Produktion

DIESE KÜNSTLER SIND

Ist möglicherweise ein Bild von 2 Personen und Text „Eco-Spüli konzentriert 1,5L: 7,20 Kalkreiniger Eco: 3,90“

ausgebildete Experten für den Verkauf von Reinigungsflüssigkeiten, also wertvollen Reinigungsflüssigkeiten:

Waren



ES GIBT NUR EINEN

Sport, der in seinen besten Momenten fast so interessant ist wie Dressurreiten. Für das schöne, grandiose und exzentrische Sportbuch VIERTER (ID Verlag, 2005) habe ich „Vom Leben und Sterben an der Platte“ geschrieben.

„Sogar der Punkt zählte, als ich zu Deutschrock-Gabi sagte, sie solle den Schlitz an ihrer Hose schließen, und als sie sich vorbeugte, um festzustellen, dass ich ihr was vorgemacht hatte, kam meine Angabe. Aber bald darauf schlug mich die ehemalige Jugendspielerin im Endspiel um den Viktorcup, benannt nach dem Lokal bei uns im Haus, nachdem Favorit Oliver frühzeitig ausgeschieden war aufgrund der häufigsten Wirkung nach Marihuanagenuss.“

Den finde ich nicht schlecht: Ich bin kein Boll, aber bleibe am Ball.



WAS PASSIERT DENN

eigentlich heute Abend, wenn ich

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mit meinem Kollegen Gerald Fiebig, nachdem wir nun seit 30 Jahren in derselben Stadt wohnen, zum ersten Mal zusammen auf der Bühne sitze, um Gedichte vorzulesen, die wir angeblich selber mal geschrieben haben. Zuletzt für Parasitenpresse und Starfruit Publications. Auch zu dieser Lesung kam es nur, weil ich ihn eingekauft habe, nachdem er eine Lesung mit ihm für die Organisation spendekunst.org gespendet hatte. Ja, manchmal muss man auch in der Dichtungsbranche gewisse Tricks anwenden, die man in der Dichtungsbranche nicht lernt. Also in der Regel, also jenseits von Korruption.

https://geraldfiebig.wordpress.com/



MEIN NEUER GEDICHTBAND (14)

Über Rezensionen, bei denen ich mich kaputtlachen kann, freue ich mich besonders, aber natürlich gilt wie immer, um mit Billy Childish zu sprechen, „it´s all my fault“, oder auch „das habe ich nicht gewollt“, wenn nicht vermutlich sogar „das kann ich doch nicht gewollt haben!“

„Lesend bekommt man den Eindruck, Dobler spricht/dichtet direkt selbst, vermutlich würde er sagen: Hier wird noch persönlich gedichtet.“

http://www.textem.de/index.php?id=3147



RUINIERT EUCH!

ist der Titel einer neuen Veröffentlichung im Verlag Starfruit Publications und ich bin stolz darauf, an diesem Ziel mitzuarbeiten mit dem Gedicht „Pasolini und ich“:

Ruiniert Euch! – Literatur, Theater, Engagement / Hrsg.: Christiane Lembert-Dobler, Manfred Rothenberger, Anne Schuester, Sebastian Seidel, Stephanie Waldow. Gestaltung: Timo Reger / 384 Seiten mit 30 s/w- und 9 Farbabbildungen Hardcover 14 x 21 cm 29,– Euro

„In welcher Form und mit welchen Intentionen können sich Ästhetik und Engagement im 21. Jahrhundert verbinden, welche gesellschaftlichen Funktionen sollen Literatur und Kunst übernehmen, wie verhält es sich mit dem althergebrachten Anspruch an das Theater, als moralische Anstalt zu fungieren? Wo ist der Ort des Politischen in Literatur und Kunst? Was ist »Haltung«? Welche Denk- und Möglichkeitsräume können die Literatur und das Theater eröffnen gegenüber den politischen, sozialen und kulturellen Herausforderungen unserer Zeit? (…)

