DAS BENNO-OHNESORG-THEATER
Von Franz Dobler | 2. Juni 2017 | Kategorie: Produktion | Kommentare deaktiviert für DAS BENNO-OHNESORG-THEATERstartet am 10. Oktober 2017 in seine vierte Spielzeit, die von Friedrich Ani und Franz Dobler erstmals am Theater Augsburg präsentiert wird. Gäste zur Eröffnung sind: Simone Buchholz (die Hamburger Autorin präsentiert ihren neuen Roman Beton Rouge), André Bücker (der neue Intendant im Gespräch), und live „autonome Wirtshausmusik“ von der Trikont-Frauengruppe Mrs. Zwirbl. Die Gastgeber sind mit den Neuigkeiten Ermordung des Glücks (Ani) und Die Trikont-Story: Musik, Krawall und andere schöne Künste (Dobler) vertreten. Das detaillierte Programm ist dennoch kein Widerspruch zum neuen Theater-Wahlspruch: Du weiß nicht was dich erwartet, aber es wird nicht ganz blöd sein.
Das Benno-Ohnesorg-Theater wurde 1991 von Wiglaf Droste und Michael Stein nicht im Keller des Hamburger Ohnsorg Theaters, sondern in Berlin gegründet. Die erste Phase der „Politshowlesebühne“ wurde im Eiszeit Kino und an der Volksbühne durchgeführt, wo Wiglaf Droste in Phase 2 ab 1994 allein und weiterhin mit Gästen bis 2000 weitermachte. 2007/8 leitete Franz Dobler in Phase 3 die schon mit den Theater-Gründern vage anvisierte Filiale in München im Vereinsheim und an den Kammerspielen. Auch in der nunmehr konzipierten Phase 4 wird die Grundausrichtung der Einrichtung – politische Nachdenklichkeit mit familienfreundlichem Humor – naturgemäß beibehalten.
Abb.: ja/nein
AM VATERTAGE
Von Franz Dobler | 25. Mai 2017 | Kategorie: Produktion | Kommentare deaktiviert für AM VATERTAGEhabe auch ich einmal ein selbstverfasstes Gedicht geschrieben und 2008 in das schmale Buch Ich fühlte mich stark wie die Braut im Rosa Luxemburg T-Shirt hineingesteckt, und das geht so:
VATERTAG IM SPORTHEIM
Es war nichts los
an diesem Sonntagnachmittag im Sportheim
die Mannschaft kämpfte auswärts
um den Aufstieg in die B-Klasse
zwei Männer an einem Tisch
in einer müden Stimmung
und nur weil einer sagte
dass früher mehr los war am Vatertag
bekam ich mit, es war Vatertag
und war genauso betroffen.
Ich weiß auch nicht, sagte der Ältere
soll ich dieses blöde Haus renovieren
oder soll ich´s abreißen?
Ich kann mich einfach nicht entscheiden
so geht das seit vier Wochen
es ist zum Wahnsinnigwerden
aber mit dem Alter
wirst du immer schwuler
da kannst du nichts machen.
Die junge Bedienung
ging durch den Raum
in einem engen Oberteil mit Tigermuster
auf dem geschrieben stand
Miss Wet T-Shirt!
Das sah glaubwürdig aus und
alle Augen stimmten für sie.
Was meinst du denn damit?
fragte der Jüngere und lachte unsicher
soll ich vielleicht immer schwuler werden!?
Sollen nicht, aber sehen
wirst du es schon noch, sagte der Ältere
ich lasse mir immer mehr sagen
der sagt was und der sagt was
der eine sagt das Haus renovieren
der andere sagt abreißen
als ich so alt war wie du
mit 25 habe ich mir doch
von keinem was sagen lassen.
Ich zahlte und ging
und war traurig gestimmt
weil es früher am Vatertag besser war
als alle schnell so besoffen waren
dass keiner mehr wusste
wo ist hinten, was ist vorn.
Reiß doch das scheiß Haus ab
sagte ich im Rausgehen zu ihm
aber mach´s mit einer Ladung Dynamit
sonst heißt es noch
du bist schwul.
