ZUM ERSTEN MAL
Von Franz Dobler | 4. Januar 2020 | Kategorie: Produktion | Kommentare deaktiviert für ZUM ERSTEN MALein Gedicht von mir auf einem Poster! Danke, seiferei.noblogs.org

ein Gedicht von mir auf einem Poster! Danke, seiferei.noblogs.org

Mehr Stimmen zu meinem neuen Roman (und ich darf hinzufügen, Stimmen aus der Ecke, wo ich aufmerksam zuhöre):
Crimemag: „Für literaturpolizeiliche Buchhalter, die einen „sauberen Plot“ (was immer das sein mag) verlangen, der pure Alptraum – und deswegen extrem erfreulich.“ (culturmag.de/crimemag)
Deutschlandfunk-Kultur: „>Der Kriminalroman< ist für Dobler ein sehr flexibles literarisches Konzept, das keine Probleme mit lyrikartigen Einschüben oder nicht-narrativen Passagen hat, so etwa einem genialen, wenn auch jederzeit zu ergänzenden und unbedingt zu unterschreibenden Alphabet der Ängste (…) Geht nicht im „Krimi“? Geht natürlich, wenn auch nicht im Standard-Krimi, aber in den Kriminalromanen von Franz Dobler. Und das Genre bewegt sich doch.“
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Für die Neuausgabe des Nero-Wolfe-Klassikers von Rex Stout, neu übersetzt von Gunter Blank, habe ich ein 23 Seiten langes Nachwort geschrieben, das nicht nur auf den so sophisticated wie strikt antifaschistischen Autor eingeht, sondern auch aktuelle Bezüge bringt. Hier ein paar Auszüge:
„Stouts Story klingt heute romantisch, ein Mord mit Zyankali ist ebenso ein Symbol für die guten alten Tage wie Bullen ohne Handys (während wir jedoch, fällt mir erst jetzt auf, ein Comeback des armchair-detective erleben, ohne dessen Ermittlungsarbeit am Computer nichts mehr geht). Parallel zur Entwicklung, dass aus dem gemütlich freundlichen Nikolaus eine Weihnachtsmannpuppe wurde, die die Wand hochgeht (was wiederum als Zeichen einer umfassenden Comedysierung anzusehen ist), haben wir jetzt ein modernes, kaum zu steigerndes Weihnachtsverbrechen im kollektiven Kopf: den Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz, bei dem am 19.12.2016 zwölf Menschen ums Leben kamen und der das Erscheinungsbild von Weihnachtsmärkten in Deutschland verändert hat. Ein Weihnachtsverbrechen, das bewusst auf das westliche Fest der Liebe abzielte und das kein irgendwie gemütliches oder humoristisches Potential für einen Weihnachtskrimi enthält.
Allerdings wäre es ein Stoff für einen düsteren Thriller vor Weihnachtskulisse: Was den Aufklärungswillen des Falles betrifft, für den offiziell ein Einzeltäter, der islamistische Terrorist Anis Amri, verantwortlich gemacht wird, müsse man „ernüchtert feststellen, dass das Credo der Bundesregierung wohl aus drei Dingen besteht: Täuschen, Tricksen, Tarnen“, schrieb im Berliner Tagesspiegel vom 19.12.2018 nicht ein möglicherweise übereifriger Journalist, sondern Benjamin Strasser, Obmann der FDP im Untersuchungsausschuss Breitscheidplatz und Mitglied im Innenausschuss des Deutschen Bundestags. Und weiter: „Entgegen der anfänglichen Beteuerungen scheint der Attentäter von V-Personen geradezu umzingelt gewesen zu sein“, genauer gesagt „von mindestens acht“, und der Fall insgesamt „erinnert stark an den Fall des rechtsterroristischen NSU-Trios“, wo „40 V-Leute von sieben Behörden“ aktiv waren. Ich frage mich, was aus dem Fall wurde, wenn Sie dies lesen.“
„Der deutschsprachige Produktion zum Subgenre Weihnachtskrimi hat sich auf Anthologien konzentriert. Wer bisher der Meinung war, der Regionalkrimi oder auch Heimatkrimi sei der Totengräber des Kriminalromans, hat die Rechnung ohne den als Ansammlung von Kurzgeschichten auftretenden Weihnachtsregionalkrimi gemacht (dem mit der Hinzufügung von Rezepten gerne zusätzliche Durchschlagskraft verliehen wird). Nehmen wir den Titel „Hessisch kriminelle Weihnacht“ und die unschlagbare poetische Verlagswerbung: „Versprechen oder Verbrechen. Küche oder Kittchen. Duft oder Schuft. Verheißungsvolle Köstlichkeiten aus hessischer Küche schließen verhängnisvolle Leidenschaften und verruchte Gewohnheiten nicht aus, nicht einmal zur Weihnachtszeit. Gerade dann tauchen die 24 Autorinnen und Autoren besonders genüsslich die Feder in die Tinte und wetzen die Messer. Sie verwickeln Boeuf Bourgignon, Diebchen mit Duckefett, Bethmännchen, Bratapfelcookies und andere Besonderheiten der Regionen Hessens in kriminelle Handlungen, und niemand kann sie stoppen.“ Ebenfalls Federn in Tinte getaucht wurden für „Badisch kriminelle Weihnacht“ und „Schwäbisch kriminelle Weihnacht“ und „Das kriminelle Nürnberger Weihnachtsbuch“ und „Glühwein, Schnee und Harzer Knüppel. Kriminelle Weihnachtsgeschichten aus dem Harz“.
