Produktion

KRAUDN SEPP

In der neuen Ausgabe des Magazins MUH (muh.by) der saulange Text, den ich zum Doppel-Album Kraudn Sepp: Sonntag geschrieben habe, das Hias Schaschko 2005 bei Trikont herausgegeben hat. Mit vielen Fotos. Weil Bayern jetzt seit 40 Jahren tot ist, also Schmarrn, also er natürlich, der Kraudn.

Bildergebnis für kraudn sepp



HUNTER S. THOMPSON SAGT:

Wenn die Sache irre wird, werden die Irren zu Profis.

Heyne Hardcore 2.10.


DAS BENNO-OHNESORG-THEATER

startet am 10. Oktober 2017 in seine vierte Spielzeit, die von Friedrich Ani und Franz Dobler erstmals am Theater Augsburg präsentiert wird. Gäste zur Eröffnung sind: Simone Buchholz (die Hamburger Autorin präsentiert ihren neuen Roman Beton Rouge), André Bücker (der neue Intendant im Gespräch), und live „autonome Wirtshausmusik“ von der Trikont-Frauengruppe Mrs. Zwirbl. Die Gastgeber sind mit den Neuigkeiten Ermordung des Glücks (Ani) und Die Trikont-Story: Musik, Krawall und andere schöne Künste (Dobler) vertreten. Das detaillierte Programm ist dennoch kein Widerspruch zum neuen Theater-Wahlspruch: Du weiß nicht was dich erwartet, aber es wird nicht ganz blöd sein.

Das Benno-Ohnesorg-Theater wurde 1991 von Wiglaf Droste und Michael Stein nicht im Keller des Hamburger Ohnsorg Theaters, sondern in Berlin gegründet. Die erste Phase der „Politshowlesebühne“ wurde im Eiszeit Kino und an der Volksbühne durchgeführt, wo Wiglaf Droste in Phase 2 ab 1994 allein und weiterhin mit Gästen bis 2000 weitermachte. 2007/8 leitete Franz Dobler in Phase 3 die schon mit den Theater-Gründern vage anvisierte Filiale in München im Vereinsheim und an den Kammerspielen. Auch in der nunmehr konzipierten Phase 4 wird die Grundausrichtung der Einrichtung – politische Nachdenklichkeit mit familienfreundlichem Humor – naturgemäß beibehalten.

Abb.: ja/nein



AM VATERTAGE

habe auch ich einmal ein selbstverfasstes Gedicht geschrieben und 2008 in das schmale Buch Ich fühlte mich stark wie die Braut im Rosa Luxemburg T-Shirt hineingesteckt, und das geht so:

VATERTAG IM SPORTHEIM

Es war nichts los

an diesem Sonntagnachmittag im Sportheim

die Mannschaft kämpfte auswärts

um den Aufstieg in die B-Klasse

zwei Männer an einem Tisch

in einer müden Stimmung

und nur weil einer sagte

dass früher mehr los war am Vatertag

bekam ich mit, es war Vatertag

und war genauso betroffen.

Ich weiß auch nicht, sagte der Ältere

soll ich dieses blöde Haus renovieren

oder soll ich´s abreißen?

Ich kann mich einfach nicht entscheiden

so geht das seit vier Wochen

es ist zum Wahnsinnigwerden

aber mit dem Alter

wirst du immer schwuler

da kannst du nichts machen.

Die junge Bedienung

ging durch den Raum

in einem engen Oberteil mit Tigermuster

auf dem geschrieben stand

Miss Wet T-Shirt!

Das sah glaubwürdig aus und

alle Augen stimmten für sie.

Was meinst du denn damit?

fragte der Jüngere und lachte unsicher

soll ich vielleicht immer schwuler werden!?

Sollen nicht, aber sehen

wirst du es schon noch, sagte der Ältere

ich lasse mir immer mehr sagen

der sagt was und der sagt was

der eine sagt das Haus renovieren

der andere sagt abreißen

als ich so alt war wie du

mit 25 habe ich mir doch

von keinem was sagen lassen.

Ich zahlte und ging

und war traurig gestimmt

weil es früher am Vatertag besser war

als alle schnell so besoffen waren

dass keiner mehr wusste

wo ist hinten, was ist vorn.

