Unterhaltung

EIN NEUER AfD-WITZ

geht so: Wer spricht bei einer AfD-Demo gegen eine Dragqueen, die aus Kinderbüchern vorliest? Ein wegen Vergewaltigung vorbestrafter Mitarbeiter vom AfD-Landtagsabgeordneten Andreas Jurca.

(Ebenso sachlich, aber ausführlich am 8.8.): https://www.br.de/nachrichten/bayern/dragqueen-liest-kinderbuecher-vor-afd-naher-protest-in-augsburg,VRPu9Ts



ZUM BESTEN AUS BAYERN

gehört zweifellos das Magazin MUH. Großformat 100 Seiten. Ausgabe Nr.61 „Sommer“ ist erschienen. Mit wie immer nützlichen, abenteuerlichen, politischen, historischen, irrsinnigen Beiträgen. Und mit meinem Nachruf auf den Freund, Abenteurer und Autor, den im März verstorbenen Ludwig Lugmeier. Der genau heute seinen 77. Geburtstag in Berlin gefeiert hätte.

Man kanns nur in echt lesen – bestellen und Infos und Covers hier:

https://www.muh.bayern/



SPITZENSATZ (110)

Ich jedenfalls tausche den ganzen Suhrkamp-Laden gegen

die gesammelten Columbia Records.

Klaus Theweleit, 2011



ZUM FEIERNTAG

habe ich mir einmal dieses Gedicht ausgedacht, das dann in meine Bücher Ich fühlte mich stark wie die Braut im Rosa Luxemburg T-Shirt (Songdog 2009) und Ich will doch immer nur kriegen was ich haben will reingekommen ist (Starfruit Publications 2020) und es kann sein, dass ich es schon hier im Blockhaus gebracht habe, weil mir zu diesem Feierntag halt nichts anderes mehr einfällt:

*** VATERTAG IM SPORTHEIM ***

Es war nichts los

an diesem Sonntagnachmittag im Sportheim

die Mannschaft kämpfte auswärts

um den Aufstieg in die B-Klasse.

Nur zwei Männer an einem Tisch

in einer müden Stimmung

und nur weil einer sagte

dass früher mehr los war am Vatertag

bekam ich mit, es war Vatertag

und war genauso betroffen.

Ich weiß auch nicht, sagte der Ältere

soll ich dieses blöde Haus renovieren

oder soll ich´s abreißen?

Ich kann mich einfach nicht entscheiden

so geht das seit vier Wochen

es ist zum Wahnsinnigwerden

aber mit dem Alter wirst du immer schwuler

da kannst du nichts machen.

Die junge Bedienung ging durch den Raum

in einem engen Oberteil mit Tigermuster

auf dem geschrieben stand: Miss Wet T-Shirt!

Das sah glaubwürdig aus und

alle Augen stimmten für sie.

Was meinst du denn damit?

fragte der Jüngere und lachte unsicher

soll ich vielleicht immer schwuler werden!?

Sollen nicht, aber sehen

wirst du es schon noch, sagte der Ältere

ich lasse mir immer mehr sagen

der sagt was und der sagt was, der eine sagt

das Haus renovieren!, der andere sagt abreißen!

als ich so alt war wie du mit 25

habe ich mir doch von keinem was sagen lassen.

Ich zahlte und ging und war traurig gestimmt

weil es früher am Vatertag besser war

als alle schnell so besoffen waren

dass keiner mehr wusste

wo ist hinten, was ist vorn.

Reiß dein scheiß Haus ab

sagte ich im Rausgehen zu ihm

aber mach´s mit einer Ladung Dynamit!

so heißt es noch

du bist schwul.



SPITZENSATZ (109)

„PUNKMUSI VON DAHOAM“ 

(Eine Konzertankündigung, die mir die Frage stellt, Fortschritt oder Untergang? bzw. muss man es als Anzeichen für ein Comeback betrachten?)



SPITZENSATZ (108)

„Ein Buch, das auf Tiktok gehypt wird, muss noch lang nicht gut sein.“

(SZ, 25.3., Christiane Lutz)



WANN HAST DU ZULETZT GELACHT?