Mit Beiträgen von Zoë Beck, Ines Berwing, Sean Bonney, Yevgeniy Breyger, Ann Cotten, Franz Dobler, Alexander Eisenach, Elke Erb, Paula Fünfeck, Lena Gorelik, Joshua Groß, Florentina Holzinger, Miriam Ibrahim, IXA – Institut für Experimentelle Angelegenheiten, Pierre Jarawan, Lisa Jeschke, Thomas Köck, Sibylle Lewitscharoff, Florian Malzacher, Tristan Marquardt, Christiane Neudecker, Markus Ostermair, Ronya Othmann, Bert Papenfuß, Bonn Park, Christoph Peters, Matthias Politycki, Steffen Popp, Doron Rabinovici, Milo Rau, Falk Richter, Rimini Protokoll, Monika Rinck, Kathrin Röggla, Reyhan Sahin aka Lady Bitch Ray, Ulf Stolterfoht, Süßholz aka Sophia Süßmilch und Claudia Holzinger.“

https://www.starfruit-publications.de/buecher/ruiniert-euch/



LIVE and ALIVE

Hier die kommenden Veranstaltungen in Süddeutschland mit meiner Beteiligung. Meine Partner*innen und ich würden uns freuen, wenn Sie uns besuchen – und wir versichern, dass wir (anders als Helge Schneider kürzlich) über Auftrittsorte und -bedingungen informiert sind und unser Publikum weder abzocken noch im schlechten Sinn verarschen.

27.7.MÜNCHEN Import-Export 20h Trikont-Show: Konzerte Evi Keglmaier und Inga, Lesung/Gespräch Eva Mair-Holmes/Dobler

4.8.AUGSBURG Brunnenhof 20h mit Gerald Fiebig: wir stellen unsere neuen Gedichtbände unter dem Titel „Liebe Arbeit Kampf Musik“ vor: „motörhead klopstöck“ (Parasiten Presse) und „Ich will doch immer nur kriegen was ich haben will“ (Starfruit Publications) Tickets nur online

7.8.INGOLSTADT Kulturzentrum neun 20h Trikont-Show: Konzerte Evi Keglmaier und Philip Bradatsch & Band (neues Album im Herbst!), Lesung/Gespräch Eva Mair-Holmes/Dobler

9.8.ASCHAFFENBURG 20h Trikont-Show mit Philip Bradatsch & Band, Lesung/Gespräch Eva Mair-Holmes/Dobler

15.9.AUGSBURG Brunnenhof 20h mit Roland van Oystern: neue Texte und eine Teamarbeit. Van Oysterns Werke im Ventil Verlag. Tickets nur online @ https://brunnenhof.reservix.de

16.10.SULZBACH-ROSENBERG Capitol 19h30 Ich habe auch ein paar neue Gedichte, die ich selbst geschrieben habe



CATWALK SMALLTALK (16)

ICH HABE EINFACH KEINE LUST AUF EIN STÜCK ÜBER PLAGIATISMUS, ICH HABE MICH SCHON ZU TODE GELANGWEILT, WENN ICH NUR DARAN DENKE.

DU MUSST UM DIE ECKE DENKEN, WIR MACHEN DAS NICHT WIE MAN´S ERWARTET.

WEISST DU DOCH NICHT, WIE MAN DAS ERWARTET. DIESE BESSERWISSEREI GEHT MIR AUCH AUF DIE NERVEN.

DIR GEHT DOCH ALLES AUF DIE NERVEN, ABER DAMIT KÖNNEN WIR NICHT ARBEITEN. DANN BAUEN WIR DAS BESSERWISSEN EBEN EIN. WER MIT PLAGIAT ARBEITET GLAUBT, DASS ER ES BESSER WEISS.

ACH QUATSCH. BLA-BLA, SUBVENTIONSTHEATER-BLABLA.

DAS THEMA IST ON TOP UND FÜR DAS THEMA KRIEGEN WIR KOHLE UND WIR VERHANDELN DAS THEMA WIE ES UNS GEFÄLLT.

GENAU, WIR MACHEN EINE IMPROVISATION ÜBER SHAKESPIERGROUP, MEHR HABEN WIR DOCH EH NICHT AUF DER PFANNE.

