Lifestyle

MÜNCHEN BIST DEPPERT DU DRECKSSTADT

„Du schöne Münchner Stadt“, heißt es im Hit von Bally Prell, „schön wie ein Märchen, mein München, bist du!“ Inzwischen sind paar Liter die Isar runtergerauscht:

„Viele der ehemaligen Sozialwohnungen sind aus der Sozialbindung gefallen, und die Folgen einer kapitalgetriebenen Stadtentwicklung sind auch hier zu sehen. So wird in der Trabantenstadt Neuperlach jetzt für einen Neubau nicht mehr mit Wohnungen, sondern mit »Logen« geworben, die Zweieinhalb-Zimmer-»Loge« mit 66 Quadratmeter kostet eine halbe Million Euro – geradezu ein Schnäppchen in der Landeshauptstadt.“

Eine Grundlage für den langen Artikel von Rudolf Stumberger ist „die Studie »DNA des Erfolges. Stadt der Zukunft 2040. Investorenchance München«. Erstellt hat sie 2017 die Immobilienfirma Wealthcap – der größte Investor am Münchner Gewerbeimmobilienmarkt – gemeinsam mit der Fraunhofer-Gesellschaft. Darin werden verschiedene Zukunftsszenarien entworfen; eines davon nennt sich »Die entfesselte Stadt«. Dabei wird davon ausgegangen, dass die bisherige soziale und ökonomische Situation in der bayerischen Landeshauptstadt in eine Schieflage gerät, sich die Schere zwischen Reich und Arm weitet. Dafür gibt es zunehmend Anzeichen.“

https://www.neues-deutschland.de/artikel/1141121.mietenwahnsinn-in-muenchen-der-nimbus-faellt.html

Stimmen Bayerns:München @trikont.de mit bally p. liesl k. fritz a. f.s.k. luise k. maxi p. karl v. udo w. franz d. plus zwirbeldirn, suzie trio, sendlinger stubensusi u.v.a.



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News 2020

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WORKING CLASS HEROES

Die Futurzwei-Abteilung der taz hat eine „Saubere Sache“ entdeckt: „Eine Handvoll Augsburger verkauft Reinigungsmittel aus einer besetzten Produktionsstätte in Griechenland. Gemeinsam wollen sie so dem Kapitalismus einseifen.“

Anmerkung unserer Wirtschaftsredaktion: Sie müssen was einkaufen, sonst funktioniert es nicht. Fragen Sie Jeff Bezos!

„Die Produkte der Augsburger Seiferei haben es in sich. Jedes Stück Blockseife, jede Flasche Waschmittel, jedes Glasreiniger Spray, das dort über den Ladentisch wandert, ist ein politisches Statement. Denn ein Kauf der Reinigungsmittel von Vio.Me, die das junge Augsburger Kollektiv ausschließlich vertreibt, ist nicht nur eine Investition in die individuelle Hygiene, sondern zugleich eine Solidaritätsbekundung (…) Vio.Me stellt seit 2013 im griechischen Thessaloniki Seifen her. Nicht trotz, sondern gerade wegen der globalen Wirtschaftskrise, die Griechenland damals mit besonderer Härte traf, fiel die Unternehmensgründung in diese Jahre. Vio.Me, vormals Hersteller von Bodenklebstoff, war 2011 pleite gegangen. Nicht gegangen waren die Mitarbeitenden. Sie blieben, besetzten …“

https://futurzwei.org/article * seiferei.noblogs.org * viome.org

https://seiferei.noblogs.org/waren/



ERINNERUNGEN AN EINE KATASTROPHE IN NEW ORLEANS

Trikont-Artist Jonathan Fischer mit der großartigen Reportage „Feuer unterm Melting Pot“, die auch nach fünf Jahren nicht veraltet ist. Thema: „Trump und die USA: Supermacht in der Krise #1 New Orleans zehn Jahre nach Katrina. BR 2015

https://www.br.de/radio/bayern2/programmkalender/sendung-2782910.html

„August 2005. Als in Folge von Hurrikan Katrina die maroden Deiche nachgaben, schien der letzte Tag von New Orleans gekommen: Eine Hafenstadt, aus der einst der Jazz gekommen war, die die kreolische Küche hervorgebracht hatte, stolz war auf ihre üppigen Mardi Gras-Umzüge, ihre Voodoo-Tradition, ihre Brassbands und Umzüge, die die Menschen selbst zum Begräbnis tanzen ließ. Die multikulturelle Metropole, Symbol für den Melting Pot Amerikas, drohte mitsamt ihrer Kultur unterzugehen.“

Sein wichtigster Guide und Interview-Partner:

Chuck Perkins – A Love Song For Nola | Trikont trikont.de

„Chuck Perkins Sprechgesänge transportieren den Funk von Jazz Funerals, kreolischer Küche, Mardi Gras Indian Chants, anarchischen Second Line Tänzen und Voodoo-Zeremonien. Sie fließen über mit einer Leidenschaft, die sich selbst von Gewalt, Armut, Drogenmorden und korrupter Polizei nicht unterkriegen lässt. New Orleans ist ein Ort an dem eine uralte afrikanisch-kreolische Geschichte des Widerstands weitergeschrieben wird – in den lebensbejahenden Rhythmen der jungen Brassbands wie den todesverachtenden Versen seiner Bounce Rapper.“



