SPITZENSATZ (108)
Von Franz Dobler | 28. März 2026 | Kategorie: Unterhaltung | Kommentare deaktiviert für SPITZENSATZ (108)„Ein Buch, das auf Tiktok gehypt wird, muss noch lang nicht gut sein.“
(SZ, 25.3., Christiane Lutz)
„Ein Buch, das auf Tiktok gehypt wird, muss noch lang nicht gut sein.“
(SZ, 25.3., Christiane Lutz)
ist eine Wirtschaft in Berlin, die von Antisemiten, die keine sein wollen, häufig bedroht und nicht nur mit Worten angegriffen wird. Wie auch von solchen, die das sehr wohl sein wollen. Weil dort Veranstaltungen wie diese Buchpräsentation am 26.3. um 19h30 stattfinden:
„Vom Antisemitismus, der keiner sein will“, von und mit Richard Schuberth. Erschienen im Verlag, der von Antisemiten, die keine sein wollen, besonders gehasst wird: Edition Tiamat.
„Ebenso polemisch wie analytisch ergründet Richard Schuberth die Metamorphosen des neuen Antisemitismus – als einen weiteren, zeitgeistig adaptierten Versuch, individuelle Realitätsverluste und gesellschaftliche Widersprüche zu einer wahnhaften Meta-Erzählung zu harmonisieren.“
zB S.34: »Und doch sieht es so aus, als hätte der Antisemitismus – learning by doing – seine Gestalt gewechselt und wäre von den Rechten zu den Gerechten übergelaufen, wo er, ständig das Lachen über den gelungenen Coup unterdrückend, die Palästinaflagge schwenkt.«
https://edition-tiamat.de/books/vom-antisemitismus-der-keiner-sein-will
Vorarbeiten von Richard Schuberth zu seinem großartigen Buch bei jungleworld, zB:
https://jungle.world/artikel/2025/43/wahn-wirklichkeit-vom-antisemitismus-der-keiner-sein-will
»Richard Schuberth, der sachkundig und sprachmächtig wie kaum ein anderer seit Jahren über Israel und Palästina schreibt und gegen Falschmeldungen aller politischen Bastionen anschreibt …« (Karl-Markus Gauß)
Außerdem der soeben ausgezeichnete Verleger Klaus Bittermann: »(…) der Empfänger des Hauptpreises der Kurt-Wolff-Stiftung (…), den Mara Delius zuvor für den über Jahrzehnte gehaltenen Kurs seiner Edition Tiamat gegen den Mainstream und den vorherrschenden Literaturgeschmack gewürdigt hatte, gab seiner Rede dann allerdings noch einen anderen Dreh, indem er dafür plädierte, Weimer doch seinem Schicksal zu überlassen und sich übergeordneten Themen zuzuwenden (…)
Ein Essay vom geschätzten Nicholas Potter, dessen Buch „Die neue autoritäre Linke“ am 20. März 2026 bei dtv erscheint:
„(…) Diese Gruppen stehen sinnbildlich für das, was ich als die neue autoritäre Linke bezeichne. Und die Positionierungen dieser an sich sektenhaften K-Gruppen strahlen aus – in Universitäten, in die Kulturszene und in die sozialen Medien. Die Verherrlichung islamistischer Terroranschläge wird in diesem Milieu normalisiert, und zwar weltweit. Es wird zur „Globalisierung der Intifada“ aufgerufen, während von Belgien bis Bondi Beach Anschläge gegen Jüdinnen und Juden verübt werden.“
https://taz.de/Genossen-von-Mullahs-und-Moerdern/!6163550/
