Unterhaltung

FRAGE FÜR EINEN FREUND

Wie lange geht es gut, wenn man sich nur von Tomaten, Käse, Brot, Rotwein und Wasser ernährt? (Er möchte nicht dem Internet vertrauen). Ich habe gesagt, es geht länger gut, als der Prepper denkt. (Jedoch keine Überprüfung im Internet). Falls ich ihm damit schade, übernehme ich natürlich die (volle) Verantwortung.



ES GIBT SIE NOCH

die gute Nachricht, die nicht schlechter wird, weil sie nur in einem extrem kleinen Teil der Welt als gute ankommen wird, „Paul Schrader wants to make another movie“, weiß The New Yorker, und wir hätten gern, nein, fordern, vehement, der 76-jährige, der rumtönt „I´m old and asthmatic, what better way to die than on the job?“, während The NY rumtönt, er wäre letztes Jahr bei Dreharbeiten in New Orleans seinem Wunsch schon nahegekommen, möge endlich sein längst fertiges Drehbuch „Eight Scenes from the Life of Hank Williams“ verfilmen, denn wer denn sonst, wenn nicht er, Hank Jr. vielleicht mit Hank III als Hank und einem Hank III-Kind oder Hank Jr.-Enkel als Taxi Driver? – Hm! (wenn man den Alptraum aufgeschrieben hat, klingt er plötzlich total spannend).



DIE BEWÄHRTESTEN FACHKRÄFTE

sind weiterhin durch nichts und andere Menschmaschinen zu ersetzen (besonders wenn es in München um „niedere Bedürfnisse“ geht):

Ist möglicherweise ein Bild von Parkuhr und Text „NDENMAI TANZ TANZI TANZ DEN TAN7 AN TANZ TANZ TANZ DEN MAI SUPPISTARIL202 www.Irgendwas- ist-immer.de FREINACHT! Davidopoulo IntimDJ Schneider Û TANZ IN DEN MAI 1 SONNTAG 30. APRIL 2023 SUBSTANZ RUPPERTSTRASSE2 INTERNATIONALE MUSIK FÜR NIEDEREN BEDÜRFNISSE FFGETRÄNKE NELKEN -21h FRÜH! ES WIRD WIEDER WARM WERDEN!“



IM KAMPF GEGEN K.I.

ist es mutmachend zu beobachten, wie sich die besten Textarbeiter*innen nicht unterkriegen lassen, sondern ihre Talente mehr als voll ausspielen. Wir zollen Respekt, unabhängig von Person und Position, und wissen somit auch den bekanntlich vielseitig talentierten Karl-Theodor zu Guttenberg zu würdigen, vermittelt durch unsere Quelle FAZ-Redakteur Tobias Rüther (hinter der Zahlschranke, an der sich unser Block-Hacker fast die Zähne ausgebissen hätte).

„Falls Sie es jetzt unhöflich finden sollten“, schreibt Rüther (Anfang April), „mit der alten Geschichte um Rücktritt und Plagiat nach all den Jahren wieder anzukommen: Guttenberg hat angefangen. Seit Monaten schreibt er auf seiner LinkedIn-Seite eine Art literarisches Tagebuch“ und „fängt in jedem Eintrag von selbst wieder davon an“, das jedoch nicht ohne Esprit, möchte man schon nach wenigen Auszügen behaupten:

„Sonntagmorgen. Ich blinzele aus dem Fenster in einen klaren Winterhimmel. Ein Ballon tanzt vorbei. Einer der teuren. Silberglänzend, mit Helium gefüllt“, schreibt er beispielsweise Ende Februar. „Nun, ich bin selbst einmal ein bunter Ballon gewesen, der mit ikarusgleicher Flugkurve gar nicht hübsch genug platzen konnte. Der Knall tat mir gut. Auch der schmerzhafte, aber heilsame Aufprall.“ Und letzte Woche, nach einem Heimflug aus Los Angeles: „Vor wenigen Jahren hatte ich neun Stunden Zeitunterschied noch routiniert weggesteckt. Wirklich? Unsinn, das habe ich lediglich immer behauptet. Maßlose Prahlerei in gewissen Runden. Die tatsächliche Routine war ein Mix aus Melatonin und Schlafmitteln. Hat mir ebenso wenig gutgetan wie – bekanntlich – das Schaumschlagen.“