Erst heute morgen habe ich wieder einmal lachen müssen. Meine Mama hat gestern gesagt, ich soll doch mehr lachen, aber dann habe ich zu ihr gesagt, aber das kann man doch nicht einschalten, das geht doch nicht wie das Licht mit dem Lichtschalter. Aber da hat sie vielleicht geschaut. Aber eingefallen ist ihr dann auch nichts mehr. Aber dann habe ich schon heute morgen doch lachen müssen. Aber nicht damit sie etwas zum Lachen hat und obwohl keine Sonne im Fenster. Aber das macht mir nichts. Also es war ein Foto, warum ich lachen musste: Ein Mann mit einem Helm auf dem Kopf steht an einem dicken Baum und in den Händen hält er eine Motorsäge und mit der Motorsäge hat er schon einige Zentimeter in den Baum hineingesägt und unten auf dem Foto steht: IN DER NATUR ZUHAUSE. SEIT 1926. 100 JAHRE STIHL. Und da habe ich dann sauber lachen müssen. Aber nicht, weil ich etwas gegen STIHL habe, wie man jetzt vielleicht denken könnte, wir haben nämlich selber genug STIHL, zwei und eine, die aber gerade kaputt ist. Ich weiß nicht, was fehlt, aber sie geht nicht. Ich wollte jetzt das Foto hinkleben, aber das geht auch nicht. Die Mama sagt, weil ich zu blöd bin, aber das stimmt nicht. Aber trotzdem hat der Tag schon einmal lustig angefangen. Obwohl es draußen schon wieder so schneit, dass es der Sau graust. Aber ich bin ja keine Sau und es macht mir nichts aus. Aber ich wünsche mir trotzdem eine STIHL gegen schlechtes Wetter und Hochwasser. Das sollte doch gehen, denn es geht doch sonst auch immer alles Mögliche.



SPITZENSATZ (107)

 „Wenn man in Deutschland nicht trinkt, wird man behandelt

wie ein Aussätziger.

Da kommt man noch hinter dem, der im Laden

mit einem Fahrradhelm rumläuft!“

(„RTL-Landwirt“ Patrick Romer, zitiert nach Marie von den Benken, FAZ, 25.1. Gedichtform von mir, Readymade ist das neue Creative Writing!)



DASS BAYERN IMMER AN ALLEM

schuld sein soll, ist nur noch zum Kotzen, und wer sowas behauptet, hat dann eben in unserem Land auch nichts verloren…

„Deutschland ohne Bayern wäre restlos pleite und hilflos“

(Markus Söder, SZ 14.12.)



THE BOOTLEG HISTORY

Augsburg: Zwei Abende Ausstellung und Programm zur Geschichte des Musikclubs Bootleg. Der damals in der Punkrock/Underground-Rock´n´Roll-Bundesliga spielte und vom maßgeblichen Magazin Spex als Nr.1-Club des Südens ausgezeichnet wurde. Die Geschichte war kurz, aber heftig: Eröffnet im Dezember 87, wurde das Bootleg schon im Mai 89 nach den intensiven Bemühungen von den gestörten Anwohnertruppen abgeschlossen. Nachdem sie über 100 Konzerte überlebt hatten, von Pussy Galore mit Jon Spencer, die angeblich den Lautstärkerekord aufstellten, über Screaming Trees bis Mo Tucker Band. Komplett nachzusehen auf den ausgestellten Plakaten, Flyern, Fotos und Live-Mitschnitten.

Bootleg: hat auch in mein Leben massiv eingegriffen. Wir kamen aus München zu einigen Konzerten, weil dort nichts ähnlich Gutes geboten war, und dann wurde ich zu einer Lesung aus meinem ersten Buch eingeladen, great, und wir lernten gute Leute kennen, und als wir bald darauf von den Münchner Mietpreisen endgültig die Nase voll hatten, zogen wir also um nach Augsburg, und Bootleg-Betreiber Peter Bommas, außerdem Herausgeber des Magazins Trash, wurde auch noch Verleger einiger meiner Bücher. Womit eine lange und vielverzweigte Freundschaftsgeschichte nur angedeutet ist…

Zusatzprogramm in der Transformatorenhalle 117 der Hutfabrik Lembert jeweils ab 19 Uhr:

12.12. Im Gespräch Peter Bommas und Pulle (Bootleg-Betreiber), Roderich Fabian (ex-BR-Zündfunk), Künstlerinnen Marie und Peter Lochmüller, Dolf Hermannstädter (Trust-Magazin), Bernd Spring (Isidor-Fanzine) + ein originalgetreues DJ-Set von Cpt. James T Maschek

13.12. Konzert mit denen, die schon damals dabei waren: The Creeping Candies & The Truffauts + DJ Thomas Patsch