EIN SCHLAG INS GESICHT (19)
Von Franz Dobler | 31. Januar 2017 | Kategorie: Produktion | Kommentare deaktiviert für EIN SCHLAG INS GESICHT (19)Die CrimeMag Top Ten 2016: Platz 3 Jon Bassoff: Zerrüttung (Corrosion; Polar) und Franz Dobler: Ein Schlag ins Gesicht (Tropen)
Rolling Stone 2/2017: „… mitunter gar an Döblin und Oskar Maria Graf erinnernde Meisterschaft.“
EIN SCHLAG INS GESICHT (18) HELL YEAH!
Von Franz Dobler | 19. Januar 2017 | Kategorie: Produktion | Kommentare deaktiviert für EIN SCHLAG INS GESICHT (18) HELL YEAH!33. Deutscher Krimi Preis 2017 National
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EIN SCHLAG INS GESICHT (17)
Von Franz Dobler | 11. Januar 2017 | Kategorie: Produktion | Kommentare deaktiviert für EIN SCHLAG INS GESICHT (17)Die von Tobias Gohlis herausgegebene monatliche Krimi-Bestenliste hat den Standort gewechselt und wird ab Januar von Deutschlandradio Kultur und Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung präsentiert:
1 Patrick McGinley – Bogmail Aus dem Englischen von Hans-Christian Oeser. Steidl, 344 Seiten, 24 Euro 2 Liza Cody – Miss Terry Aus dem Englischen von Grundmann & Laudan. Ariadne, 320 Seiten, 17 Euro 3 Franz Dobler – Ein Schlag ins Gesicht Aus dem Deutschen von Franz Dobler. Tropen, 366 Seiten, 19,95 Euro
EIN SCHLAG INS GESICHT (16)
Von Franz Dobler | 27. Dezember 2016 | Kategorie: Produktion | Kommentare deaktiviert für EIN SCHLAG INS GESICHT (16)mdr Kultur : Krimi des Monats
„Erzählt ist das alles wunderbar echt und atmosphärisch. Die Dialoge sitzen, man lacht sich schlapp … ‚Ein Schlag ins Gesicht‘ ist, ganz in der Tradition Fausers, ein großer Gegenwartsroman mit Kriminalhandlung.“ (Stefan Maelck)
HEUTE MAL DIESE POESIE
Von Franz Dobler | 10. Dezember 2016 | Kategorie: Produktion | Kommentare deaktiviert für HEUTE MAL DIESE POESIEGEGEN ABSCHIEBUNGEN IN KRIEG UND PERSPEKTIVLOSIGKEIT
„Wir protestieren heute gegen Abschiebungen, aber ich befürchte, dass es dabei auch darum geht, unser Land gegen eine Bedrohung zu verteidigen. Denn die wachsende Gefahr, dass das Asylrecht in Deutschland immer noch weiter abgebaut und ignoriert wird, und dass verstärkt und sogar in Kriegsgebiete abgeschoben wird, verläuft parallel zur Tatsache, dass unser Land immer stärker von Rechten, von Antidemokraten, von Rassisten bedroht wird.
Man könnte vermuten, dass Deutschland genug aus seiner NS-Vergangenheit gelernt hat, um damit fertigzuwerden, aber das ist offensichtlich nicht der Fall.
Für diese Neue Rechte ist vor allem der Hass gegen Geflüchtete eine ihrer Hauptantriebskräfte. Sie schaffen es mit so irren Behauptungen, dass Deutschland und seine angebliche Leitkultur von Migranten und Geflüchteten abgeschafft würde, eine Menge Stimmen zu holen. Sie holen so viele Stimmen, dass inzwischen Politiker von der CSU bis zur Linken auf diese Bedrohung von rechts dadurch reagieren, dass sie Sprache, Ziele und Behauptungen dieser Bewegung aufgreifen, um ihre Wähler am Abwandern zu hindern.
Unser Problem mit Abschiebungen bzw. mit den Katastrophen an den Außengrenzen der EU hat sich in den letzten Monaten verschärft, weil die Politiker der Mitte für ihr Ziel, ihre Wähler nicht der AfD zu überlassen, ebenfalls das Thema „Geflüchtete“ benutzen: die Behauptung, Deutschland müsste die Zahl an Asylanten und Geflüchteten reduzieren, um nicht existentiell bedroht zu sein, ist schon so gut wie Konsens.