Reiß doch das scheiß Haus ab

sagte ich im Rausgehen zu ihm

aber mach´s mit einer Ladung Dynamit

sonst heißt es noch

du bist schwul.



EIN SCHLAG INS GESICHT (19)

Die CrimeMag Top Ten 2016: Platz 3 Jon Bassoff: Zerrüttung (Corrosion; Polar) und Franz Dobler: Ein Schlag ins Gesicht (Tropen)

Rolling Stone 2/2017: „… mitunter gar an Döblin und Oskar Maria Graf erinnernde Meisterschaft.“



EIN SCHLAG INS GESICHT (18) HELL YEAH!

33. Deutscher Krimi Preis 2017 National

deutscher Krimi Ptreis Deutscher Krimi Preis deutscher krimipreis

 



EIN SCHLAG INS GESICHT (17)

Die von Tobias Gohlis herausgegebene monatliche Krimi-Bestenliste hat den Standort gewechselt und wird ab Januar von Deutschlandradio Kultur und Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung präsentiert:

1 Patrick McGinley – Bogmail Aus dem Englischen von Hans-Christian Oeser. Steidl, 344 Seiten, 24 Euro 2 Liza Cody – Miss Terry Aus dem Englischen von Grundmann & Laudan. Ariadne, 320 Seiten, 17 Euro 3 Franz Dobler – Ein Schlag ins Gesicht Aus dem Deutschen von Franz Dobler. Tropen, 366 Seiten, 19,95 Euro



EIN SCHLAG INS GESICHT (16)

mdr Kultur : Krimi des Monats

„Erzählt ist das alles wunderbar echt und atmosphärisch. Die Dialoge sitzen, man lacht sich schlapp … ‚Ein Schlag ins Gesicht‘ ist, ganz in der Tradition Fausers, ein großer Gegenwartsroman mit Kriminalhandlung.“ (Stefan Maelck)



HEUTE MAL DIESE POESIE

GEGEN ABSCHIEBUNGEN IN KRIEG UND PERSPEKTIVLOSIGKEIT

Wir protestieren heute gegen Abschiebungen, aber ich befürchte, dass es dabei auch darum geht, unser Land gegen eine Bedrohung zu verteidigen. Denn die wachsende Gefahr, dass das Asylrecht in Deutschland immer noch weiter abgebaut und ignoriert wird, und dass verstärkt und sogar in Kriegsgebiete abgeschoben wird, verläuft parallel zur Tatsache, dass unser Land immer stärker von Rechten, von Antidemokraten, von Rassisten bedroht wird.

Man könnte vermuten, dass Deutschland genug aus seiner NS-Vergangenheit gelernt hat, um damit fertigzuwerden, aber das ist offensichtlich nicht der Fall.

Für diese Neue Rechte ist vor allem der Hass gegen Geflüchtete eine ihrer Hauptantriebskräfte. Sie schaffen es mit so irren Behauptungen, dass Deutschland und seine angebliche Leitkultur von Migranten und Geflüchteten abgeschafft würde, eine Menge Stimmen zu holen. Sie holen so viele Stimmen, dass inzwischen Politiker von der CSU bis zur Linken auf diese Bedrohung von rechts dadurch reagieren, dass sie Sprache, Ziele und Behauptungen dieser Bewegung aufgreifen, um ihre Wähler am Abwandern zu hindern.

Unser Problem mit Abschiebungen bzw. mit den Katastrophen an den Außengrenzen der EU hat sich in den letzten Monaten verschärft, weil die Politiker der Mitte für ihr Ziel, ihre Wähler nicht der AfD zu überlassen, ebenfalls das Thema „Geflüchtete“ benutzen: die Behauptung, Deutschland müsste die Zahl an Asylanten und Geflüchteten reduzieren, um nicht existentiell bedroht zu sein, ist schon so gut wie Konsens.

Das muss man sich mal klarmachen: das ist die vorherrschende Meinung in einem der reichsten Länder der Welt, das seine Rüstungsexporte weiterhin steigert in der naiven Annahme, dass es dafür keine Quittung in Form von Opfern gibt, die dann notgedrungen vor unserer Tür stehen. Wobei wir erheblich weniger Kriegsflüchtlinge aufnehmen als einige erheblich ärmere Länder.