WIR MACHEN EIN STÜCK ÜBER DIE KUNST DES PLAGIATS UND WIR DISKUTIEREN ES NICHT, SONDERN FÜHREN ES VOR.

FÜHR ER ES VOR.

FÜHRST ES VOR IM BIKINI.

ICH BRAUCHE EINEN NEUEN, SO SIEHT DAS AUS.

ICH WUSSTE, DASS ES DICH INTERESSIERT.

FICK DEINE MUTTER.

WÜRDE ICH TUN, WENN SIE SO AUSSEHEN WÜRDE WIE DU.

PLAGIAT.

ABER BEWUSST.

BEWUSST WIE.

(SIE SEHEN SICH DIE NEUE BIKINIKOLLEKTION AN, DIE AUF DER GANZ GROSSEN VIDEOLEINWAND GEZEIGT WIRD)



DAS ALLERLETZTE

Das Stadtmagazin Neue Szene hat mir für die Rubrik „Das Allerletzte“ in der Ausgabe 5/21 diese Fragen gestellt. Ich habe die Sache sehr ernst genommen, weil Chefredakteur Walter Sianos mein Olivenöl-Dealer ist. Das hatte sich jedoch noch nicht abgezeichnet, als ich vor dreißig Jahren sein Literaturredakteur war.

01. Fernweh oder Heimweh? FERNWEH. Ich will nicht zurück ins Heim.

02. Gefühl oder Härte? GEFÜHL. Sonst weiß man ja nicht, wann Härte angesagt ist.

03. Ramones oder Motörhead? MOTÖRHEAD. Eine Millimeterentscheidung. Lemmy hat entschieden, the one and only.

04. On stage: Lesen oder Platten auflegen? PLATTEN. Vorlesen ist für mich Arbeit. Auch schön. Aber Musik ist die beste Medizin und Droge, die ich kenne. Und ich kenne einige. Ich möchte eines Tages in Musik beerdigt werden.

05. „Ein Schuss ins Blaue“ oder „Ein Schlag ins Gesicht?“ SCHUSS. Ist spannender, also der Vorgang. Vom Roman kann ich das nicht sagen.

06. Happy End oder Open End? HAPPY END. Sicher ist sicher.

07. Herz oder Kopf? HERZ. Der Rest findet sich dann schon.

08. Schnipo Schranke oder Rote-Beete-Ravioli mit Walnüssen? ROTE BEETE. Respekt, was für eine sensationell irre Frage! An Schnipo Schranke hat mich, nach dem ersten kleinen „Pisse“-Schock, am meisten interessiert, dass sie von Ted Gaier für Buback produziert wurden. Die gute Frage: Warum hatten sie dann kaum noch was auf der Pfanne und sind so schnell wieder abgetaucht? Genau wie das pi mal Daumen ähnlich gestrickte Duo Trash Groove Girls 30 Jahre vorher mit ihrer Platte auf What´s So Funny About. Obwohl beide Bands beste Startrampen und Publicity hatten. Sie hätten die deutschen Sleaford Mods werden können! Meine These: Sie wollten letztlich doch nur mal so´n bisschen Musik (Party) machen, dagegen ging´s für die englischen Working Class Heroes um´s Überleben. Oder habe ich die Frage falsch verstanden und es geht um´s Essen?! Egal, ich bleibe dabei.

09. Himmel oder Hölle? HÖLLE. Wir müssen davon ausgehen, dass der Himmel für unsere Freund*innen von der CSU reserviert ist. Da möchte ich dann doch lieber mit meinen Genoss*innen vom Augsburger Flüchtlingsrat abhängen. Jetzt die Werbung: Kaufense bitte was bei Spendekunst.org (unser Chefberater, Staatsminister a.D. Alfred Sauter, braucht dringend einen neuen SUV).

10. Brecht oder Precht? BRECHT. Die einzige leichte Antwort hier. Ich hatte die schwierigsten Fragen, die jemals in dieser Rubrik gestellt wurden! Ist das der Dank dafür, dass ich 1991 ein paar Monate Literatur-Redakteur der Neuen Szene war? Dann wurde der Posten abgeschafft. Genauso unfair: Brecht starb schon mit 58. Weil er Kommunist war. Jedenfalls kein „Querdenker“, sondern ein Denker. Bestes Mittel gegen Dummheit und rechtes Dreckspack – forever.



