TAKE YOUR DOUBLE CHANCE TONIGHT
Von Franz Dobler | 13. August 2020 | Kategorie: Musik | Kommentare deaktiviert für TAKE YOUR DOUBLE CHANCE TONIGHT



„When John Coltrane and the quartet arrived at Van Gelder´s Studio that afternoon in 1963, they knew they had to record and run. They had a gig that evening in Manhattan, the last night of a two-week residency at the Birdland jazz club. Depending on traffic, the drive could require forty minutes to an hour to get there. Everyone was busy that week – especially Van Gelder. That Monday, he recorded Tyner for Impulse in trio format (…) Late on Wednesday, after Coltrane, he engineered a Blue Note date with Hank Mobley that created music to be released on his albums No Room For Squares and The Turnaround. On Thursday he oversaw Coltrane and the quartet joined for the first and only time by a singer. And on Friday, Van Gelder recorded a Prestige Records Date … “ (Ravi Coltrane) * Und am Ende heißt es The Lost Album. * Oder wie The Mekons später sagten: „Never want to work, always want to play, pleasure pleasure every day.“
elvin jones jimmy garrison mccoy tyner
„Zwei Staatsanwälte der Staatsschutz-Abteilung, die in der andauernden extrem rechten Anschlagsserie von Berlin-Neukölln ermitteln, sind wegen des Verdachts auf Befangenheit versetzt worden. Die Berliner Generalstaatsanwaltschaft übernimmt die Ermittlungen in der über 70 Anschläge umfassenden und seit 2016 andauernden Anschlagsserie und rollt diese noch einmal komplett neu auf. „
https://taz.de/Rechte-Gewalt-in-Berlin-Neukoelln/!5700358/
Endlich auch mal eine so begeisterte wie realistisch-zupackende Einschätzung zum Film von Nina Grosse (ab jetzt bis ca. 2066 in der ZDF-Mediathek) von Oliver Junge in der FAZ:
„… das Ganze nach einer derb-poetischen, bereits vor Filmanspielungen berstenden Romanvorlage („Ein Schlag ins Gesicht“) von Franz Dobler, der so etwas ist wie der bewaffnete (Krimi-)Arm der bayerischen Subkultur. Behutsam umgearbeitet hat die Vorlage die mit Dobler und Berben befreundete Regisseurin Nina Grosse höchstselbst.“
https://www.faz.net/2.1755/der-zdf-film-nicht-tot-zu-kriegen-mit-iris-berben-16897024.html
Einen nicht zupackenden, sondern voll zuschlagenden Verriss hat der von mir auch jetzt noch voll geschätzte Bertold Seliger geschrieben, was mich übrigens an einen mindestens ebenso harten Verriss für meinen ersten Roman erinnert, bei dem mir mein erster Verleger, der legendäre Lutz Schulenburg von Edition Nautilus, folgenden Hinweis mit auf den Weg gab, dass nämlich ein gut geschriebener Verriss viel besser und wichtiger sei als eine lahme, Presseinfos abschreibende und also tatsächlich respektlose und nur scheinbar gute Kritik, was ich hier etwas leichthin erwähnen kann, weil ich in diesem Verriss keinen (ich sag mal) Schlag ins Gesicht kriege. Jetzt aber, ganz unter uns Marketing-Profis, let´s go mit diesem Auszug:
„Am ehesten wirkt im Film noch glaubwürdig, wie sich die beiden auf ihre je eigene Art gescheiterten Hauptfiguren näherkommen: der Exbulle Fallner (eindrucksvoll: Murathan Muslu, auch wenn ich mir Fallner immer ganz anders vorstelle), jetzt Mitarbeiter in der Securityfirma seines Bruders, und die alternde, trinkende Diva (Iris Berben, logisch), die mal »ein goldenes Mädchen« war. »We were stardust, we were golden« – sie fügt »Joni Mitchell« hinzu, als sie die Zeilen abwandelt, denn wer kennt heute noch Joni Mitchell.“
https://www.jungewelt.de/artikel/383851.fernsehen-es-ist-eben-alles-etwas-kleiner-hierzulande.html?sstr=iris%7Cberben
Endlich eine Besprechung zu Nina Grosses Verfilmung meines Romans (TV-Live-Premiere ZDF heute 20h15), die sich auf den noch nicht so wahnsinnig bekannten Hauptdarsteller Murathan Muslu konzentriert:
https://www.neues-deutschland.de/artikel/1140224.mit-dem-boesen-blick.html
M.Muslu
(c zdf / alexander fischerkoesen ) :: im Büro mit dem Mann (Helgi Schmid), dessen Dossiers zu lesen er nicht die Geduld hat.