dass man dachte, mehr geht nicht mehr, aber es geht immer noch kaputter: Für die Linkspartei „ist, wenn man den Beschluss ihres niedersächsischen Landesparteitags vom Wochenende und zahlreiche Wortmeldungen auch aus Berlin und anderen Landesverbänden und der Bundesspitze zugrunde legt, klar, wer die Feinde sind. Nicht das Mullah-Regime, das seit fast einem halben Jahrhundert das iranische Volk unterdrückt, foltert und ermordet, besonders die Frauen, das Terrorkriege in die ganze Region exportiert hat und nach der islamischen Atombombe griff. Sondern die USA und das „zionistische Gebilde“, wie die Mullahs ihren Todfeind seit jeher nennen. Das es auch nach dem Willen vieler vor allem junger Linken-Neumitglieder als „Apartheid“- und „Völkermord“-Staat“ zu beseitigen gilt. Da die Parteispitze dem nicht widersprach, kann man die Linke nun getrost die erste offen antisemitische deutsche Partei seit der NSdAP nennen …“
https://www.ruhrbarone.de/nahost-und-der-nahtod-der-linken-2/256530/
Man könnte sich sagen, dass es nicht groß interessiert, was ein niedersächsischer Landesparteitag der Linkspartei für links hält, aber das ginge an der Sache dann doch vorbei…
Mein Freund, der Schriftsteller Ludwig Lugmeier ist letzten Montag, am 9.3. im Alter von 76 Jahren in Berlin verstorben. Mir fehlen fast alle Worte, sie stehen in seinen Büchern Wo der Hund begraben ist / Der Mann der aus dem Fenster sprang / Das Leben des Käpt´n Bilbo / So der Herr mit Zylinder, und in den kleinen Gedichtbänden Flickstellen und i (bayrisch für Ich). Seine literarische Laufbahn war unvermeidlich an seine kriminelle gekettet, er nahm´s gelassen, hat nie damit angegeben. Er war froh, als er 77 in den Bau musste, denn damit habe er endlich in Ruhe schreiben können, wie er es schon als Jugendlicher vorgehabt hätte. In Bayern wollte er dann nie wieder begraben sein. Eines nachts kletterten wir über die Mauer in einen Friedhof, um ein Grab aufzusuchen, und dann konnten wir nicht glauben, dass wir es zum Teufel nicht schafften, vor Tagesanbruch wieder rauszukommen.
* * * * *
16.3. Der Nachruf vom Verbrecher Verlag, in dem Ludwig Lugmeier 2017 den Faktenroman „Die Leben des Käpt’n Bilbo“ veröffentlichte:
„Leider müssen wir mitteilen, dass der große Schriftsteller Ludwig Lugmeier in der vergangenen Woche gestorben ist.
Ludwig Lugmeier, geboren 1949 in Kochel am See, lebte in Berlin als freier Autor. Schon als Junge war er, unter anderem angeregt durch die Abenteuergeschichten von Jack Bilbo, an Außenseitern und an der Revolte interessiert und schlug sich mit Gelegenheitsjobs etwa als Maurer, Schiffer oder Bärendompteur im Zirkus durch.
wenn sich dieser Kulturstaatsminister vornimmt, auch mal etwas mehr zu arbeiten, warum kümmert er sich denn nicht um den Tegernsee, wo er herkommt – und denkt mal etwas über das Statement der Kurt Wolff Stiftung nach, wenn´s ihn nicht überfordert:
„Der Vorstand der Kurt Wolff Stiftung ist höchst irritiert und beunruhigt über die Revidierung der Jury-Entscheidung zum diesjährigen Buchhandlungspreis.
Dass der Kulturstaatsminister sich in drei Fällen über die Entscheidung der von seiner Behörde eingesetzten Jury aus erwiesenen Branchenkennern hinwegsetzt, ist eine Einflussnahme, die Grundprinzipien des Preises konterkariert. Es könnte sogar als politische Einflussnahme wahrgenommen werden.
Der Ansatz, das umstrittene Haber-Verfahren zur Überprüfung der Preisträger anzuwenden, kommt einem Generalverdacht gegen alle Akteure der deutschen Buchbranche gleich und ist vollkommen unangemessen.
