Unterhaltung

SPITZENSATZ (106)

„Alle rennen ja zurzeit zu den großen Konzerten und versuchen auf ihren 300-Euro-Plätzen mit ihren 1200-Euro-Telefonen aus 100 Metern Entfernung ein halbwegs scharfes Bild für Instagram hinzukriegen.“ (Maik Brüggemeyer, f-book 18.11.)

Das korrespondiert, finde ich, mit dem super Marketingtipp einer Autorin für die schreibende Klasse: „Liebe alle! Über eine positive Reension auf Amazon mit füenf Sternen und drei Wörtern würd ich mich freuen; auch wenn das Buch noch nicht gelesen wurde.“ (Woraf dann üebrings kein Smeilay gesetzt wahr). „Drei Wörtern“, hm, könnte ein Intelligenztest sein.



LUSTIG ODER NICHT?

„Zoff in der AfD Harburg: Ein Bezirksabgeordneter hat Anzeige gegen einen Parteifreund erstattet. Der Vorwurf: Er sei als „Untermensch“ bezeichnet worden.“

https://www.mopo.de/hamburg/politik/untermensch-afd-abgeordneter-zeigt-parteifreund-an/?



EGAL WO ER HINGEHT

Wie alle nach leicht verständlichen Witzen Süchtigen können wir, wie Millionen anderer Kabarettist*innen, diese Nachricht heute nicht ignorieren, wobei wir jedoch mit der Verbindung Söder/Sodbrennen nicht noch mehr von dieser angeblich kostbaren Zeit verschwenden:

„CSU sichert sich Marke „Söder Kebab“ … hat den Schriftzug samt Logo markenrechtlich schützen lassen … Im vergangenen Jahr verloste Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) ein gemeinsames Döner-Essen unter seinen Instagram-Fans. Dazu passend gab es das Logo mit dem Schriftzug „Söder Kebab“ … Dieses Design hat sich die CSU beim Patent- und Markenamt schützen lassen und nutzt es beispielsweise für Aufdrucke auf T-Shirts und Hoodies … Es habe sich einfach so entwickelt, dass „egal, wo ich hingehe – auf Flughäfen, in der Welt, im Urlaub – treffe ich Leute mit dem T-Shirt. Deswegen wird das halt so ein bisschen geschützt“, so Söder“ (, der offensichtlich nicht daran denkt, dass ein bisschen geschützt zu wenig geschützt sein könnte).

Auch auf die Warnung eines Politik-Strategie-Experten namens Herr Steffan sollte er vielleicht besser mal hören: „Ganz risikofrei sei Söders Online-Strategie nicht: „Das Auftreten von Markus Söder droht dann ins Lächerliche oder ins Unseriöse zu kippen, wenn sich die Wählerinnen und Wähler davon abwenden“. Erst dann, nicht schon vorher? Aber wir sind ja keine Experten auf Flughäfen, in der Welt, im Urlaub.

https://www.br.de/nachrichten/bayern/csu-sichert-sich-marke-soeder-kebab-was-soll-das,Uv3bPK2



SPITZENSATZ (105)

„Nur Kunst schafft Ordnung im Chaos der Wirklichkeit.“

(Überschrift zu einer Buchrezension, FAZ 1.8.)



SPITZENSATZ (104)

„Schade, dass die Unterzeichner des jüngsten offenen Promi-Briefes darauf verzichtet haben, zu drohen, dass, wenn ihrer „dringlichen Bitte“ nicht entsprochen wird, sie zukünftig darauf verzichten, Kultur zu schaffen und dem dann gegebenenfalls auch Taten folgen zu lassen.“ (f-book, 1.8., Ralf Poppe)

(die berechtigte Frage an diese Promis, Wo wart ihr nach dem 7. Oktober?, wurde in einem anderen Beitrag gestellt… ich weiß, wo die meisten von ihnen waren, sie waren voll auf die Kamera konzentriert, damit sie gut rüberkommen…)



GRAPHIC RECORDINGS

nennt der phantastische Comic-Zeichner Michael Jordan eine Abteilung seiner Arbeiten und die werden zur Zeit im Augsburger Textilmuseum ausgestellt. Thema hier: er begleitet wie ein Gerichtsreporter „die Augsburger Gespräche zu Literatur, Theater und Engagement seit nunmehr drei Jahren in Form von graphic recording. Als teilnehmender Beobachter skizziert er vor Ort die Beteiligten und die Szenerie und gibt dadurch… besondere Einblicke … in die internen Diskussionen, die wesentlicher Bestandteil des Formats sind. Drei Tage begleitet er die anwesenden Künstler*innen sowie die Studierenden des Studiengangs Ethik der Textkulturen, die hinter geschlossenen Türen über den Zusammenhang von politischer Teilhabe und ästhetischer Form sprechen…“

Augsburger Gespräche – graphic recordings von Michael Jordan

Michael Jordan ist außerdem einer der Initiatoren der Aktion „Wie geht es dir?“, zu der jetzt dieser Comics-Band erschienen ist: „Wie geht es dir? – eine einfache Frage, doch unter dem Eindruck des Leids der Menschen infolge des Überfalls der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 und der Angriffe des israelischen Militärs im Gazastreifen herrscht auch bei uns Sprachlosigkeit und eine tiefe gesellschaftliche Spaltung.

Eine Gruppe von Comic-Künstler*innen schloss sich zusammen, um das Projekt Wie geht es dir? ins Leben zu rufen. Seitdem sprachen 48 Zeichner*innen mit 60 Menschen, die von Antisemitismus, Hass und Rassismus betroffen sind oder sich mit menschenfeindlichen Ideologien auseinandersetzen. Darunter sind Prominente, aber auch private Bekanntschaften der Autor*innen.“

https://www.avant-verlag.de/comics/wie-geht-es-dir/

Michael Jordan



SPITZENSATZ (103)

PUNK KENNT KEIN RENTENALTER

(WAZ-Essen, 1.5.)

(Ich war versucht, ein ! zu setzen, aber eine Fälschung möchte ich mir heute, am 105. Geburtstag meines Vaters, nicht erlauben, und ich erinnere mich auch an meinen Onkel, der aus Düsseldorf kam und manchmal sagte, wenns grad passte, wat Krupp in Essen, sin wir in Saufen!).



DIE POESIE DER POLITIK

wird viel zu wenig beachtet, selbst solche brillianten Buchstabenkombinationen gehen unter: „Außerdem traf es den stellvertretenden Stabschef des Ministers und den Stabschef des stellvertretenden Verteidigungsministers.“



Wir sind hier nicht

um Actionfilme zu promoten, aber der Hausmeister des Blogs und ich finden ihn  gut mit seinem Dauerstress von Hurricane und Überfall, und die romantischen Teile sind gering (ein Zeichen für Qualität) und in einigen Passagen kommt es an „Heat“ ran, der ebenfalls in der Mediatheak zu kriegen ist, also nichts für schwache Nerven, wir sehn uns in der Hölle:

https://www.zdf.de/filme/im-auge-des-hurrikans-movie-100



SPITZENSATZ (102)

„Nach der dritten Überlieferung rettete ihn der Herzog Georg von Sachsen, nachdem Eulenspiegel die Bürger der Stadt mit seinen Verrenkungen unter dem Galgen vor Lachen fast um den Verstand gebracht hatte, ließ ihn zur Siegesfeier auf sein Schloß bringen und zu Tode kitzeln, als Eulenspiegel kein Witz über die Dummheit der Bauern mehr einfiel.“ (Thomas Brasch, 1977)