Das muss man sich mal klarmachen: das ist die vorherrschende Meinung in einem der reichsten Länder der Welt, das seine Rüstungsexporte weiterhin steigert in der naiven Annahme, dass es dafür keine Quittung in Form von Opfern gibt, die dann notgedrungen vor unserer Tür stehen. Wobei wir erheblich weniger Kriegsflüchtlinge aufnehmen als einige erheblich ärmere Länder.
Die Behauptung, Deutschland sei in Gefahr, ist eine Lüge. Ebenso wie der Glaube eine Illusion ist, Deutschland oder Europa könnte sich abschotten von den Krisengebieten der Welt, an deren Krisen es immer irgendwie beteiligt ist. Dass echte Probleme, wie die sich permanent verschärfende Kluft zwischen Armen und Reichen, in diesem Tumult untergehen, ist die spezielle Tragik dabei. Und wenn man Leuten wie uns dann vorwirft, wir würden die Arm/Reich-Problematik in Deutschland für weniger wichtig halten, ist das übrigens ebenfalls eine verdammte Lüge.
In der Problemzone Asyl-Abschiebungen-Sichere Herkunftstaaten sind im Moment Geflüchtete aus Afghanistan in besonderer Gefahr. Seit Oktober gibt es ein Abkommen zwischen der EU und Afghanistan, das seine Geflüchteten zurücknimmt und dafür finanzielle Unterstützung erhält. Was im Fall Deutschland heißt: 1,8 Milliarden Euro werden bis 2020 bezahlt, um die afghanischen Geflüchteten loszuwerden. Anders gesagt: das ist der Preis, um das Grundrecht auf Asyl zu löschen.
Denn die Situation in Afghanistan ist allgemein bekannt: Es ist Kriegsgebiet, und die Lage dort verschlechtert sich täglich. Gegen Abschiebungen dorthin protestieren nicht nur humanitäre Organisationen, sondern auch Gruppierungen der CSU und der christlichen Kirchen.
Eine Zeitung der Mitte, die Süddeutsche, hat es kürzlich nicht anders formuliert als wir: „Dass Vertreter der Bundesregierung nun erklären, die Afghanen sollten doch einfach in ihrem Land bleiben und nicht nach Europa fliehen, ist genauso zynisch wie die Einschätzung, es gebe sichere Gebiete, in die man Afghanen abschieben kann.“ (1) Und der UN-Beobachter Chaloka Beyani hat das nach einem Besuch in Afghanistan ergänzt, als er sagte: „Diese Leute zurückzuschicken, wird die Instabilität ganz sicher verschärfen.“ (2)
Die strikte Weigerung der Bundesregierung, angeführt von Innenminister de Maizière, ihre Haltung zu ändern, darf nicht hingenommen werden. Ausgerechnet in einem Land, das in den letzten hundert Jahren mehr als jedes andere Land weltweit das größte Elend verursacht hat, ist diese inhumane oder auch unchristliche Härte gegenüber Geflüchteten vollkommen unakzeptabel.
Diese Härte dient nicht einmal dazu, die Neue Deutsche Rechte ruhig zu halten, sondern wird sie im Gegenteil bestärken. Und das ist der Grund, warum wir Deutsche heute nicht nur für Geflüchtete und gegen Abschiebungen auf der Straße sind, sondern für uns selbst.“
Franz Dobler/Freundschaftskreis Augsburger Flüchtlingsrat e.V., Rede vom 26.11.2016
(1)12.11.2016: http://www.sueddeutsche.de/politik/anschlag-in-afghanistan-bundesregierung-traegt-mitschuld-an-der-situation-in-afghanistan-1.3244891
(2)The Guardian, 1.11.2016: https://www.theguardian.com/global-development/2016/nov/01/eu-deportation-of-migrants-adds-to-afghanistans-instability-says-un-united-nations
Krimizeit-Bestenliste Dezember 2016
Von Franz Dobler | 10. Dezember 2016 | Kategorie: Produktion | Kommentare deaktiviert für Krimizeit-Bestenliste Dezember 2016EIN SCHLAG INS GESICHT (14)
Von Franz Dobler | 4. Dezember 2016 | Kategorie: Produktion | Kommentare deaktiviert für EIN SCHLAG INS GESICHT (14)„Das beste, lustigste und abgründigste Buch des verdammten vergangenen Jahres.“ Andreas Ammer, BR2/Diwan