THIS IS LOVELY

„Im Stadtteil Lechhausen entsteht ein neues, familienfreundliches Wohnquartier * Straßen heißen nach „Jim-Knopf“, „Lummerland“ und „Urmel“ * Auch Wohnwege werden nach Figuren und Orten des berühmten Marionettentheaters benannt (…) Die sieben Wohnwege heißen „Apfelsternweg“, „Emmaweg“, „Löweweg“, „Lukasweg“, „Mikeschweg“, „Muminweg“ und „Nepomukweg“.“

„Die Augsburger Puppenkiste feierte im Jahr 1948 Bühnen-Premiere. 1953 wurde die erste Verfilmung im Fernsehen gezeigt. 2004 wurde die Augsburger Puppenkiste mit der Goldenen Kamera ausgezeichnet, einem der bedeutendsten Film- und Fernsehpreise Deutschlands. Das von Hermann Amann komponierte Lummerland-Lied „Eine Insel mit zwei Bergen“ dient dem Bundesliga-Fußballverein FC Augsburg als Torhymne.“(Neue Szene)



FAUSTSTUDIO IN ACTION



DIESER HÖRSPIEL-WETTBEWERB

könnte ein Stück sinnvolle Arbeit sein:

…und bring Dein Hörspiel ins Radio / Der Preis für unabhängig produzierte Kurzhörspiele. Die Ausschreibung für den ARD PiNball 2020 startet am 1. Juni und läuft bis zum 31. Juli.

https://www.swr.de/swr2/hoerspiel/ard-hoerspieltage/ard-pinball-2020-100~_detailPage-1_-dc56264c3eed6f7453c3f263012a8308a11ab691.html

Und immer eine interessante Lektüre ist der Newsletter vom BR-Hörspiel:

https://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/hoerspiel-und-medienkunst/newsletter-anmeldung-hoerspiel100.html



DIE FORMEL FÜR DEN ERFOLGREICHEN ROMAN

Ich dachte immer, ich wäre der Einzige, der die Formel für den erfolgreichen Roman gefunden hat. Und dann muss ich diese Beschreibung über den Debutroman einer belgischen Autorin lesen: „Etwas Stephan King, ein wenig Hitchcock und jede Menge Blut und Tod – und das alles in sanftem Ton erzählt.“

Ich weiß nicht, wie dieser „Stephan“ (Spiegel Bestseller Das Kulturmagazin) King das findet, aber ich muss mir jetzt schon wieder was Neues überlegen. Ich glaube, mehr Blut mit ultrasanftem Ton ist das Ziel. Aber ich bin mir noch nicht sicher. Vielleicht wäre ein brutaler Ton mit noch mehr Blut besser? Es ist fuckin shit, dass man sich in diesem fuckin Gewerbe immer so viel fuckin shit überlegen muss. Während andere Leute einen Haufen Geld damit machen, dass sie Leute feuern, ablinken, reinreiten oder sonstwie fertigmachen. Bei allem Respekt vor ein wenig Hitchcock, das ist nicht in Ordnung.



SPITZENSATZ (50)

Ich habe nicht sechseinhalb Jahre studiert, mir drei Fremdsprachen beigebracht, in der Bibliothek gesessen, gelernt und Hausarbeiten geschrieben, um mich jetzt als Pizzalieferant zu bewerben.

(Philipp Heilgenthal, auf: bento 8.6.2020)



WIE EINE NEUTRONENBOMBE

ist der Titel des Kommentars zum „Konjunkturpaket“ von Berthold Seliger, Berliner Konzertveranstalter, Buchautor, Journalist und einer der wichtigsten kulturpolitischen Beobachter und Kritiker, die wir haben. Untertitel: „Für Kunst und Kultur bleibt im »Konjunkturpaket« der Bundesregierung weniger als ein Prozent“.

Auszug: „Nun also die Endlich-Hilfe der Bundesregierung: ein »Kulturinfrastrukturfonds«, für den eine der 130 Milliarden des »Konjunkturpakets« zur Verfügung gestellt wird, also 0,77 Prozent. In den mageren fünf Zeilen, die die große Koalition in ihrem 15-seitigen Programm für »Kunst und Kultur« übrig hat, geht es um die »Wiederaufnahme ihrer Häuser« und, reichlich nebulös, um die »Erhaltung und Stärkung der Kulturinfrastruktur« sowie die »Förderung alternativer, auch digitaler Angebote«. (…) Kein Wort über die Venues, also die Konzertsäle der Zeitkultur, kein Wort über unabhängige Konzert- und Tourneeveranstalter, und auch die Künstler*innen, Musiker*innen und Kulturarbeiter*innen kommen gar nicht erst vor. Die Zehntausenden soloselbstständigen Musiker*innen und Künstler*innen, aber auch die über 100 000 »frei« beschäftigten Arbeitskräfte der Kultur (von Bühnenarbeiter*innen und Stagehands bis zu Security- und Tonleuten) werden von CDU, CSU und SPD in den Hartz-IV-Bezug gezwungen.“

https://www.neues-deutschland.de/artikel/1137504.konjunkturpaket-wie-eine-neutronenbombe.html?fbclid=IwAR0Mg92QjacwqKCTR_xZglcjS87jFA49eHU8DRTXktKp9JJpMTW1YQ_cimI