Die Behauptung, Deutschland sei in Gefahr, ist eine Lüge. Ebenso wie der Glaube eine Illusion ist, Deutschland oder Europa könnte sich abschotten von den Krisengebieten der Welt, an deren Krisen es immer irgendwie beteiligt ist. Dass echte Probleme, wie die sich permanent verschärfende Kluft zwischen Armen und Reichen, in diesem Tumult untergehen, ist die spezielle Tragik dabei. Und wenn man Leuten wie uns dann vorwirft, wir würden die Arm/Reich-Problematik in Deutschland für weniger wichtig halten, ist das übrigens ebenfalls eine verdammte Lüge.

In der Problemzone Asyl-Abschiebungen-Sichere Herkunftstaaten sind im Moment Geflüchtete aus Afghanistan in besonderer Gefahr. Seit Oktober gibt es ein Abkommen zwischen der EU und Afghanistan, das seine Geflüchteten zurücknimmt und dafür finanzielle Unterstützung erhält. Was im Fall Deutschland heißt: 1,8 Milliarden Euro werden bis 2020 bezahlt, um die afghanischen Geflüchteten loszuwerden. Anders gesagt: das ist der Preis, um das Grundrecht auf Asyl zu löschen.

Denn die Situation in Afghanistan ist allgemein bekannt: Es ist Kriegsgebiet, und die Lage dort verschlechtert sich täglich. Gegen Abschiebungen dorthin protestieren nicht nur humanitäre Organisationen, sondern auch Gruppierungen der CSU und der christlichen Kirchen.

Eine Zeitung der Mitte, die Süddeutsche, hat es kürzlich nicht anders formuliert als wir: „Dass Vertreter der Bundesregierung nun erklären, die Afghanen sollten doch einfach in ihrem Land bleiben und nicht nach Europa fliehen, ist genauso zynisch wie die Einschätzung, es gebe sichere Gebiete, in die man Afghanen abschieben kann.“ (1) Und der UN-Beobachter Chaloka Beyani hat das nach einem Besuch in Afghanistan ergänzt, als er sagte: „Diese Leute zurückzuschicken, wird die Instabilität ganz sicher verschärfen.“ (2)

Die strikte Weigerung der Bundesregierung, angeführt von Innenminister de Maizière, ihre Haltung zu ändern, darf nicht hingenommen werden. Ausgerechnet in einem Land, das in den letzten hundert Jahren mehr als jedes andere Land weltweit das größte Elend verursacht hat, ist diese inhumane oder auch unchristliche Härte gegenüber Geflüchteten vollkommen unakzeptabel.

Diese Härte dient nicht einmal dazu, die Neue Deutsche Rechte ruhig zu halten, sondern wird sie im Gegenteil bestärken. Und das ist der Grund, warum wir Deutsche heute nicht nur für Geflüchtete und gegen Abschiebungen auf der Straße sind, sondern für uns selbst.“

Franz Dobler/Freundschaftskreis Augsburger Flüchtlingsrat e.V., Rede vom 26.11.2016

(1)12.11.2016: http://www.sueddeutsche.de/politik/anschlag-in-afghanistan-bundesregierung-traegt-mitschuld-an-der-situation-in-afghanistan-1.3244891

(2)The Guardian, 1.11.2016: https://www.theguardian.com/global-development/2016/nov/01/eu-deportation-of-migrants-adds-to-afghanistans-instability-says-un-united-nations



Krimizeit-Bestenliste Dezember 2016

Image of Ein Schlag ins Gesicht: Kriminalroman

Platz 4 (Vormonat: 1)
Franz Dobler: Schlag ins Gesicht
Tropen, 366 S., 19,95 €
München. Fallner ist Ex-Bulle, Ex-Ehemann, Ex-Bahnfahrer. Was nun? Bruder Hansen setzt ihn als Privatdetektiv auf eine Ex-68er- Schmuddelfilm-Darstellerin an, die einen Stalker an der Backe hat. DJ Dobler hat tarantinomäßig klasse gemixt: Filmzitate, Blondie-Tracks, Alltagssprache. Viel Prügel, wenig Blut. Spezial-Dobler-Sound.