazis als sogenannter „Halbjude“ gefährdet und hatte sich dann 45 sofort in die Clubs und Bars und die Sounds der Befreiung gestürzt.

Das Konzert auch zuhause: 6.12. 19h30: Emil Mangelsdorff (Saxophon) Thilo Wagner (Klavier) Jens Loh (Bass) Axel Pape (Schlagzeug) und Markus Harm (Altsaxophon) als besonderer Gast:

https://www.frankfurter-buergerstiftung.de/informationen/mediathek/video/zum-214-mal-jazz-mit-dem-emil-mangelsdorff-quartett-und-einem-besonderem-gast-91



THE SPECIALS PROTEST

Sehr schöne raumgreifende 55′-Lektion von Klaus Walter zum großartigen und tatsächlich very special Specials-Album „Freedom Highway – Protest Songs 1924-2012“. So geht Polit-Pop und so geht Musikjournalismus, wenn sie noch gehn können:

https://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/zuendfunk/weise-alte-maenner-protestsongs-von-the-specials-100.html



OCCUPY RESIST PRODUCE REPEAT

Die Solidarität-mit-Viome-2-LP jetzt auch auf Bandcamp. Mit Rückendeckung von Das Hobos bringe ich den Song „Wer macht den Dreck und wer macht die Wäsche?“ zum Vortrag. Total 23 Tracks/Bands mit diesen Worten vom produzierenden Kollektiv Die Seiferei:

„Die Seiferei – selbstverwaltet und solidarisch“ ist im schönen und gleichermaßen solidarischen Projekt „Grandhotel Cosmopolis“ im Herzen Augsburgs angesiedelt und verkauft dort biologische und vegane Reinigungsmittel von Viome für Haushalt und Körper (ohne Palmöl), die aus Thessaloniki in Griechenland importiert werden. Dort haben sich Arbeiter*innen 2011 eine bankrotte Fliesenkleberfirma angeeignet und auf die neuen Produkte umgestellt. Das Ganze funktioniert basisdemokratisch ohne Chef*in und unter der Prämisse, dass man nicht die Grundlagen für das eigene Leben zerstören darf. Wer Viome oder Die Seiferei unterstützen möchte, kann gerne Samstagnachmittag im Grandhotel Cosmopolis vorbeischauen.“
seiferei.noblogs.org

https://dieseiferei.bandcamp.com/album/occupy-resist-produce-repeat?



ICH MÖCHTE BEIM KÖLN-KONZERT DABEI SEIN

klingt schon sehr seltsam, aber ich meine das ernst: weil ich dieses vor einem Jahr erschienene Album, das jetzt endlich am 10.11. mit einem Konzert gefeiert wird, „Seifenblasenmaschine“ von Krazy mit Danny Dziuk als Produzent und Sideman, in diesem Jahr so oft gehört habe wie nur wenige andere Alben (z.B. Tony-Allen-Hugh-Masekelas „Rejoice“, um hier den Maßstab zu markieren):

Songster – Konzert mit Krazy & Danny Dziuk  
zur Feier des neuen Krazy-Albums Seifenblasenmaschine

10.11. Artheater 20 Uhr

„Krazy ist in Köln bekannt als Sängerin und Songautorin, die in zahlreiche Kultur-Abenteuer involviert war (Zusammenarbeit u.a. mit Peter Sarach, Matthias Keul, Cowboys on Dope). Mit ihren eigenen Songs, die besonders durch geistreiche, sprachgenaue Texte auffallen, war sie auf zahlreichen Kleinkunst-, Lese- und Liederbühnen zu Gast.
Danny Dziuk ist in Fachkreisen bekannt als Autor einiger hochkarätiger Lieder im Programm von Stoppok, Annett Lousian u.A. Er war ausgiebig mit Wiglaf Droste auf Tour und schrieb einige Filmmusik, wird aber von Experten vor allem für seinen eigenen Auftritt geschätzt. Mit seiner Band Dziuks Küche wie als Solo-Künstler produzierte er zahlreiche Alben, für die er verschiedene Auszeichnungen bekam (Deutscher Kleinkunstpreis, Preis der Liederbestenliste, Preis der Deutschen Schallplattenkritik, Deutscher Musikautorenpreis).
2018 trafen sich diese zwei Songster und überzeugten sich gegenseitig mühelos – aus der glücklichen Begegnung wurde eine sporadische Zusammenarbeit; aus dem Experiment, ein Lied zusammen zu schreiben, wurde schließlich Krazys neues Album – begleitet, arrangiert und produziert von Danny Dziuk.