Der ORF schneller als das ZDF, wo Nina Grosses Thriller erst am 10. Premiere hat, nachdem ihn sogar schon meine seligen Großeltern in der Mediathek gesehen haben. Verdienter Erfolg für die starke Austro-Crew im Film: Murathan Muslu, Marianne Mendt, Jaques Breuer, Johannes Zeiler, Philipp Hochmair.
<Immer wieder flackert ein Hauch von Supergirl, eine Ahnung von Hippie-Vergangenheit auf: „We are stardust, we are golden“, singt Joni Mitchell. Als Fallner seine Klientin auffordert, den Lockvogel zu spielen, tanzt sie zu Blondie durchs Wohnzimmer: „Ich liebe Debbie Harry. Wenn es eine Frau gibt, die mir Mut gemacht hat, dann sie.“ Es macht den Reiz dieses Filmes aus, dass man nicht weiß, wo die Realität aufhört und die Fiktion anfängt. „Ich bin eine Rampensau“, sagt sie. Fallner beginnt, sich für diese wunderbare Frau zu interessieren. Es knistert. Unglaubwürdig oder peinlich wirkt das trotz des Altersunterschieds nicht. Denn Berben wie Muslu spielen großartig. Beide zeigen, wie man eine Figur ohne zu outrieren mit Tiefgang und Feingefühl ausstatten kann.> (Die Presse, Isabella Wallnöfer)
https://www.diepresse.com/5848632/dieses-supergirl-ist-nicht-totzukriegen

366 S., gebunden bei Klett-Cotta-Tropen, TB bei Heyne Hardcore * Achtung: Die Frau auf dem Foto ist nicht Iris Berben!
Ein ausführliches und viel enthüllendes Interview von Regisseurin Nina Grosse zu ihrem Film „Nicht tot zu kriegen“ nach meinem Roman „Ein Schlag ins Gesicht“ (TV-Premiere 10.8. und schon in der Mediathek):
http://www.quotenmeter.de/n/120290/nina-grosse-vielleicht-haette-ich-die-geschichte-auch-ohne-iris-berbens-geburtstag-aus-der-sicht-einer-frau-erzaehlt
AUSZUG (QM) „Es gibt die Anekdote, dass Walt Disney seiner Crew von «Das Dschungelbuch» bat, die Buchvorlage wegzuwerfen, weil sie etwas Eigenes entwickeln sollten. (…) Das exakte Gegenteil wurde mir neulich zugetragen (…) Wo in ihren vier Wänden lag «Ein Schlag ins Gesicht» während des Produktionsprozesses von «Nicht totzukriegen»?
(GROSSE) Ich bin da schon eher bei der Wegwerf-Variante. Und ich meine das gar nicht abwertend dem Roman gegenüber. In dem Fall hatte es einfach damit zu tun, dass die Hauptfigur im Buch Robert Fallner ist. Das ist die Rolle, die im Film von Murathan Muslu gespielt wird. Da der Film aber eine Hommage an Iris sein soll, musste die Geschichte aus ihrer Perspektive erzählt werden. Das war der erste wesentliche Unterschied zwischen Buch und Film. Dann ist da natürlich der Switch von der Pornodarstellerin zur alternden Schauspielerin und dann noch die Sache mit dem Stalker, der sich die alten Filme anschaut – ich habe dem Franz [Dobler] viel zugemutet. [naja; Anm.d.A.]
Er sagte aber wunderbarerweise, dass ich machen könne, was ich wolle, solange die Seele seines Romans erhalten bleibt. Und er hatte sofort begriffen, dass Roman und Film zwei völlig unterschiedliche Medien sind und dass er sich vom Roman verabschieden muss, wenn daraus ein guter Film werden soll. Dann habe ich ihm kürzlich den Film gezeigt und ein wenig gebibbert, wie er ihn denn nun findet. Und er ist super happy damit. Also ist alles gut ausgegangen.“

c fotos
zdf / alexander fischerkoesen
3. August 2020 * Schönen guten Tag,
wie üblich vertreibe ich mir im Sommerloch und sogar in diesem Sommerloch die Zeit damit, Ihnen ein paar Neuigkeiten aus meiner Fabrik mitzuteilen:
Am 10. August um 20h15 hat die Verfilmung meines Romans Ein Schlag ins Gesicht im ZDF Premiere: Nicht tot zu kriegen heißt der Film meiner alten Freundin Nina Grosse, die sich nach ihrer Serie Die Protokollantin tatsächlich noch steigern konnte. In ihrem Drehbuch hat sie einige Sachen, die ich auch im Roman gerne gehabt hätte. Aber komm mal immer rechtzeitig drauf. In diesem Haifischbecken!