KILLER UND KOLLEGEN (1)

heißt mein drittes Hörspiel für den BR-„Radio Tatort“, das gesendet wird, wenn das Christkind schon vor der Tür steht. Das bewährte Team: Regie Ulrich Lampen, Musik Das Hobos, Dramaturgie Katarina Agathos, in den Hauptrollen Bibiana Beglau und Johannes Silberschneider, mit Judith Todt, Caro Matzko, Viola von der Burg u.a.

Das Exposé: Ein Fall, von dem alle Polizeibeamt:innen träumen, sozusagen der Höhepunkt jeder Polizeikarriere: Kommissarin Jaqueline Hosnicz und ihr Partner Jakob Rosenberg müssen im Kollegenumfeld ermitteln. Und diese Ermittlung soll so geheim wie möglich bleiben. ein Fall aus ihrer Vergangenheit ist wieder aufgetaucht: Sie hatten eine Serie von Banküberfällen aufgeklärt, waren jedoch bei der Suche nach dem unbekannten 4. Bandenmitglied nicht weiter gekommen. Jetzt meldet sich eins der inhaftierten Mitglieder mit dem Angebot, diese Person zu verraten, wenn sie dafür aus dem Knast kommt. Allerdings kann sich die Informantin weder an deren Gesicht noch den Namen erinnern. Was den Einsatz eines Hypnose-Psychologen erforderlich macht. Damit sehen sich Hosnicz und Rosenberg nicht nur dem Schweigen eines Polizei-Korpsgeist ausgesetzt, sondern auch der Gefahr, sich im Nebel des menschlichen Bewusstseins zu verirren. Ihre Ermittlungen beginnen in einer Grauzone und führen in ein schwarzes Loch – in dem sie weder der Informantin noch ihrer Chefin voll vertrauen können. Und den circa 6500 Kolleg:innen von der Münchner Polizei auf gar keinen Fall.

Hier das Programm 2. Halbjahr 2021 der gleichbleibend großartigen BR-Hörspiel-Abteilung:

https://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/hoerspiel-und-medienkunst/programmheft-bestellung-neu-100.html



60 JAHRE WIGLAF DROSTE

Heute hätten wir seinen 60. gefeiert, wenn Wiglaf Droste nicht vor zwei Jahren mit dem letzten Nachtzug abgefahren wäre. Für die auto/biografische Sammlung „Chaos, Glück und Höllenfahrten“ (Edition Tiamat, 2021) habe ich diesen Besinnungsaufsatz geschrieben:

WEGE ZUM RUHM

Das Benno-Ohnesorg-Theater hatte mich als Gast in seine nächste Vorstellung im Eiszeit-Kino eingeladen. Als ich am Vorabend in Kreuzberg landete, spürte ich die starke Rückendeckung der Theaterleitung Droste & Stein, hatte aber auch die Befürchtung, dass ich als Bayer in der linken Berliner Unterhaltungsszene keinen Punkt machen würde, sondern bestenfalls eine dieser Erfahrungen, die auf dem Wege zum Ruhm besonders wertvoll sind.

Nachdem ich an der Wohnungstür geklingelt hatte, näherten sich schwere Schritte und jemand schrie: „Herein, wenn´s kein Nazi ist!“ Dann riss Wiglaf die Tür auf und sagte grinsend und mit ausgebreiteten Armen: „Achtung, wir sind in Kreuzberg.“