„Seifenblasenmaschine“ erschien 2020 bei timezone records. Ein neues Danny Dziuk -Album ist auf dem Weg. Nun stellen beide zusammen ihre Songs vor.“

https://artheater.de/?fbclid=IwAR1gz03ARr_144tJJntIS10HYl1l8Ip2mxifwuUXxnba7IWp5XJx99vymUE
www.facebook.com/KrazyRockt

 



ALLES AUF M

Ein Kapitel aus dem Buch vorab:

Beate Bartel: „Mir ist erst Jahre später aufgefallen, was für einen ungewöhnlichen Werdegang wir eigentlich hatten. Es kam alles von selbst“

Ein Satz aus dem Kapitel: „Bettina: Die wollten die Kontrolle über uns. Aber wir waren einfach nicht kontrollierbar.“

12.11.Ventil Verlag



DIE OPTIMAL HITPARADE

ist natürlich auch ein Panoptikum der Exzentrik, des Weltbewegenden, Untergegangenen, Unverwüstlichen: 60 Sendungen hat der Optimal Plattenladen aus München inzwischen aufgestellt, und schon vor einem Jahr dieses Best-of-Optimal&Friends, das 90 Minuten durch die Welt der Musik und der Menschen groovt: welche eine Aufnahme ziehen sie raus und was sagen sie dazu und wie schaun sie dabei aus der Wäsche und könnte man vom Alter auf den Sound schließen? Abenteuer, Wundertüte, Geisterbahn, echt jetzt:

Hier die neuste Ausgabe Vol58 mit neuem Stoff, der auch alt sein kann, es fängt an mit einer Neuausgabe von Faust:



DAS HOBOS ON THE ROAD AGAIN

14.10. Sulzbach-Rosenberg (@ Capitol Kino+Special Guest Myself) +++ 15.10. München (@TAM TAM Kosmos/JKW Unterhaching) +++ 16.10. Mindelheim (@Hörbar)

Das Hobos´ Mycrotom Solo Performance: 23.10. Murnau (@Westtorhalle)

Details & Sounds:

Das Hobos & Franz Dobler live

https://dashobos.bandcamp.com/  $ https://leroyleroy.bandcamp.com/ $ Mycrotom = https://mongkong.bandcamp.com/

ua



MANCHE STERBEN

viel zu früh, und einer von ihnen war der algerisch-französiche Sänger und Rocker Rachid Taha, mit 59, an dessen dritten Todestag am 12. September ich doch noch erinnern möchte:

Rachid Taha - Ya Rayah | Veröffentlichungen, Rezensionen, Mitwirkende |  DiscogsAlbum 1,2,3, Soleils, Rachid Taha | Qobuz: Download und Streaming in hoher  AudioqualitätRachid Taha rock the casbah Live - YouTubeAlbum Ecoute-Moi Camarade, Rachid Taha | Qobuz: download and streaming in  high quality



MILES DAVIS AM

„30. Juli 1990: ein Jahr vor seinem Tod (28.9.1991), gab Miles Davis ein umjubeltes Open-Air-Konzert auf der Hamburger Kunstinsel am Glockengießerwall. Auf der Playlist: „Perfect Way“, „Time after Time“, „Human Nature“, „Hannibal“ u.v.a. Miles Davis (tp, key), Kenny Garrett (as, fl), Joe „Foley“ McCreary (g, voc), Kei Akagi (synth), Richard Patterson (b), Ricky Wellman (dr), Erin Davis (perc).“

Bis 4.10. 15h in der Mediathek, wo es tatsächlich eine unfassbar lange Woche stand:

https://www.ardmediathek.de/video/show-und-musik/miles-davis-oder-konzert-zum-30-todestag/ndr/Y3JpZDovL25kci5kZS82NzI4NWZjMS01MTBkLTRjZjQtOTEwMy0zZWZmMWFjMTEwZjg/