Am 10. Oktober (oder zwei Tage später) erscheint mein neuer Gedichtband Ich will doch immer nur kriegen was ich haben will im Verlag Starfruit Publications, mit Fotos von Juliane Liebert (die selber so gut schreibt). Verleger Manfred Rothenberger hatte diese Idee: Als Bonus Tracks sind meine ersten beiden, lange vergriffenen Gedichtbände dabei. Damit man schnell überprüfen kann, ob ich was dazugelernt habe. In dieser gefährlichen Branche!
Auch mein Freund Friedrich Ani veröffentlicht gleich seinen neuen Gedichtband, und deshalb haben wir uns wild entschlossen, eine gemeinsame Neverending-Tour zu starten. Obwohl es eine solche leider nicht gibt, konnten wir – in diesen Tagen! – die Booking-Abteilung von Trikont für die Organisation gewinnen. Bei Interesse an der besinnlichen Show Ani&Dobler: Gedichte! schreiben Sie an Alex J. Friedrich: email hidden; JavaScript is required
Am 11. November um 20h05 im Bayern2Radio hat meine neue Folge für den ARD-Radio-Tatort Premiere: Bankraub und Gerechtigkeit. Regisseur Ulrich Lampen rauft im Moment mit seinen langen Haaren. Die Sounds&Songs kommen wieder von der Musikgruppe Das Hobos – mit denen ich eine Woche vorher unsere neue Single plus Videotrailer veröffentliche: Falsche Hose und b-Seite Es ist laut. Diesmal DasHobos&Dobler digital only auf Bandcamp. In diesen Zeiten!
Im Vertrauen auf die alte Weisheit, dass man sich besser nicht allein auf staatliche KünstlerInnenförderungshilfsprojektplanungsstellen verlassen sollte, habe ich ein Geschäft eröffnet: Im Angebot ist mein Buch Nachmittag eines Reporters (104 S., Paperback, Fotos, Verlag Belleville, 1998). Signiert und mit einem von mir selbst hergestellten Kartoffeldruck ist der Kostenpunkt – gegen den Rat meiner Anwälte! – inklusive Versand nur: 20.- € Übergabemodalitäten nur per Mail.
An meinen Feierabenden bin ich auch weiterhin als Spendensammler für den Augsburger Flüchtlingsrat tätig: Kaufen Sie bitte bei keinem anderen Konzern als spendekunst.org etwas aus dem abenteuerlichen Angebot. Nicht nur im Notfall! Wenn Sie irgendwelche Nazis schon nach Weißgottwo umgevolkt haben.
Zuletzt eine kleine Lektion: Eine Verlegerin lud mich zu einem Beitrag für eine geplante Anthologie ein. Ich fing am selben Tag damit an und arbeitete täglich weiter. Nach einem Monat Anthologie abgesagt. Ich bin ihr dennoch dankbar, denn sie hat mich zu etwas angestoßen. Also vergessen Sie nie diese Weisheit von Jim Thompson: There is only one plot – things are not what they seem.
Alles Gute bis zum Winterloch! Ihr Franz Dobler
Eine ausführlichere und treffendere Besprechung zu Nina Grosses Film „Nicht tot zu kriegen“ (gewidmet Iris Berben zum 70.) nach meinem Roman „Ein Schlag ins Gesicht“ wird´s wohl nicht geben:
http://www.tittelbach.tv/programm/fernsehfilm/artikel-5592.html
Hier der Punkt, warum ich die Verfilmung toll finde: „Die unter anderem in Paris aufgewachsene Filmemacherin bevorzugt seit jeher ein Genre-Erzählen, wie es das europäische Autorenkino pflegt(e). Besonders der französische Blick hat es ihr angetan – auch in ihrem neuen Film: Straßen, Lokale, die Nacht, die Lichter der Großstadt, Einsamkeit und Melancholie, die alternde Schöne und der virile Kerl. Und so hat der Film denn auch seine großen Stärken im Bereich der Bilder, der Situationen, der Subtexte.“
„Barnaby Metschurat über die komplizierte Mutter-Sohn-Beziehung. <Die Liebe zwischen den beiden musste nie mit Geschwistern oder Partnern geteilt werden. Die besonderen Verhältnisse eines Schauspielerinnenlebens trugen dazu bei, dass ihre Beziehung noch symbiotischer wurde. Die Suche nach Erfolg, Selbstverwirklichung und Anerkennung nahm dadurch einen ungesunden Lauf. Vor allem bei ihm.>“ (Foto c zdf / alexander fischerkoesen)