An diesem Abend hörte ich zum ersten Mal, dass es hier eine sogenannte Kiezmiliz gab, Tugendwächter, die scheinbar links waren, tatsächlich aber mit faschistischen Methoden gegen Personen und Einrichtungen vorgingen, die nicht in ihr beschränktes Ordnungssystem passten. Diese Typen hatten Wiglaf im Visier, nachdem er den Text „Der Schokoladenonkel bei der Arbeit“ mit dem Untertitel „Eine Opferrolle vorwärts“ veröffentlicht hatte. Die Anklage lautete, er würde Kindesmissbrauch verharmlosen und Leute diskreditieren, die potentielle Täter schon im Vorfeld zu entlarven versuchten, um potentielle Opfer zu schützen. Dass man in einem Vorfeld mit Vorverurteilungen extrem vorsichtig sein sollte, wusste ich aufgrund meiner langjährigen Erfahrungen in der bayerischen Provinz. Der ganze Wahnsinn dieser Kiezmiliz wurde mir erst später klar, als ich Jane Kramers lange Reportage „Krach in Kreuzberg“ las, die sie schon Ende der Achtzigerjahre veröffentlicht hatte.

Als wir bis zur Geisterstunde geredet, gegessen und getrunken hatten, rieb sich Wiglaf die Hände und meinte, er müsste sich jetzt zurückziehen, um einen Artikel zu schreiben, dessen allerletzten Abgabetermin er gestern überschritten hätte. Es handelte sich dabei nicht um irgendeinen Artikel, sondern er war für ein Magazin, in dem er endlich mal veröffentlichen wollte. Seine Freundin und ich hatten Verständnis. Fünf Minuten später kam er zurück und sagte: „Ich hatte die schöne Idee, dass morgen auch noch ein Tag ist, die kriegen das morgen, das reicht noch dicke.“ Er hatte selbst als Redakteur gearbeitet und kannte sich mit Deadlines aus. „Wenn sie dir sagen, dass die Hütte brennt, heißt das, dass du noch eine Woche Zeit hast.“

Am nächsten Tag trafen wir uns nachmittags mit Michael Stein, um einen genauen Plan für den Abend zu machen. Als wir das nach einer Zigarette erledigt hatten, beschlossen wir, uns mit einem langen Marsch an der frischen Luft vorzubereiten. Bald stromerten wir durch den tiefsten Osten von Berlin, dessen hohe und häufig ramponierte Häuserwände und verschachtelte Hinterhöfe mich an die Gebirge und Schluchten meiner Heimat erinnerten und mir gefielen.

„Gibt´s hier auch diese Kiezmiliz?“, fragte ich Michael Stein. Er lachte und sagte: „Die Kreuzberger haben hier nichts zu melden, falls die jemals auf die Idee kommen, ihr Dorf zu verlassen, das kann ich dir glaubwürdig versichern.“

Die erste Kneipe, in der wir Pause machten, war voller Arbeiter oder rausgeworfener Arbeiter, die nicht so aussahen, als würden sie die Beine in die Hand nehmen, wenn sie mit irgendeiner Miliz ohne Maschinenpistolen konfrontiert wären, und in der zweiten war es so ähnlich. Aus Wiglafs Plan, den Artikel in den zwei toten Stunden vor der Show zu schreiben, wurde nichts, obwohl Stein und ich keinen Gruppenzwang ausübten, und er nahm sich vor, nach dem ganzen Theater um pi mal Daumen 0100 Uhr am Schreibtisch zu sitzen und das Ding durchzuziehen. Es war 0330, als wir uns an den Aufstieg zu seiner Wohnung machten; er freute sich darauf, den Artikel, den er fertig im Kopf hatte, endlich zu schreiben. Zum Abschluss des gelungenen Abends setzten wir uns an den Küchentisch, um noch schnell mit einem letzten Glas Weißwein anzustoßen, zwei zufriedene Männer.

„Weißt du, was ich denke?“, sagte Wiglaf. „Wir sehn uns doch so selten, und wir werden noch viele Artikel schreiben, immer diese Artiiikääl!“

Die Sonne hatte ihren Höhepunkt überschritten, als ich mich auf die Suche nach Wasser machte. Wiglaf hatte das Gebäude verlassen. Das Telefon ratterte und ich ging ran. Es war der Herausgeber des Magazins. Er sprach ruhig und sachlich. Er saß seit zehn Minuten in dem Café, in dem er mit Wiglaf verabredet war und wollte wissen, ob er noch auftauchen würde. Ich konnte ihm versichern, dass der Autor irgendwo da draußen war.