Ich könnte jetzt aufhören, Sie zu quälen, aber ich stehe auf „Entertainment Through Pain“ (Throbbing Gristle) und möchte deshalb auch „Tödlicher Glühwein. 21 Weihnachtskrimis aus der Pfalz“ erwähnen (wobei die Zahl 21 in diesem Zusammenhang eher selten ist) und „Killer, Kerzen, Currywurst. Kriminelle Weihnachtsgeschichten aus dem Ruhrgebiet“ und „Stille Nacht, tödliche Nacht. 24 mörderische Adventsgeschichten“ und „Stollen, Schnee und Sensenmann“ und „Süßer die Schreie nie klingen“ und „Maria, Mord und Mandelplätzchen“ und „Glöckchen, Gift und Gänsebraten“ und „Kerzen, Killer, Krippenspiel“ und „Türchen, Tod und Tannenbaum“ und „Plätzchen, Punsch und Psychokiller“ und „Makronen, Mistel, Meuchelmord“, nicht zu verwechseln mit der Sammlung „Makrönchen, Mord und Mandelduft“, deren Titel mir fast so gut gefällt wie „Der kleine Mord. Heitere Weihnachtskrimis“, womit diese unvollständige Liste neuerer Produktionen leider doch beendet werden muss.“
Klett-Cotta, 139 S., 12.-
„Franz Dobler legt mit „Ein Schuss ins Blaue“ einen großartig irritierenden Kriminalroman vor (…) denn „das Leben (ist) nichts als eine gigantische To-do-Liste“. Daran lässt sich vermutlich nichts ändern, aber immerhin kann man hin und wieder ein paar Bücher draufsetzen. Dieses sollte jedenfalls dabei sein.“ (Frankfurter Rundschau, Sylvia Staude)
Klett-Cotta-Tropen, 288 S., 20€
Krimibestenliste November Platz 2: „Realität als Tiefschlag. Dobler dekultiviert den Mist aus Vorurteil und Hasstiraden.“
„Simone Buchholz, Friedrich Ani, Max Annas und Franz Dobler – das ist ein magisches deutsches Quartett, das immer wieder dafür sorgt, dass Kriminalliteratur sich auch sprachlich und stilistisch auf höchstem Niveau bewegt. Wobei Franz Dobler (…) vor allem auch den Rechtsextremismus und die oft dubios agierenden Geheimdienste treffsicher ins Visier nimmt. Deutschland im Spätherbst, viel Nebel verschleiert die Wahrheit. Ein wichtiges Buch zur tatsächlichen politischen Lage.“ (Kleine Zeitung Graz)
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Die aktuelle Krimibestenliste: Nr.2 hinter Gary Disher, was will man mehr…
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Deutschlandfunk Kultur und die Frankfurter Allgemeine präsentieren die besten Krimis des Monats.
https://www.deutschlandfunkkultur.de/krimibestenliste-november-fallner-flug-und-federball.1895.de.html?dram:article_id=462205
„Aktueller könnte der Roman nicht sein“ (Knut Cordsen)
„BR-Moderator Knut Cordsen führte nicht zum ersten Mal geradlinig und packend durch einen Dobler-Krimi-Abend (…) „Aktueller könnte der Roman nicht sein“, konstatierte Cordsen. Die auf dem rechten Auge blinde Polizei im Roman findet ihr Pendant in der Realität, wurde doch erst am Tag vor der Lesung das Attentat am Münchner Olympia-Einkaufszentrum nach mehr als drei Jahren endlich vom LKA als rechtsextrem motiviert eingestuft.“ (Buchmarkt, Nicola Bardola)
Neue Stimmen zum neuen Roman:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung: „Längst gehört er zu den wichtigsten Krimischriftstellern der deutschen Gegenwartsliteratur (…) Wie die Sprache zum Virus wird, das durchzieht den ganzen Roman. Und Burroughs selbst auf diese Weise auch (…) oder der gerade verstorbene Nick Tosches. Denn sie alle gehören zum unnachahmlichen Franz-Dobler-Sound.“
junge Welt: Er „macht weiter mit der Intensivbeatmung der Kriminalliteratur.“
Krimi-couch.de: „Wer keinen stringenten Krimiplot erwartet (…) der erlebt mit „Ein Schuss ins Blaue“ einen unkonventionellen Roman, der sich aus der breiten Masse hervorhebt.“
„Mich würde interessieren, wer mehr Leute gekillt hat, die Christen oder die Moslems.« Das ist keine Frage aus einem Gespräch auf der Frankfurter Buchmesse über die Jugoslawienkriege, auf die man bei der Dauerdiskussion des Literaturnobelpreises für Peter Handke hätte kommen können, sondern aus dem neuen sehr guten Kriminalroman »Ein Schuss ins Blaue« von Franz Dobler, der ihn am Donnerstagabend im Rahmen der Messe vorstellte.“ (Neues Deutschland / Christof Meueler)

MÜNCHEN; CORNELIUSSTR 31