Er zappt durchs Programm und bleibt bei der Oscar-Verleihung und dem Auftritt von Lady Gaga hängen, wie die erst im Abendkleid den roten Teppich entlangschreitet, dann aber in Jeans auf der Bühne singt: „Der Mensch Lady Gaga tritt ab. Das Publikum feiert sie – und seine eigene Illusion. Es beklatscht Lady Gaga. Oder unbewusst seine eigene Schwäche. Und natürlich wird es auch jene geben, die nur eine Inszenierung sehen wollen. Wie immer. Irgendwann bin ich dann im Sessel eingeschlafen. Seit Langem bereits demaskiert.““

Und was könnte diese „seit Monaten“ intensive Literaturtagebuchfabrikation bedeuten? Mit all unserer langjährigen Erfahrung erkennen wir ein Buch am Horizont. Was da raushängt, könnte ein Lesebändchen sein. Wir tippen auf eine Kollaboration mit Freiherr von Stuckrad-Barre, „Alle sind immer noch so ernst, wenn sie mal wach sind“ vielleicht, aber wir wollen uns hier natürlich nicht in Spekulationen ausdemaskieren und weisen unsere Gesellschaftsreporterin unmissverständlich in die Schranken, die gehört haben will, mit einem Vorwort von Ulf Poschardt, denn hier ist kein Platz für Fake News, Pseudo-Fake-News und Einbrechende News.

https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/guttenberg-schreibt-tagebuch-auf-linkedin-18790265.html



SPITZENSATZ (92)

„Er ist der Hymnenschreiber der Nation, doch Herbert Grönemeyer selbst quält sich mit den Worten.“ (SZ-Magazin, 24.3.2023)



SPITZENSATZ (91)

„Auf unserer Kundgebung ist jeder willkommen, der ehrlichen Herzens für Frieden und für Verhandlungen demonstrieren möchte.“ (Sarah Wagenknecht)



VERDREHT (17)

Hatte nie davon gehört, deshalb haute es mich um: Richard Brautigan spielt klassische Klavierkonzerte von Johann Wilhelm Wilms! Eine Konzertübertragung, so viele Jahre nachdem sich der amerikanische Dichter erschossen hat!? Der Klavier spielte?! Verdammt will ich sein, wenn das keine irre Sache ist. Auch wenn dieser Komponist Johann Wilhelm Wilms klingt wie einer aus einer dieser ganz kurzen Brautigan-Short-Stories, etwa so, Johann Wilhelm Wilms kam in den Wilden Westen mit einem Piano auf dem Rücken und gab einsamen Waldläufern Klavierstunden im Tausch gegen Schrotpatronen, und er hörte erst auf damit, als er eines Tages dieses Konzertplakat sah: „Ronald Brautigam spielt klassische Klavierkonzerte von Johann Wilhelm Wilms“. Damit war auch ich etwas enttäuscht. Könnte mir Richard Brautigan am Klavier echt gut vorstellen.



SPITZENSATZ (90)

„Nach dem Ausscheiden geraten immer mehr Details über die Katar-Katastrophe an die Öffentlichkeit.“ (Transfer Ticker-Das Magazin, 8.12.)



VERDREHT (16)

Geschockt und gebannt starrte ich heute auf das Buch im Schaufenster des auf Schundliteratur spezialisierten 2nd-Hand-Ladens:

Der Dichter und sein Henker.

Der beste Titel seit hundert Jahren! Oder mindestens seit Boris Vian. Das Ding muss ich haben. Es ist 17:53. Ein Mann muss gut in der Zeit sein, an jedem und auch an einem besonderen Tag … Bin ich. Dennoch, die verdammte Tür schon geschlossen. Schundliteraturhändler, auch ihr seid Schweine! Ich starre wieder durchs Fenster. Das nicht geputzt ist, logisch, das habe ich nicht erfunden. Ich werde morgen wiederkommen. Samstags geöffnet bis 13:00. Wenn ihr mich wieder übers Ohr haut mit der Zeit, die bekanntlich keineswegs relativ ist, kriegt euer Schaufenster was aufs Ohr. Und damit meine ich nicht, dass ich darauf spucken werde.



FESTIVAL MACHEN VOL 1

Hier ein Truck voll Fakten zum Hausmusik-Festival „machen1“ Ende November in Landsberg, wo 1991 alles anfing mit dem Label Hausmusik, mit u.a. History-Ausstellung, Konzerten von Matthias Goetz´Le Millipede und Wolfgang Petters´A Million Mercies, Premiere von Ricardo Molinas Dokfilm und Lesungen von Katja Huber und mir:

https://www.merkur.de/lokales/landsberg-kreisbote/einfach-machen-hausmusik-und-ein-festival-in-landsberg-91858354.html

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