Der seit 2015 jährlich vergebene Buchhandlungspreis wurde maßgeblich von der Kurt Wolff Stiftung initiiert, die auch als dessen Partner auftritt. Mit dem Buchhandlungspreis soll ein besonderes buchhändlerisches Engagement für eine vielfältige Buch- und Literaturlandschaft in Deutschland gewürdigt werden.
Die drei betroffenen Buchhandlungen Golden Shop (Bremen), Rote Straße (Göttingen) und Zur schwankenden Weltkugel (Berlin), sind seit vielen Jahrzehnten mit ihrem Engagement und ihrem Sortiment ein fester Bestandteil des deutschen Buchhandels und jeweils bedeutende Ankerpunkte der lokalen Kulturvermittlung.
Gerade diese Buchhandlungen sorgen mit ihrem Angebot abseits des Mainstreams exemplarisch für die Sichtbarkeit von Vielfalt. Sie setzen sich mit ihrer Arbeit für die in einer Demokratie grundlegenden Prinzipien Meinungsfreiheit, Freiheit von Kunst und Literatur und für die Möglichkeit der Meinungsbildung ein und haben die Auszeichnung daher mehr als verdient.
Sie ihnen aufgrund von Bedenken, die nicht einmal mitgeteilt werden, vorzuenthalten, ist mehr als bedenklich – auch in Hinblick auf kommende Kulturpreisverleihungen.
Leipzig, 04.03.2026″
(also noch „ein Wort“ zum nächsten Wahlsonntag in Bayern) der Liste mit AfD-Leuten, die gewählt werden können, obwohl sie – man kann eigentlich nicht glauben, dass es sowas gibt – womöglich sogar der AfD zu rechts sind. „Womöglich“ heißt: „Wer früher in extremistischen Gruppen engagiert war, darf nur dann in die AfD aufgenommen werden, wenn der jeweilige Landesvorstand mit Zwei-Drittel-Mehrheit eine Ausnahme beschließt. So steht es in der AfD-Satzung.“
Rückblick: „Recherchen des BR hatten jüngst zahlreiche Beispiele zutage gefördert, bei denen die Bayern-AfD die eigene Satzung offenbar ignoriert hat.“
Fortsetzung: „Unterdessen hat der BR zusammen mit dem Fachjournalisten Robert Andreasch auf den AfD-Kommunalwahllisten weitere Kandidaten ausfindig gemacht, die teils seit Jahrzehnten in der rechtsextremen Szene aktiv sind.“:
https://www.br.de/nachrichten/bayern/kommunalwahl-afd-kandidaten-auch-aus-der-neonazi-szene,VCspFox
(auch bekannt als Wahlsonntag) kommt von BR-Reporter Thies Marsen (und das Gericht, das kürzlich der AfD sozusagen den Freifahrtschein ausgestellt hat, hat das nicht mitgekommen bzw. will sowas nicht mitbekommen):
„Bei den bayerischen Kommunalwahlen am 8. März tritt die AfD mit rund 5.500 Kandidaten an. Manche von ihnen haben nach BR-Recherchen enge Beziehungen zu rechtsextremen Gruppen – auch zu solchen, die auf der „Unvereinbarkeitsliste“ der AfD stehen.“
https://www.br.de/nachrichten/bayern/afd-im-wahlkampf-radikales-programm-radikale-kandidaten
Die Berliner Verbündeten sagen es so gut wie ausführlich im „Statement from the Artists Against Antisemitism Berlin for the Berlinale 2026“:
Nur herausragend intelligente Menschen können nicht ganz unkomplizierte politische Verbindungen in einem Satz klar rüberbringen: „Gestern DRESDEN – heute GAZA Völkermörder zur Rechenschaft ziehen!“
Steht auf dem Transparent, das drei tapfere Männer von der NPD-Sektion Kronach vor einigen Tagen durch Dresden trugen. (Ein Foto, zu dem sich bisher, das überrascht nicht, keine Künstliche Intelligenz bekannt hat).