Allgemein

AN DIESEM TAGE

in der frühesten Frühe habe ich mich gefragt, was machst du jetzt? Carpe diem und so.  Ich schau in den Fernseher, „Payback“, das wird doch wohl wunderbar passen, so ist es, Mel Gibson räumt auf in „Payback“, und mit nichts von dem, was er in „Payback“ wegräumt, habe ich eine Spur Mitleid empfinden können. Lucy Liu ist auch sehr schön in „Payback“, aber jetzt habe ich doch glatt vergessen, überlebt sie in „Payback“ oder doch nicht? Seltsam, dass ich nicht genau weiß, ob Lucy nun in „Payback“ überlebt hat oder nicht. Sicher ist, dass Mel Gibson und seine Freundin am Schluss „Payback“ lebend verlassen. Ich habe dann sogar gesehn, dass RTL2 „Payback“ zweimal direkt hintereinander gezeigt hat. Hut ab, RTL2, weil du zweimal hintereinander „Payback“ gezeigt hast; wenn du heute „Payback“ den ganzen Tag nonstop hintereinander zeigen würdest, würde ich dich für das Bundesverdienstkreuz vorschlagen. Aber der Tag ist noch nicht zuende, und ich frage mich, was tun? Ich gehe zum Videomann und leihe mir „Payback“ aus. Vielleicht gibt es sogar ein deutsches Remake zu „Payback“? Ich glaube, ich habe mal gelesen, dass Roland Klick eines gedreht hat, ja, wer denn sonst? Oder es war Uwe Schrader? Auch möglich. Sonst niemand. Herzog möglicherweise, bei Herzog muss man immer mit allem rechnen. Ich glaube, es war Herzog, der ein deutsches Remake von „Payback“ gedreht hat. Ich werde mir heute „Payback“ ansehen, abwechselnd das originale „Payback“ und das deutsche „Payback“. Und das wird dann der beste Tag gewesen sein, den ich je hatte.



EINEN FUSSBALLTRAINER

der zu einem schwachen Spieler sagt: „Du spielst wie ein Mädchen“, muss man feuern. Genauso, wenn er zu einem Spieler sagen würde: „Streng dich mehr an, Nigger, sonst schicken wir dich in den Urwald zurück“.

Der FC Augsburg hat in den letzten Jahren so viele Trainer gefeuert, da kommt´s auf so einen auch nicht an.



DER TOD HAT

mal wieder sozusagen in Spürweite gearbeitet:

1) am 24.10. starb Michael Stein, Mitbegründer des Benno-Ohnesorg-Theaters, des Kommunistischen Bund in Berlin, der Druckerzelle und der Höhnenden Wochenschau.

Seit den 90er Jahren war er Gast bei fast allen Berliner Lesebühnenshows, und “in allen diesen Kontellationen brachte es Stein zu fruchtbaren Eklats, kassierte Hausverbote und Rauswürfe en masse”, schrieb Dr.Seltsam in seinem ersten von zwei Nachrufen für die junge Welt über “die mit Abstand schrillste Figur der Berliner Alternativkultur”. Die auch in ihren bedächtigeren Momenten liebenswert war.

“Unser großer Denker”, sagen die Surfpoeten über ihr Mitglied. Der Dichter Stein (der in den letzten Jahren weit im Schatten des improvisierenden Vortragskünstlers verschwand) ist im Buch “Die Surfpoeten” und der beigelegten CD verewigt (Voland & Quist, 2004); sein “Gebet gegen die Arbeit” beschließt den neuen Band “Die Rückkehr der Surfpoeten” (Voland & Quist). Diverse Stein-Texte auch im Netz, außerdem Nachrufe und ein Bericht vom Sterbebett von Robert Weber.

Michael Stein in der Münchner Fortsetzung des Benno-Ohnesorg-Theaters zu begrüßen, hat nicht geklappt – am 10.11. versuchen wir, den Kontakt zu ihm herzustellen.

2) am 25.10. starb Maria Fauser in Frankfurt im Alter von 91 Jahren. Ihren letzten Auftritt hatte die Schauspielerin und Rundfunkmoderatorin in Christoph Rüters Film “Rohstoff”, als sie von ihrem Sohn Jörg Fauser das Gedicht “Das Gewicht der Seele” vortrug.

Die letzte Strophe: “Freudlos sitze ich diese Nacht über den Tasten / und verstehe doch nichts anderes / als mich an die 21 Gramm zu klammern, / die meine Finger schreiben machen / und meine Träume vorbereiten / auf den Tod.”